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Übernatürlich

Übernatürlich – Buch 4

Etwas verfolgt ihn

1954

Als William Branham aus Indien nach Hause kam, verbrachte er fünf Tage im Bett. Alle seine Muskeln schmerzten. Er fühlte sich so müde, dass er sich kaum bewegen konnte und trotzdem hatte er Schlafprobleme. Das hing teilweise mit dem elfstündigen Zeitunterschied zwischen Jeffersonville und Bombay zusammen, welcher seinen Körper den Tag für die Nacht halten ließ. Niedriger Blutdruck und angespannte Nerven trugen jedoch ebenfalls zu seinem Unwohlsein bei. Schlimmer als all das war, dass sein Geist auf das Niveau seines Blutdrucks abgesunken war.

Neben seiner schwachen Gesundheit gab es so vieles, worüber er zu grübeln hatte. Ern Baxter war als Feldzugmanager zurückgetreten und die Armee hatte gerade Billy Paul einberufen. Schlimmer als diese beiden Dinge zusammen war das Gefühl, dass mit seinem Dienst etwas nicht stimmte. Er hatte nicht die Auswirkung, die er haben sollte. 1946 hatte ihm der Engel gesagt: „Wie Mose zwei Zeichen gegeben wurden, um zu beweisen, dass er von Gott gesandt war, werden auch dir zwei Zeichen gegeben werden.“ Eines der Zeichen, die Mose demonstrierte, war eine wundersame Heilung, bei der er seine aussätzige Hand in seinen Umhang steckte und sie, sichtbar zur Normalität wiederhergestellt, hervorzog. Mose hatte das Zeichen jedoch nur einmal zu zeigen brauchen, und danach folgten ihm die Israeliten den ganzen Weg zum verheißenen Land. Heute winkte Gott die Menschen zu einem geistlichen verheißenen Land, versuchte sie von menschengemachter Theologie hinweg zur Erkenntnis Jesu Christi, als Erfüllung des Planes Gottes, zu führen. Genau wie die Israeliten ihr verheißenes Land durch das übernatürliche Erlebnis erreichten, das Rote Meer auf trockenem Untergrund zu durchschreiten, genauso können Menschen in der heutigen Zeit dieses geistliche verheißene Land ausschließlich durch ein übernatürliches Erlebnis erreichen, indem sie mit Heiligem Geist getauft werden. Jesus sprach von diesem Land, als Er sagte: „Elia soll ja zuvor kommen und alles zurechtbringen.“ Petrus bezog sich darauf erneut in Apostelgeschichte 3, als er sagte: „Auf daß da kommen Zeiten der Erquickung von dem Angesichte des Herrn, und er senden wird den, der euch jetzt zuvor gepredigt wird, Jesus Christus, welchen der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge ...“

Bill glaubte, dass „die Zeit der Wiederherstellung“ da sei und er fühlte, dass sein Dienst die christliche Gemeinde in ihr geistliches verheißenes Land hätte führen sollen. Acht Jahre hatte er nun Amerika, Europa, Afrika und Asien durchquert, die Gegenwart Jesu bewiesen und die Kraft Christi demonstriert. Von den tausenden und abertausenden von Visionen, die er gesehen hatte, war seine Unterscheidung nicht einmal falsch gewesen – nicht einmal! Vollkommenheit kam nur von Gott. Warum konnten die christlichen Gemeinden nicht sehen, dass das Zeichen des Messias in ihrer Mitte war? Dies war ein Zeichen, das seit über 1900 Jahren nicht mehr auf Erden gewesen war. Es hätte ihre Aufmerksamkeit wie eine Kernexplosion einfangen sollen. Dieses Zeichen, in Verbindung mit der Staatsgründung Israels, hätte jedem Gläubigen sagen müssen, dass das Ende nahe war. Es hätte Christen dazu bringen müssen, Gott verzweifelt für die Taufe des Heiligen Geistes zu suchen. Es hätte in ihnen einen brennenden Eifer für das Wort Gottes erwecken sollen. Es hätte alle kirchlichen Führer veranlassen sollen, ihre Differenzen fallen zu lassen und als eine einzige gewaltige Armee für die Sache Christi zusammenzukommen. Kurz, dieses Zeichen des Messias hätte die christliche Gemeinschaft bis zu ihren Grundfesten erschüttern und sie wiederaufbauen sollen in das Bild Jesu Christi, dem Wort. Warum geschah von all dem nichts? Nachdem sie acht Jahre zusehen konnten, wie Jesus Christus sich selbst in ihrer Mitte zeigte, blieben die meisten Christen lauwarm. Starr und steif saßen sie in ihren Gemeinden, zufrieden mit ihren sozialen und missionarischen Gemeindeprogrammen, damit einverstanden, sich von ihren Führern sagen zu lassen, was sie zu glauben haben. Wo war die Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, von der Paulus sprach? Wo war die Gemeinde, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann, von der in der Offenbarung die Rede ist? Wo war die Liebe, die Verzweiflung, der Eifer und der Glaube der echten Gläubigen?

Entmutigung legte sich auf Bill wie eine erstickende Staubwolke. Der Engel hatte ihm gesagt: „Du wirst eine Gabe der göttlichen Heilung den Völkern der Erde bringen“, doch der Engel hatte nicht gesagt, wie er dabei vorgehen sollte. Auch hatte der Engel nichts Näheres darüber gesagt, wie er die beiden Zeichen benutzen sollte, die ihm gegeben waren, um zu beweisen, dass er von Gott gesandt war. Bill fragte sich, ob er seine prophetische Gabe falsch gebraucht hatte, indem er sie zu sehr auf göttliche Heilung konzentriert hatte. Schließlich erzielten Oral Roberts, Tommy Hicks, Tommy Osborn und viele andere Evangelisten annehmbare Ergebnisse in ihren Glaubensheilungs-Feldzügen, ohne dass sie übernatürliche Unterscheidung demonstrierten. Vielleicht würde – falls Bill seine Gabe strikt auf den prophetischen Bereich konzentrierte, und seinen Einfluss gebrauchte, Menschen fest auf das Wort Gottes zu gründen – vielleicht würde sein Dienst dann eine bleibende Auswirkung auf die christliche Gemeinschaft haben.

Während der vergangenen acht Jahre hatte Bill zumeist kurze Predigten gehalten, indem er Geschichten der Bibel und persönliche Erlebnisse erzählte, die den Glauben seiner Zuhörer soweit zu heben vermochten, dass sie während des Gebetsdienstes für ihre eigene Heilung glauben konnten. Da Menschen aus allen Glaubensgemeinschaften seine Feldzüge besuchten, beschränkte Bill sich beim Lehren auf einige wenige Grundlehren – wie Errettung, Glaube und göttliche Heilung –, sodass es weniger wahrscheinlich war, damit bei den Leuten Anstoß zu erregen. Je mehr er es bedachte, desto mehr fühlte er, dass sich diese Praxis jetzt ändern musste. Er musste die Menschen weiterbringen. Er musste ihnen den Unterschied zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen biblischer Lehre und menschlichen Traditionen lehren. Ihm war bewusst, dass er manche Leute vor den Kopf stoßen würde; vielleicht würde er sogar viele Leute vor den Kopf stoßen. Das ließ sich nicht vermeiden. Wenn sein Dienst einen bleibenden Einfluss auf die christlichen Gemeinde haben sollte, dann würde er tiefere Lehren predigen müssen, ungeachtet, wem es zum Anstoß wurde. Gott hatte ihn mit einem weltweiten Einfluss gesegnet. Diesen Einfluss wollte er nutzen, um Christen fest auf das Wort Gottes zu gründen. Dann würden sie nicht erst ein Wunder sehen müssen, ehe sich ihr Glaube wie ein Adler im Wind des Geistes Gottes hinaufschwang.

Aber zunächst einmal musste Bill sich selbst erholen. Die ständige Bürde seines Dienstes, besonders die von der Unterscheidung auf ihm lastende Anstrengung, hatte ihn wieder soweit ausgezehrt, dass seine Nerven bis zum Zerreißen gespannt waren. Ein Mann konnte nur ein bestimmtes Maß an Druck aushalten, ehe er zerbrach. Bill musste eine Zeit lang fort, um seine Kräfte aufzufrischen. Glücklicherweise war es Oktober, der Monat, den er sich stets für die Jagd freihielt. In wenigen Wochen würde er hoch oben in den Colorado Rockies kampieren, weit ab von all dem Gezerre der Mengen. Dort konnte er sich satt trinken an der Schönheit der rauschenden Bäche und inmitten der luftigen Gipfel einen klaren Kopf bekommen. Dort konnte er frei mit seinem Schöpfer reden und Frieden erleben. Solche Erlebnisse verjüngten ihn. Für den Rest des Jahres, sooft der Druck seines Dienstes zu groß erschien, schloss er oftmals die Augen und rief sich ein herrliches Bergtal in Erinnerung, das er besucht hatte und versuchte den Frieden, den er dort verspürt hatte, wieder einzufangen. In seiner momentanen jämmerlichen Lage, da er den ganzen Tag im Bett lag, dachte Bill an die Zeit, als er 1952 in Kanada jagen war. Er hatte weit im Norden British Columbias sein Lager aufgeschlagen, mindestens 150 Kilometer von der nächsten befestigten Straße entfernt. Zu Pferd hatte er Hochtäler erschlossen, die sich zwischen raue Bergwände zwängten. An einem Tag hatte er die Fährte eines großen Grizzlybärs verfolgt. Er hatte ihn nicht schießen wollen. Er hatte nur nahe genug herankommen wollen, um ein paar gute Fotos zu machen. Den ganzen Nachmittag über hatte er dem Bären durch das dichte Unterholz nachgespürt und hatte erst aufgegeben, als die Dämmerung es unmöglich gemacht hatte, der Fährte zu folgen. Es war ein langer Ritt zurück zum Lager gewesen. Vollmond hatte den Wald beschienen und seinem Pferd genug Licht verliehen, dass es sah, wohin es trat. An einer Stelle hatte der Pfad einen Bergkamm überquert und entlang einer Bergwand hinab durch ein altes Waldbrandgebiet geführt, wo vor Jahren ein Feuer gewütet und die Bäume abgetötet, jedoch nicht niedergebrannt hatte. Dort hatten die Bäume im Mondlicht aufgeragt, wie hunderte auf den Berghängen verstreute weiße Grabsteine. Als Bill das Waldbrandgebiet zur Hälfte durchquert hatte, hatte der Wind angehoben und durch die toten, erstarrten Äste geächzt, wie die Geister der alten Indianerkrieger. Es war der spukigste Ort gewesen, den er je gesehen hatte.

Er hatte sein Pferd auf einer Kuppe angehalten. Als er seinen Blick über den unheimlichen, mondbeschienenen Friedhof toter Bäume hatte wandern lassen, hatte er daran gedacht, was der Prophet Joel sagte: „Was die Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer, und was die Käfer übriglassen, das frißt das Geschmeiß.“ Diese geisterhafte Berglandschaft hatte Bill an viele kalte, formelle Gemeinden erinnert, die er gesehen hatte. Lass den Heiligen Geist einmal über sie dahinfluten wie ein mächtig brausender Wind – und sie bleiben vor Leichenstarre so steif, dass sie nur noch stöhnen können: „Die Tage der Wunder sind vorbei. Dies passt nicht in unser Programm. So etwas wie göttliche Heilung oder Propheten oder Visionen oder die Taufe des Heiligen Geistes oder die Gaben des Geistes gibt es nicht mehr.“

Bill hatte gedacht: „Herr, warum hast Du mich auf dieser Hügelkuppe angehalten? Gibt es hier eine Lektion, die Du mich lehren willst?“ Als er zu Boden geblickt hatte, hatte er neue Kieferntriebe bemerkt, die durch das Unterholz hervorgebrochen waren. Saftgrün und biegsam hatten sich diese jungen Sprösslinge hin und her bewegt und im Winde getanzt. Plötzlich hatte Bill ausgerufen: „Halleluja! Die benehmen sich, als hätten sie eine Heilig-Geist-Erweckung!“ Da war seine Lektion. Aus der Asche jener alten, toten Gemeinden verhieß Gott eine neue Ernte an Christen wachsen zu lassen, die Sein Wort in Seiner ganzen Kraft glaubten.

Am nächsten Tag hatte er im Lager den Rest der Prophezeiung Joels gelesen: „Fürchte dich nicht, Ackerland, nein, juble und freue dich! Denn der Herr vollbringt etwas Großes ... Und ich will euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken, Käfer, Geschmeiß und Raupen gefressen haben, mein großes Heer, das ich unter euch schickte. Ihr sollt genug zu essen haben und den Namen des Herrn, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat ... Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen; eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen ... Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf: die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen, wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden ...“ Ende Oktober 1954, nachdem er einige Wochen in den Colorado Rockies gejagt hatte, kehrte William Branham körperlich erholt, doch im Geiste noch immer bekümmert nach Hause zurück. Er hatte das Gefühl, als gäbe es da noch mehr, das er eigentlich tun sollte, aber er wusste nicht, was es war. Vielleicht war ihm nur bange, damit anzufangen, auf seinen Feldzügen mehr zu lehren. Am Sonntag, dem 24. Oktober 1954, während er in seiner Heimatgemeinde in Jeffersonville predigte, sagte Bill: „Viele von euch hier haben mich beobachtet, wie ich das Evangelium predigte, seit ich ein Jüngling war. Und ich bin von dem Evangelium, mit dem ich angefangen habe, kein Stück abgewichen. Ich lehre noch immer dasselbe, denn es wurde mir nicht durch irgendein Seminar vermittelt, noch wurde es mir von einem Menschen gelehrt. Es kam durch Offenbarung aus der Bibel. Das stimmt. Deshalb weiß ich, dass es von Gott kam und ich habe am Evangelium festgehalten.“

„Bereits vor vielen Jahren predigte ich die Wassertaufe auf den Namen Jesu Christi. Ich predigte die Reinigung der menschlichen Seele aufgrund des Blutes Jesu Christi durch Heiligung. Ich predigte die Taufe des Heiligen Geistes als eine Bestätigung oder Versiegelung des Volkes Gottes hinein in das Königreich. Ihr wisst, dass das stimmt. Ich lehrte göttliche Heilung. Ich lehrte das Zweite Kommen Jesu Christi. Ich lehrte die Fußwaschung und das Abendmahl als Sakramente der Gemeinde. Ich lehrte Heiligkeit vor dem Herrn. Ich lehrte all diese Dinge von Anfang an.“

„Ich habe auch gelehrt, dass die Zungenrede nicht der Beweis der Taufe des Heiligen Geistes ist. Singen, jauchzen, in Zungen sprechen, jedes dieser Zeichen kann zwar begleitend vorhanden sein, und doch sind sie keine unfehlbaren Beweise. Es gibt nur eine Person, die sagen kann, dass der Heilige Geist dort ist, und das ist Gott selbst. Er ist der Richter. Ich habe sie singen, jauchzen, und in Zungen sprechen gesehen, doch ihre Früchte bewiesen, dass sie es nicht hatten.“ Dies waren einige der Lehren, die er auf seinen Glaubensheilungs-Feldzügen lehren wollte. Indem er mehr Betonung auf solche grundsätzlichen Wahrheiten legte, erhoffte er sich eine größere und anhaltendere Wirkung seines Dienstes. Bills letzter Heilungsfeldzug 1954 sollte planmäßig am Freitagabend, dem 3. Dezember, in Binghamton (New York) beginnen. Er kam einen Tag vorher in Binghamton an und bezog sein Hotelzimmer. Am Freitagmorgen wachte er um sieben Uhr auf. Billy Paul schlief noch. Leise schlüpfte Bill aus dem Bett und blickte aus dem Fenster auf die Stadt. Der Straßenverkehr verschwamm ihm vor Augen, verschwand dann gänzlich, als er in eine Vision aufgenommen wurde. In der Vision hielt er eine Freiluft-Versammlung, doch er konnte nicht sagen wo. Die Leute, die durch die Gebetsreihe kamen, hatten schwarzes Haar und rötliche Haut wie die amerikanischen Indianer. Es war Nacht. Die Leute jauchzten und priesen Gott für ihre Heilung. Bill sah eine Frau durch die Gebetsreihe kommen, die ein Paar Socken in der einen Hand hielt und eine Krawatte in der anderen. Bill kam das merkwürdig vor. Dann löste sich die Vision auf und er befand sich wieder in seinem Hotelzimmer in Binghamton.

Er nahm sein Notizbuch zur Hand und schrieb die Vision nieder. Vor einigen Jahren hatte er begonnen, über seine Visionen Buch zu führen. Natürlich brauchte er keine Visionen aufzuschreiben, die er während der Gebetsreihen sah. Mehr und mehr wurden seine Versammlungen auf Tonband aufgenommen, was bedeutete, dass er sich diese Visionen ins Gedächtnis rufen konnte, indem er zuhörte, was er unter der Salbung gesagt hatte. Visionen aber, die er zwischen den Versammlungen sah, schrieb er nieder, damit er sie nicht vergaß. Diese eine aus Binghamton (New York) zeigte, warum das eine gute Idee war. Während der Feldzug voranschritt und die Unterscheidung sich vervielfachte, entfiel die Vision vom Freitagmorgen langsam seinem Gedächtnis, bis sie beinahe fort war – beinahe.

Zurück in Jeffersonville berichtete Bill seiner eigenen Gemeinde zwei Wochen später: „Mein nächster Feldzug wird am 12. Januar in Chicago beginnen, zuerst in der Philadelphia Church und dann werden wir in ein größeres Auditorium irgendwo in der Stadt wechseln. Danach werde ich westwärts nach Phoenix gehen, so der Herr es möglich machen wird.“

„Ich habe bitter nötig, dass ihr für mich betet – nicht für meine Gesundheit. Durch die Gnade Gottes bin ich, so weit ich weiß, heute Morgen bei bester Gesundheit. Dafür bin ich sehr froh und dankbar. Aber ich benötige geistliche Leitung. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich ein Versager bin. Etwas verfolgt mich unentwegt und sagt: ‚Ach, du bist zu nichts nutze.‘ Das mag stimmen, aber ich möchte mit dem, was ich habe, das Beste tun. Darum sehne ich mich nach mehr Leitung des Heiligen Geistes, die mich wissen lässt, was das Richtige ist, das ich tun muss. Denn wenn man 45 Jahre alt ist – wenn ich je in ein Alter kommen werde, in dem ich für den Herrn das Beste zu leisten im Stande bin, dann scheint es mir, dass es gerade jetzt sein sollte. Denn mit 45 hat man all die kindischen Dinge hinter sich gelassen und kommt zur Ruhe, wird grau – ihr wisst schon, man ist gereift. Es ist die Zeit im Leben, wenn ihr wirklich verankert und stark sein solltet – einfach auf dem Höhepunkt eures Lebens. Wenn ich je wissen werde, was ich besitze, dann scheint es, dass ich es jetzt wissen sollte. Und ich bin so dankbar für das, was Er mir in Seinen Evangelien gezeigt hat.“ „Doch irgendwie kann ich mich noch nicht zufrieden fühlen. Mich hungert nach mehr von Gott. Mir ist, als gäbe es da irgendetwas, das ich tun sollte und ich komme einfach nicht völlig dahin, es richtig zu tun. Es scheint mir, als gäbe es da draußen noch etwas anderes für mich zu tun. Ich kann es fast berühren, aber nicht ganz. Wenn ich nur diesen Punkt erreiche, wäre ich zufrieden.“ Am letzten Tag des Jahres 1954, während dem Silvestergottesdienst in seiner Heimatgemeinde, sagte Bill: „Heute Abend bin ich dankbar für das Wissen, dass der große Gott, der einst auf dem Sinai donnerte, der einst auf einem anderen Berge stand und die Seligpreisungen lehrte, der von den Toten auferstand – Er ist in unserer Mitte heute Abend. Er ist derselbe heute, der Er damals war. Und daran zu denken, dass der Gott des Himmels sich selbst so erniedrigen würde, um herabzukommen und mit armen Menschen wie uns zu verkehren, die von den Gütern dieser Erde nicht viel besitzen … Er liebte mich so sehr, dass Er hernieder kam und mich durch Seine Gnade errettete. Nichts, das ich verdient hätte, doch Er rettete mich, weil Er mich vor Grundlegung der Welt dazu vorherbestimmt hat, errettet zu sein – in Seinem eigenen Vorherwissen bevor es die Welt gab. Und jeder andere Mann und Frau, die errettet sind – für die tat Er genau dasselbe. Oh, welch eine wunderbare Sache.“

„Mein ganzes Herzensverlangen für dieses Jahr ist – so Gott mein Gebet hört: Ich möchte, dass das kommende Jahr das größte Jahr wird, das ich je in meinem Leben hatte. Ich habe jetzt, durch die Gnade Gottes, über eine halbe Million Seelen für Christus gewonnen. Ich hoffe, dass ich zu dieser Zeit im nächsten Jahr daraus eine volle Million gemacht habe, weil ich mich aufmachen möchte – so Gott will – wieder durch andere Länder zu ziehen, sobald wir finanziell dazu in der Lage sind.“

„Ich weiß, der Tag geht vorüber, die Stunden sind fast aufgebraucht. Dämmerung fällt, Freunde, und ich möchte alles tun, was ich kann, denn dies ist die einzige Zeit, in der du und ich je sterblich sein werden. Dies ist die einzige Zeit in der gesamten Ewigkeit, wo wir je das Vorrecht haben werden, jemanden für Christus zu gewinnen. Lasst uns alles tun, was wir nur können. Lasst uns jede Stunde, die wir nur irgend erübrigen können, zu Seiner Ehre verwenden. Das ist meine Absicht für das kommende Jahr. Durch Gottes Gnade und mit euren Gebeten werde ich es schaffen.“

Sein Dienst sollte sich ändern – und zwar dramatisch ändern, doch in einer völlig anderen Weise, als er es erwartet hatte.

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