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Übernatürlich

Übernatürlich – Buch 5

Enttäuschung bei Waterloo

1958

Gene Norman hörte William Branham das erste Mal in Minneapolis (Minnesota) im Juli 1950 predigen. Die Unterscheidung und Wunder beeindruckten ihn natürlich, doch ahnte er von Anfang an, dass sich hinter William Branhams Dienst ein tieferer Zweck verbarg. Gene nahm sich Urlaub von seiner Arbeit, um mit seiner Frau Mary am nächsten Branham-Feldzug in Cleveland (Ohio) teilzunehmen. Als er wieder daheim in Minnesota war, bestellte er die Zeitschrift The Voice of Healing, die den Terminplan der Versammlungen William Branhams bekannt gab und vom Verlauf seiner Feldzüge berichtete. Außerdem bestellte Gene beim Büro der Branham-Feldzüge in Jeffersonville (Indiana) dessen Predigten auf Tonband. 1953 zog Gene Norman mit seiner Familie nach Parkersburg (Iowa). Er hielt seine Bestellung der aufgenommenen Predigten William Branhams bei Fred Sothmann aufrecht, der sich zu der Zeit um den Versand der Tonbänder kümmerte. Durch ihren Briefverkehr wurden Gene Norman und Fred Sothmann Freunde. Fred Sothmann war ursprünglich aus Saskatchewan (Kanada). 1956 organisierte er einen Branham-Feldzug in Prince Albert (Saskatchewan). Gene Norman besuchte diese Versammlungen. Im Anschluss an den Feldzug nahm Fred Sothmann William Branham auf einen dreitägigen Angelausflug mit und lud Gene Norman ein, mitzukommen. Inmitten der Nadelwälder und den von Gletschern ausgefurchten Seen Saskatchewans schlossen Bill und Gene schnell Freundschaft.

Schließlich gelangten die Normans zu der Überzeugung, dass William Branham ein Prophet Gottes war. 1957 entschied sich Gene Norman, einen Branham-Feldzug in Waterloo (Iowa) zu finanzieren, einem nahen Stadtgebiet mit über 100.000 Einwohnern. Er rief Lee Vayle an, der zurzeit die Funktion des Managers der Branham-Feldzüge ausübte. Lee Vayle sprach mit Bill und rief daraufhin Gene Norman an, um ihm mitzuteilen, wann Bill noch frei war: Samstag, den 25. Januar bis Sonntag, den 2. Februar 1958. Unverzüglich kontaktierte Norman sämtliche Prediger in Waterloo, um die Unterstützung des Feldzugs zu organisieren. Dann mietete er einen großen Hörsaal, genannt Hippodrome, und startete Anzeigen.

Während der letzten Januarwoche 1958 blies ein Schneesturm über Iowa hinweg und machte alle Straßen gefährlich glatt. An den ersten beiden Abenden des Feldzuges führte Bill die enttäuschende Teilnehmerzahl, die das Theater nicht einmal zur Hälfte füllte, auf diesen Sturm zurück. An einem Abend kam Bill dann auf dem Weg zur Versammlung an einer High School vorbei, die ein Basketballspiel austrug. In Anbetracht der parkenden Autos, schien die Sporthalle der Schule voll belegt zu sein. Und da wurde ihm klar, dass es nicht das frostige Wetter und die glatten Straßen waren, die die Menschen von seinen Versammlungen fernhielten. Etwas hatte sich in der Einstellung von Christen verändert.

Selbst die Einstellung der mehreren tausend Leute, die seinem Feldzug beiwohnten, schien so kalt wie das Eis draußen auf den Bürgersteigen zu sein. Auch die Fülle an Wundern vermochte ihren Geist nicht zu erwärmen. Am Ende der Mittwochabend-Versammlung rief Bill keine Gebetsreihe auf. Stattdessen tat er etwas, das er nie zuvor gemacht hatte. Er bat die Menschen, ihre Häupter zu beugen und ihm nachzusprechen: „Allmächtiger Gott … Schöpfer des Himmels und der Erde … Geber des ewigen Lebens … Geber jeder guten Gabe … sei mir gnädig … vergib meinen Unglauben … ich glaube das Evangelium … ich glaube, dass Du jetzt an meinem Leibe Dein Wort erfüllst … öffne die Kanäle … beseitige meinen Unglauben … ich nehme Deinen Geist an … ich glaube, dass Du jetzt in mir bist … ich glaube, dass meine Krankheit vergehen wird … ich nehme Dich als meinen Heiler an.“

Als die Zuhörerschaft dieses allgemeine Bekenntnis beendet hatte, bat Bill sie, die Häupter noch etwas gebeugt zu halten, während er für sie betete. Er sagte: „Ich werde von ganzem Herzen beten, dass der Heilige Geist euch bezeugen wird, dass das Werk vollbracht ist.“

Er betete: „Gott, mein Vater, ich komme im Namen Jesu, um für diese Menschen zu beten, die ihre Fehler jetzt aufrichtig und ernstlich bekannt haben. Gepriesener Gott, möge dies ein Abend sein, den sie nie vergessen werden. Möge der Heilige Geist in diesem Augenblick in jedes Herz kommen und jegliche Krankheit aus ihren Leibern hinwegnehmen.“ Mit noch immer gebeugtem Haupt und geschlossenen Augen sagte er: „Ich fordere den Teufel jetzt auf, Rede und Antwort zu stehen. Satan, dir ist bewusst, dass du besiegt bist. Du besitzt keine rechtmäßigen Rechte. Jesus Christus, mein Herr, hat dir deine Macht entrissen, als Er auf Golgatha starb, um Sünde und Krankheit hinwegzunehmen. Satan, du bist nichts als ein Bluff, und wir entlarven dich. Nachdem unser Herr den Feigenbaum mit einem Fluch hatte verdorren lassen, forderte Er seine Jünger auf, Glauben an Gott zu haben. Er sagte, wenn ein Gläubiger zu diesem Berge spricht, hebe dich hinweg und in seinem Herzen nicht zweifelt, dass es geschieht, so wird er empfangen, was immer er gesagt hat. Dieselbe Verheißung gilt uns am heutigen Tag. Satan, du kennst die Schriftstelle darüber. Ich habe diese Menschen gerade gelehrt, dass Gott in ihnen ist. Wenn Gott also in ihnen ist, und sie zu einer Krankheit sagen: ,Verlasse mich‘, und in ihrem Herzen nicht zweifeln werden, so muss jede Krankheit im selben Moment weichen, weil Christus es gesagt hat. Denn es sind nicht sie, die sprechen; es ist der Vater, der in ihnen wohnt, der spricht. Ich sage dies als Diener Gottes, durch eine Botschaft von einem Engel, der mich gesalbt und diesen Menschen bewiesen hat, dass Jesus hier ist und die Botschaft richtig ist. Satan, ich gebiete dir, jede kranke Person hier zu verlassen und in die äußerste Finsternis zu gehen, im Namen des Herrn Jesus Christus.“

Ein seltsames Geräusch folgte auf sein Gebet. Es klang, als hätte ein Organist auf einer Pfeifenorgel zehn unharmonische Töne auf einmal angeschlagen. Es gab jedoch keine Orgel im Theater. Plötzlich blies ein Windstoß von einem Ende des Gebäudes zum anderen und erzeugte ein Geräusch wie ein Wirbelwind, der an Wellblech rüttelt. Das Theater war jedoch aus Zementblöcken und Holz erbaut. Da keine Türen offen standen, musste der Wind innerhalb der Wände entstanden sein. Bill fühlte, wie er über die Plattform blies und den Stoff seines Anzugs umwehte, als er vorüberzog. Ehe Bill noch zwei Atemzüge tat, war er fort.

Die Menschen schienen unfähig zu erfassen, was geschehen war. Bill erklärte, dass der Heilige Geist wie ein Wind durch das Gebäude gezogen war und Sein Wort bestätigt hatte. Etwas Ähnliches war einmal geschehen, als die Jünger am Tage zu Pfingsten versammelt waren. Als Bill nachfragte, wie viele aus der Zuhörerschaft den Wind gehört oder gefühlt hatten, hoben etwa 500 Leute ihre Hände, einschließlich Gene Norman und Lee Vayle. Doch selbst dieses übernatürliche Phänomen hob das Glaubensniveau nicht sonderlich in den anschließenden Versammlungen.

Für Samstagmorgen hatte Gene Norman ein Predigerfrühstück angesetzt, damit Bill und die lokalen Pastoren miteinander Gemeinschaft haben und sich besser kennenlernen konnten. Als alle mit dem Essen fertig waren, erhob sich Bill, um eine kurze Ansprache zu halten. Er nahm sein Thema aus dem Zeugnis des Paulus an König Agrippa:

Sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Wege ein Licht vom Himmel, heller denn der Sonne Glanz, das mich und die mit mir reisten, umleuchtete. Da wir aber alle zur Erde niederfielen, hörte ich eine Stimme reden zu mir, die sprach auf hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dir schwer sein wider den Stachel auszuschlagen. Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; aber stehe auf und tritt auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, dass ich dich ordne zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast, und das ich dir noch will erscheinen lassen; Und will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich jetzt sende. Aufzutun ihre Augen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiligt werden durch den Glauben an mich. Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam. Indem er diese Begebenheit als Vergleichsfall heranzog, erzählte Bill sein eigenes Zeugnis: Wie er 1933 am Ohio getauft hatte, als das übernatürliche Licht erschien und eine Stimme sprach: „Wie Johannes der Täufer dem Ersten Kommen Jesu Christi voranging, wirst du Seinem Zweiten Kommen vorangehen.“ Dann berichtete er von der Nacht im Jahre 1946 als ihm ein Engel erschienen war und ihm mitgeteilt hatte, dass er dazu bestimmt sei, eine Gabe der Heilung zu den Menschen der Welt hinauszutragen. Wie Paulus einst, verkündete Bill: „Ich war der himmlischen Vision nicht ungehorsam.“

Während Bill noch sprach, schob ein Prediger seinen Stuhl vom Tisch, nahm seinen Mantel und ging raus. Dann folgte ein weiterer Prediger seinem Beispiel – dann noch einer und noch einer und noch einer, bis zehn Pastoren ihre Mäntel angelegt und in die Kälte hinausgelaufen waren. Gene Norman sackte vor Beschämung zusammen.

Er fühlte sich noch unbehaglicher, als er Bill zurück zum Motel brachte. Sein Gast fuhr in bedeutungsvoller Stille mit. Gene sagte: „Bruder Branham, ich möchte mich für die Unverschämtheit dieser zehn Männer entschuldigen.“ Bill wandte sich um und sagte: „Bruder Gene, liebst du mich?“ Von der Frage überrascht, antwortete Gene: „Möchtest du, dass ich es dir beweise, Bruder Branham?“

„Bruder Gene, wenn ich du wäre, würde ich von hier weggehen und nach Westen ziehen. Dieser Ort steht unter dem Strafgericht.“

Bill hatte noch eine Versammlung in Waterloo (Iowa). Am Sonntag, dem 2. Februar 1958, berichtete er seiner Zuhörerschaft von dem übernatürlichen Wind, der am Mittwochabend durch das Theater geweht war. Obwohl Gott schon viele Male in seinem Leben in Gestalt eines Wirbelwindes zu ihm gekommen war, hatte er nur einmal zuvor den übernatürlichen Wind so rauschen hören wie am letzten Mittwochabend. Dann erzählte Bill ihnen von seinem Angelausflug mit Banks und Lyle Wood, als der Geist Gottes wie ein mächtiger Wind von den Bergen herabgestoßen war und ihn dazu inspiriert hatte, Leben in den kleinen, toten Fisch hineinzusprechen.

Er sagte den Menschen: „Ich glaube fest, dass der nächste Schritt in meinem Dienst herannaht, der weit über dieses hier hinausgehen wird. Ist hier jemand, der sich an den Anfang meines Dienstes erinnert, als ich meine Hand auf die Menschen legte, und die Schwingungen der von Keimen verursachten Krankheiten fühlen konnte? Der Herr hat mir damals schon verheißen, dass wenn ich aufrichtig sein werde, ich eines Tages die Geheimnisse ihrer Herzen wissen würde. Heute kann jeder sehen, dass das geschehen ist. Jetzt sage ich euch, dass da etwas anderes bevorsteht, das sogar noch größer sein wird.“ Dann las er Lukas 17: 26-30:

Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird‘s auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes. Sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um. Desgleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten. An dem Tage aber, da Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird‘s auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbart werden.

Aus diesen Versen entnahm er drei wichtige Lektionen. Erstens, Lot kam aus Sodom heraus; zweitens, Noah ging in die Arche hinein. Diese beiden Männer symbolisieren, was Menschen heute unbedingt tun müssen: Aus den Weltsystemen herauskommen und in die Sicherheit Christi hineingehen. Für seine dritte Lektion nahm Bill die Tage Lots nochmals auf, indem er herausstellte, dass kurz bevor Sodom verbrannte, Abraham (er war Lots Onkel) einen ungewöhnlichen Besucher hatte. Bill sagte: „Ein Mann kam zu ihm. Es war ein Engel, kein Geringerer als der Allmächtige Gott, kundgetan in Gestalt eines Mannes. Abraham nannte ihn Herr, Elohim. Er war der Allmächtige Jahwe, angetan mit der Kleidung eines Mannes. Dieser Mann saß mit Seinem Rücken zum Zelt und sagte zu Abraham: ,Ich werde dich nächstes Jahr besuchen und Sarah wird einen Sohn haben.‘“

„Sarah war 90 Jahre alt. Als sie hörte, was dieser Mann sagte, lachte sie – nicht hörbar, sondern in ihrem Herzen. Der Engel, mit dem Rücken zum Zelt, sagte zu Abraham: ,Warum hat Sarah gelacht?‘“

„Welche Art von Telepathie war das? Schämt ihr Leute hier in Waterloo euch nicht? Derselbe Gnadenengel kommt jeden Abend in dieses Gebäude und vollführt dieselbe Sache. Es geschieht wiederum ehe Feuer und Vernichtung diese Erde verbrennen wird. Ebenso auch wie es in den Tagen Lots zugegangen ist … ebenso wird es auch an dem Tage sein, an welchem der Menschensohn sich offenbart. In Lots Tagen kam ein Engel zu Abraham mit einer Botschaft, und jener Engel konnte unterscheiden, was in Sarahs Herzen vor sich ging, selbst als sie hinter Ihm und in einem Zelt war.“

„Könnt ihr Menschen nicht die Natur dieses Geistes erkennen? Es war kein geringerer als der Geist Christi. Später, als Er in Gestalt des Herrn Jesus auf Erden war, vollführte Er dasselbe Zeichen, um zu beweisen, wer Er war. Derselbe ist heute hier und vollführt dasselbe Zeichen ehe Feuer und Zerstörung diese Welt verzehrt.“

Dies ist die erste aufgenommene Predigt, wo Bill Lukas 17: 30 als Text benutzte. Es sollte in den letzten Jahren seines Lebens für ihn ein Hauptthema werden. Am nächsten Vormittag packten Bill und Billy Paul ihre Kleidung in Bills Pick-up und machten sich auf den Heimweg nach Jeffersonville. Das Sturmwetter war vorüber und die Temperatur war leicht angestiegen. Schneepflüge des Bundesstaates Iowa hatten die Autobahnen geräumt und Salz gestreut. Billy Paul übernahm das Steuer, damit sein Vater, erschöpft vom Feldzug, ein Nickerchen machen konnte.

So müde er auch war, konnte Bill doch nicht schlafen. Still saß er da und schaute zu, wie Kilometer um Kilometer schneebedeckter Felder vorüberzogen. Bald darauf fühlte er die unsichtbare Gegenwart des Engels neben sich. Es bewirkte, dass sein Rückgrad steif und seine Hände taub wurden. Plötzlich verschwand der Pick-up. Bill fand sich hinter dem Lenkrad seines Autos wieder, wie er gerade in die Einfahrt seines Hauses einbog. Er musste auf der Straße anhalten, weil ein Haufen großer Steine seine Einfahrt blockierte. Hölzerne Vermessungspflöcke ragten parallel zur Straße entlang seiner Grundstücksgrenze aus dem Boden. Planierfahrzeuge und Straßenmaschinen rumpelten die Ewing Lane auf und ab. Auf beiden Seiten der Straße waren einige der Bäume gefällt und die Baumstümpfe ausgehoben.

Ein junger Mann fuhr mit seiner Planierraupe durch Bills Garten und betätigte die Lenkbremse – so dass die eine Kette weiterlief, während die andere Kette stillstand –, womit er die Richtung des Fahrzeugs immer wieder veränderte und zugleich Bills Garten weit außerhalb der durch Vermessungspflöcke markierten Linie zerwühlte. Als Bill aus dem Auto stieg, bemerkte er einen hölzernen Pflock, den man dort, wo er stand, in den Boden gehämmert hatte. Oben war der Pflock orange gestrichen.

Bill bedeutete dem Fahrer der Planierraupe, einmal herzukommen und mit ihm zu reden. Der junge Mann stieg von seinem Fahrzeug herab und ging zur Einfahrt hinüber. Bill fragte: „Was machen Sie da? Fahren Sie nicht so weit hier rein. Sie ruinieren meinen Garten.“

Der junge Mann schubste ihn nach hinten und höhnte: „So ist das mit euch Predigern. Ihr sagt den Leuten immer, was sie zu tun hätten.“ Die Aggressivität dieses Mannes überraschte Bill. „Ich habe Sie doch nur gefragt, warum Sie das hier machen. Sie kommen zu weit in meinen Garten rein.“ Der junge Mann schubste ihn erneut. Dann versuchte er, Bill ins Gesicht zu schlagen. Bills alte Boxreflexe blitzten auf und er zog seinen Kopf so schnell zurück, dass der Schwinger des Mannes fehl ging. Ohne nachzudenken, boxte Bill den jungen Mann so heftig, dass er zu Boden ging. Als der Mann aufstand, schlug Bill ihn wieder nieder. Der Mann stand ein zweites Mal auf und Bill streckte ihn ein drittes Mal nieder.

Jetzt erschien der Engel des Herrn, etwas nach rechts versetzt, hinter ihm. „Mach das nicht“, sagte der Engel. „Du bist ein Prediger.“

Bill schämte sich. Er hatte niemandem mehr einen Schlag versetzt seit seinen Tagen als professioneller Boxer, als er noch kein Christ gewesen war. Er half dem jungen Mann vom Boden auf, klopfte ihn ab und sagte: „Ich bin nicht wütend auf Sie. Ich will Ihnen nur zu verstehen geben, dass Sie so nicht mit mir reden können.“

Der Engel sagte: „Umgehe dies.“

„Wie?“, fragte Bill.

„Wenn du siehst, wie der Pflock in deinem Vorgarten beim Tor eingeschlagen wird, dann gehe nach Westen.“

Als er sich nach Westen wandte, sah Bill ein Pferdegespann vor einem überdeckten Wagen – die Art von Wagen, die die amerikanischen Pioniere einen Prärie-Schoner nannten. Seine Frau saß auf dem Vordersitz mit einer Haube auf dem Kopf, wie sie die Pioniere trugen. Ihre Kinder saßen hinten und schauten unter der Wagenplane nach draußen. Bill stieg hoch und setzte sich neben seine Frau. Indem er die Zügel aufnahm, sagte er: „Meda, ich habe ertragen, was ich nur ertragen kann.“ Dann drehte er das Pferdegespann westwärts und knallte mit den Zügeln. Als er das tat, verblichen die Pferde und der Planwagen veränderte sich zu einem Auto – seinem Ford Kombi.

Plötzlich war er zurück in seinem Pick-up, saß auf dem Beifahrersitz, schaute aus dem Fenster und betrachtete, wie die schneebedeckten Felder von Iowa vorüberglitten. Bei nächster Gelegenheit schrieb er die Vision in sein Visionenbuch. Sie sollte sich als bedeutsam erweisen.

Gene Norman nahm Bills Empfehlung, nach Westen zu ziehen, ernst. Binnen sechs Monaten verkaufte er sein Haus und Geschäft und siedelte mit seiner Familie nach Tucson (Arizona) um. Letztendlich sollte sein Umzug bei William Branhams eigenem Umzug nach Westen eine Rolle spielen.

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