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Übernatürlich

Übernatürlich – Buch 4

Linksschwenk am Michigan See

1952

Obwohl die Symptome am selben Tag verschwanden, als er geheilt wurde, konnte William Branham nicht sofort zurück an die Arbeit gehen. Nach seinem lebensbedrohlichen Kampf mit den Amöben war er geschwächt und ausgezehrt. Es sollten vier weitere Monate vergehen, ehe er sich kräftig genug fühlte, um seinen anstrengenden Terminplan mit den aufeinander folgenden Glaubensheilungs-Feldzügen wieder aufzunehmen.

Im April 1952 rief Fred Bosworth an und machte einen verlockenden Vorschlag. „Bruder Branham, in Baltimore bietet man uns das klimatisierte Auditorium für den ganzen Juli kostenlos an. Das Gebäude hat 10.000 Sitzplätze. Fünfhundert Prediger haben sich verpflichtet, die Versammlungen finanzieren zu wollen: Methodisten, Baptisten, Volles Evangelium – alle, die du dir nur vorstellen kannst. Fünfhundert von denen sind bereit zu kooperieren. Das kann man nicht übertreffen.“

„Wenn Gott mir aufträgt, dorthin zu gehen, dann will ich auch dort – und nur dorthin gehen. Aber bis jetzt fühle ich mich nicht geleitet, nach Baltimore zu gehen.“

Ein paar Tage später rief Ern Baxter an. „Überall im Land wünscht man, dass du kommst. So viele Städte fragen nach dir: Hammond, Zion, Chicago, Battle Creek, Minneapolis und San Francisco. Ich könnte deinen Terminkalender problemlos bis Ende 1952 füllen. Was gedenkst du also zu tun?“

„Momentan habe ich überhaupt keine Leitung.“

Baxter schlug vor: „Dann lass uns nach Chicago gehen. Man hat dort eine riesige Arena für dich bereit stehen.“

„Das klingt ganz gut.“

„Soll ich das festmachen?“

Bill zögerte: „Nein, warte besser noch ein Weilchen.“

An diesem Nachmittag ging Bill mit seiner Frau in ein Planetarium. Als er den künstlichen Nachthimmel betrachtete, der über die kugelförmige Decke glitt, stieß ihn der Heilige Geist an und sagte: „Bleibe zur Zeit von Chicago fern. Wende dich seitwärts nach Hammond und Zion.“ Als Bill nach Hause kam, rief er Ern Baxter an und bat ihn, Versammlungen in Hammond (Indiana) und Zion (Illinois) anzuberaumen.

Baxter sagte: „Das reicht aus für den Juli. Wohin willst du als Nächstes gehen?“ Bill sagte, er habe keine Leitung über Zion hinaus. Ern Baxter seufzte. „Bruder Branham, wir brauchen eindeutige Termine, um uns die großen Hörsäle überhaupt sichern zu können. Was ist mit Battle Creek?“

„Ich denke, das wird in Ordnung gehen. Ich habe zwei Orte, die ich nach Zion in Betracht ziehe: Battle Creek (Michigan) und Minneapolis (Minnesota). Ich tendiere ein wenig zu Battle Creek, da ich in Minneapolis zuvor schon gewesen bin. Mach aber keine langfristigen Zusagen.“

Ohne Bills Wissen rief Ern Baxter sofort seinen Kontakt in Battle Creek an und verpflichtete Bill zu einem Feldzug, der am 16. August beginnen und vierzehn aufeinanderfolgende Abende dauern würde.

Früh am nächsten Morgen träumte Bill, er sehe eine schlammige Welle auf ein Strandhaus zurollen, in welchem seine Frau schlief. Verzweifelt eilte er zu Medas Rettung und holte sie nur um Augenblicke früher heraus, ehe die riesige Welle das Strandhaus in Stücke zerschellen ließ. Schweißüberströmt wachte Bill auf. Er entspannte sich, als er seine Frau friedlich neben sich schlafen sah. Er dachte: „Meine Zeit, was für ein furchtbarer Traum. Ich möchte wissen, ob er etwas zu bedeuten hat.“

Dann, urplötzlich, saß er in einem Boot, das auf einem tiefen, blauen Wasser dahintrieb. Wie Tag und Nacht sich ähneln und sich doch voneinander unterscheiden, so ist eine Vision einem Traum ähnlich und doch anders. Träume sind Schatten der Wirklichkeit, die bei geschlossenen Augen in der Dunkelheit des Schlafes kommen und unscharfe Eindrücke hinterlassen, die schwer zu behalten sind. Eine Vision kommt bei weit geöffneten Augen, trifft die Sinne wie das Sonnenlicht und hinterlässt scharfgezeichnete Bilder im Gehirn. Nach Bills Empfinden, saß er wirklich in einem Boot auf einem See, der so groß war, dass die Ufer wie eine dünne Linie in der dunstigen Ferne aussahen. Er hörte ein Geräusch, als käme ein kleiner Motor heran: putt-putt-putt-putt. Er blickte nach hinten und sah eine schattige Form sich unter der Wasseroberfläche bewegen. Sie kam langsam auf das Heck des Bootes zu, doch kurz bevor sie es rammte, schwenkte sie nach links ab und schoss davon. Dann zog sie einen Kreis und kam erneut zum Heck seines Bootes, schwenkte im letzten Moment ab und schoss zu seiner Linken. Bill lehnte sich über den Rand seines Bootes, in der Hoffnung, dass er sehen konnte, was dieser eigenartige Gegenstand sei. Stattdessen sah er eine Straße unten im Wasser, die unter seinem Boot zu einem „T“ wurde: Eine Straße ging nach links, die andere nach rechts. Jetzt hörte er den Engel des Herrn sagen: „Dies sagt dir, dass du nach links schwenken sollst.“

Plötzlich war Bill zurück in seinem Zimmer, saß aufrecht auf seinem Bett und war hellwach. Er war durcheinander. Was war geschehen? Er hatte von seiner Frau geträumt und dann – war er etwa wieder eingeschlafen und hatte einen zweiten Traum gehabt? Es schien lebendiger als ein Traum gewesen zu sein. Die Bilder sprühten vor Klarheit, als wäre er tatsächlich dort auf dem See beim Segeln gewesen. Doch wenn es eine Vision war, was bedeutete sie dann? Sie schien keinen Sinn zu ergeben. Er überdachte das Erlebnis eine lange Zeit, versuchte es zu verstehen und gab doch schließlich auf.

Nach einer siebenmonatigen Unterbrechung nahm William Branham seinen evangelistischen Dienst am 23. Juli 1952 wieder auf, beginnend mit einem ehrgeizigen achttägigen Glaubensheilungs-Feldzug in Hammond (Indiana). In Amerika für die Kranken zu beten, war anders als es in Afrika gewesen war, wo das Sehen eines einzigen Wunders hunderte von Menschen inspirieren konnte, Christus für die eigene Heilung zu glauben. In Afrika war seine Arbeit leichter gewesen, weil der Engel ihm gesagt hatte, wenn er die Menschen dahin bringen konnte, ihm zu glauben, nichts seinem Gebet widerstehen konnte, nicht einmal Krebs. Seine Gabe zu gebrauchen, war zwar trotzdem so anstrengend wie ein Marathonlauf, aber in Afrika hatte er zumindest das Gefühl, er laufe auf trockenem Grund. In Hammond für die Kranken zu beten, war, als laufe man durch knietiefes Wasser. Die Menge schien der übernatürlichen Unterscheidung gegenüber allgemein kalt und reserviert zu sein. Obgleich viele Leute genug Glauben hatten, um geheilt zu werden, fühlte Bill immer wieder Skepsis von der Zuhörerschaft durchsickern. Am Anfang der Gebetsreihe kam eine Frau nach vorne, die gesund und kräftig aussah. Bill sagte: „Da Sie die Erste heute Abend sind, möchte ich mit Ihnen einen Augenblick sprechen. Ich glaube, wir sind einander fremd, oder?“

„Ja.“

„Sie und ich haben beide einen menschlichen Geist. Wenn diese Salbung über mich kommt, ist das auch ein Geist. Das ist der Engel des Herrn, welcher ein von Gott gesandter Botschafter ist. Sie ist ein Teil Gottes, eine Eigenschaft Gottes, eine Gabe Gottes, die gesandt ist, um Ihnen zum Segen zu sein. Wenn Sie einen Geist des Unglaubens haben, kann sie Sie nicht segnen. Wenn Ihr Geist willig ist, dann sagt sie Ihnen vielleicht etwas und segnet Sie.“ „Sie sind sich bewusst, dass etwas vor sich geht. Es ist Seine Gegenwart, der Engel des Herrn, der in diesem Augenblick nur ein paar Schritte von mir entfernt steht. Ja, meine Schwester, du leidest an Kopfschmerzen. Vor kurzem hast du in einem Sessel gesessen und hast gelesen, als dieser Kopfschmerz auftrat. In der Vision sehe ich, wie du dir den Kopf reibst. Ach, du hast mein Buch gelesen. Du hast gedacht: ,Wenn ich zu den Versammlungen gehe und ihn für mich beten lasse, werden diese Kopfschmerzen vielleicht weggehen.‘ Deine Kopfschmerzen werden von einem Frauenleiden verursacht. Ich weiß, dass dir andere Dinge gesagt wurden, aber das ist falsch. Der Arzt hat sich geirrt. Damit du weißt, dass ich Gottes Prophet bin, werde ich dir noch etwas anderes sagen: Du gehörst zu der Kirche, die sich Christliche Wissenschaft nennt. Ich sehe dich in einem Hörsaal der Christlichen Wissenschaft. Stimmt das? Wenn ja, dann hebe bitte deine Hand.“

Als sie ihre Hand hob, sah Bill ein Blitzlicht um sie herum. Er beugte sein Haupt und betete, öffnete dann seine Augen und hob noch gerade rechtzeitig den Kopf, um zu sehen, wie das Licht des Engels von ihm fort glitt, hinaus über die Zuhörerschaft.

„Entschuldigung, etwas passiert hier. Ich schaue gerade eine Vision über jemanden, der seinen Kopf in derselben Weise hält, jedoch ist es eine farbige Frau.“ Bill zeigte hin und sprach, während sich die Vision vor seinen offenen Augen entfaltete. „Es ist die Frau mit der gelben Bluse, die genau dort drüben sitzt. Haben Sie nicht Stirnhöhlen-Kopfschmerzen? Wenn das stimmt, stehen Sie auf. Glauben Sie an den Sohn Gottes, Jesus Christus? Im Namen des Herrn Jesus Christus erbitte ich den Segen Gottes für Sie, dass diese Kopfschmerzen Sie verlassen und nie wieder kommen.“

Bill wandte sich zur Zuhörerschaft und sagte: „Jeder Skeptiker hier drinnen sollte sich etwas schämen.“

Dennoch ließen die Skeptiker nicht von ihrem Unglauben ab. Später erfuhr Bill, dass ein anderer Evangelist vor kurzem in Hammond gepredigt hatte und die Version, die dieser Mann über göttliche Heilung vertrat, hatte bei den Menschen eine ablehnende Haltung bezüglich Heilung hervorgerufen. Viele in der Menge vermuteten, dass die Unterscheidung nichts weiter sei als ein Trick, der mit den Gebetskarten zusammenhing. Am Dienstagabend gab Billy Paul 100 Gebetskarten aus. Als der Geist jedoch herabkam, drängte Er Bill, diese Karten zu ignorieren und stattdessen die Kranken ohne Gebetskarte zu bitten, ihre Hände zu erheben. Er bestimmte einige Sitzreihen mit Leuten, die keine Gebetskarte besaßen und bat diese Männer und Frauen, eine Gebetsreihe zu seiner Rechten zu bilden.

Als Erste in der Reihe schlurfte eine ältere Frau die Stufen zur Plattform hinauf. Bill sagte: „Sie haben keine Gebetskarte. Sie sind hier heute Abend bloß hereingekommen und haben sich hingesetzt und sind ein wenig überrascht, dass ich Sie aufgerufen habe. Ich bin nur dein Bruder. Ich sagte „Bruder“, weil du ein Christ bist. Das weiß ich, weil ich das freundliche Willkommen deines Geistes spüre. Ich spreche zu dir wie unser Meister es mit der Frau am Brunnen tat, als Er sagte: ,Bring mir zu trinken.‘ Er wollte eine Unterhaltung mit ihr beginnen, damit Er ihren Geist erfassen konnte. Wenn ich deinen Geist erfasse, setzt die Vision ein. Dann kann ich nur sagen, was ich sehe. Aber wenn ich dir sagen kann, was dir fehlt, wirst du mir dann glauben, Sein Prophet zu sein?“ „Ich sehe, dass du in letzter Zeit erschüttert wurdest. Etwas ist passiert, das dich schwer erschüttert hat. Mehrere Dinge sind bei dir nicht in Ordnung: Du bist blutarm, hast ein Frauenleiden und bist seit längerem nervös. Doch was du wirklich fürchtest, das ist der Krebs. Du fürchtest, er wird dir das Leben nehmen … und er wird dein Leben nehmen, wenn Gott dir nicht Erbarmen erweist. Wenn das stimmt, dann hebe deine Hand vor den Leuten.“

Sie hob die Hand. Wieder konfrontierte er die Skeptiker. „Und ihr, die ihr dachtet, ich sei ein Schwindler und dachtet, es sei Telepathie, und dass ich diese Dinge von den Gebetskarten ablese – schämt ihr euch nicht? Gott wird sich deswegen noch mit euch befassen. Möge Gott eurer sündigen Seele gnädig sein.“ Er wandte sich wieder der Frau zu, beugte sein Haupt und betete im Namen Jesu Christi für ihre Heilung. „Nun, meine Schwester, gehe nach Hause und vergiss den Krebszustand völlig, du wirst gesund werden.“

Von da an verpuffte die Skepsis unter den Zuhörern in die heiße Julinacht. Für den Rest der Woche bewegte sich der Geist Gottes in Hammond mit Freimütigkeit. Bill war vom Glaubensfortschritt der Zuhörer so beeindruckt, dass er in einer Versammlung ein Experiment wagte, um zu sehen, für wie viele Menschen er an einem Abend beten konnte. Er hoffte, dass er für einhundert oder mehr beten konnte und dass ihr Glaube groß genug sein würde, dass sie ihn nicht in Visionen hineinziehen würden. Dennoch erschienen genügend Visionen, dass Bill, nachdem 78 Menschen durch die Gebetsreihe gekommen waren, vor Erschöpfung zusammenbrach.

Am nächsten Morgen fühlte er sich stark genug, den Feldzug fortzuführen, doch war er klug genug, so etwas nicht öfters auszuprobieren, da sein Körper dieser Anstrengung nicht gewachsen war. Visionen tauchten unerbeten auf. Er konnte sie weder herbeilocken, noch ihnen wehren. Wenn ausreichend Glaube an seiner Gabe zog, erging die Unterscheidung. Sein Körper konnte das jeden Abend etwa eine halbe Stunde lang aushalten, nicht länger. Zu viel Zeit in der anderen Dimension verbracht, konnte ihn töten, wie es das 1948 beinahe auch getan hatte. Dennoch war er froh, das Experiment gestern Abend gewagt zu haben. Jetzt wusste er, dass er weiterhin Gebetskarten verwenden musste, um die Anzahl an Menschen zu beschränken, für die er im Verlaufe eines Gottesdienstes betete. Wenn die Zuhörerschaft nicht glaubte, nachdem sie der übernatürlichen Unterscheidung in der Gebetsreihe zugesehen hatte, gab es nichts, das Bill (oder in dieser Angelegenheit, Gott) sonst noch für sie tun konnte.

Im August begann William Branham seinen Feldzug in Battle Creek (Michigan), einer kleinen, 40.000 Einwohner zählenden Stadt am Ostufer des Michigan Sees. Nach ein paar Versammlungen war er perplex. Die Gabe Gottes wirkte auf vollkommene Weise, doch wie in Hammond schienen die Christen in Battle Creek ihre Bedeutung nicht zu ergreifen, weshalb ihr Glaube schwach blieb. Im Gegensatz zu Hammond konnte Bill hier in Battle Creek jedoch seinen Finger nicht auf das Problem legen. Vielleicht war er einfach nur verwöhnt durch die Begeisterung, die er in Südafrika gesehen hatte. Er sagte zu Ern Baxter: „Etwas stimmt nicht. Ich weiß nicht, was es ist, doch ich will es herausfinden. Morgen Nachmittag werde ich hinaus in die Wälder gehen und darüber beten, bis ich Bescheid weiß.“

Am nächsten Morgen fuhr er hinaus zu einem abgelegenen Platz an einem See, wo er ungestört beten konnte. Er kniete inmitten von wildem Wein unter einer majestätischen Eiche und verlor sich bald im Gebet. Plötzlich war er draußen auf dem See in einem kleinen Motorboot. Sein Motor machte putt-putt-putt auf seinem Weg nach Norden, parallel zum östlichen Ufer. Dann schwenkte das Boot nach links in Richtung des westlichen Ufers des Sees. Der Engel des Herrn erschien an seiner Seite und sagte: „Schließe deine Versammlungen in Battle Creek und schwenke auf der Stelle seitwärts nach Minneapolis.“ Der Engel verblich und einen Augenblick später war Bill wieder zurück am Ufer, auf seinen Knien unter der schattigen Eiche.

Jetzt verstand Bill die Vision, die er im April zu Hause gesehen hatte. Damals hatte er darüber gebetet, ob er Battle Creek (Michigan) oder Minneapolis (Minnesota) besuchen sollte. Die klaren blauen Wasser seiner früheren Vision repräsentierten den Michigan See. Wenn er eine Karte der Gegend betrachtet hätte, hätte Battle Creek zur Rechten des Michigan Sees und Minneapolis zur Linken gelegen. Die ganze Zeit über hatte Gott gewollt, dass er nach links schwenkt, doch aus irgendeinem Grund hatte er es nicht verstanden. Jetzt war er in Battle Creek entgegen dem Willen des Herrn. Am Schlimmsten war, dass sein Manager einen zweiwöchigen Feldzug anberaumt hatte und noch acht Tage ausstanden. Sich aus dieser Verpflichtung zu lösen, würde schmerzhaft werden. Sobald Bill zum Hotel zurückgekehrt war, berichtete er seinem Manager, was er tun musste. Zunächst dachte Ern Baxter, er mache Spaß. Als er endlich erkannte, dass Bill es ernst meinte, bat Baxter Reverend Floyd, den lokalen Prediger, der den Battle Creek Feldzug koordinierte, zu einer Besprechung. Bill erklärte seine Vision und was er tun musste.

Verständlicherweise war Reverend Floyd beunruhigt. „Bruder Branham, ich glaube, dass Gott wollte, dass wir die Versammlungen in Battle Creek anberaumen.“

„Das stelle ich dir nicht in Abrede. Ich weiß nicht, warum ich das nicht aufgrund einer Vision damals im April erkannt habe, als ich noch zu Hause war, aber jetzt tue ich es. Und jetzt muss ich dem gehorchen, was Gott mich zu tun heißt.“ „Bruder Branham“, sagte Ern Baxter, „wir haben vierzehn Gemeinden in diesem Feldzug zusammengebracht. Wir müssen auf alle diese kooperierenden Prediger Rücksicht nehmen.“

„Das stimmt, wir müssen Rücksicht nehmen –“, Bill hielt inne. Er fühlte den Engel des Herrn nahe. Plötzlich erkannte er, dass dies ein Test war. Gott hatte zugelassen, dass er keine Klarheit über die Vision hatte, damit er in diese Zwangslage geriet, die derjenigen ähnelte, der er in Südafrika begegnet war: Die Prediger verlangten Rücksichtnahme und sein Manager sympathisierte mit der Predigergruppe. Gott hingegen hatte ihm geboten, etwas anderes zu tun. „Brüder“, sagte er, „ich liebe euch. Aber der Heilige Geist heißt mich hinüber auf die andere Seite des Sees zu gehen und ich werde gehen. Ich werde nicht denselben Fehler machen, den ich in Südafrika gemacht habe, indem ich warte, bis etwas passiert. Ich muss Gott gehorchen.“

„Bruder Branham“, versetzte ein enttäuschter Prediger am Tisch, „du beanspruchst, ein Fundamentalist zu sein. Wo findet man so etwas je in der Schrift?“ „Es ist drin“, antwortete Bill ruhig. „Philippus hielt eine Erweckung in Samaria und der Heilige Geist rief ihn davon fort und sandte ihn zu einem einzigen Mann hinaus in die Wüste. Dieser eine Mann nahm das Evangelium mit zurück nach Äthiopien.“ Reverend Floyd runzelte die Stirn. „Ich verstehe nicht, warum Gott es möglich machen würde, diese Versammlungen auf die Beine zu stellen und dich dann fort sendet, nachdem du hierher gekommen bist.“

„Bruder Floyd, was Battle Creek braucht, ist eine gute altertümliche Heilig-Geist-Erweckung, keinen Heilungsfeldzug. Eine Erweckung würde die Menschen erneut geistlich ausrichten. Da die Versammlungen nun einmal alle festgesetzt sind – warum lasst ihr nicht einen Erweckungsprediger meinen Platz einnehmen?“

Floyd zuckte mit den Schultern. „Hm, die Christen werden das vielleicht verstehen, aber ich weiß nicht wie es mit den übrigen ist.“ Im Raum war es einen Moment still. Dann sah Bill das übernatürliche Licht über Floyds Kopf lodern. Er sagte: „Bruder Floyd, gerade jetzt denkst du an die Zeit, als der Prophet Jesaja vor den König Hiskia trat und ihm sagte, Gott habe sein Gebet gehört.“ Floyd hob die Augenbraue. „Bruder Branham, das stimmt.“

„Die Bestätigung“, sagte Bill. „Der Heilige Geist ist hier, um zu beweisen, dass dies die rechte Sache ist, die getan werden soll.“

„Aber wie konntest du wissen, was ich dachte?“

„Bedenke, dass die Bibel sagt: Jesus merkte ihre Gedanken. Es ist derselbe Heilige Geist.“

Zögerlich stimmten die Geistlichen zu, einen Erweckungsprediger für den Rest des Feldzugs einzuladen. So schwer es auch war, seine Sponsoren zu enttäuschen, fühlte Bill gut dabei, dass er seinem Herrn gehorchte. Südafrika war eine Lektion, die er niemals vergessen würde.

An jenem Abend, nachdem Bill seinen Zuhörern in Battle Creek erklärt hatte, warum er den Feldzug so früh verließ, sagte er: „Ihr mögt dies nicht verstehen, aber ich liebe euch mit unsterblicher christlicher Liebe. Und Gott weiß, dass dies die Wahrheit ist. Wenn ich wüsste, dass es Sein göttlicher Wille sei, würde ich für die nächsten sechs Wochen in dieser Stadt bleiben, bis eine Erweckung die ganze Stadt erfassen würde. Ich bin bereit, aber ich muss in Seinen Händen flexibel sein und exakt das tun, was Er mir sagt, zu tun.“

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