Blaue Bücher

Übernatürlich

Übernatürlich – Buch 3

Die Fort Wayne Phänomene

1949

William Branham nahm die Ratschläge seiner Manager an und kehrte langsam und sachte in seinen Dienst zurück mit der Vorsicht eines Mannes, der eine harte Lektion gelernt hatte. Obwohl er zahlreiche eintägige Versammlungen in 1949 hielt, setzte er nur wenige mehrtägige Feldzüge an: Regina (Saskatchewan), Windsor (Ontario), Beaumont (Texas), Zion (Illinois), Minneapolis (Minnesota) und schließlich im späten Herbst drei Abende in Fort Wayne (Indiana).

Meda begleitete ihn nach Fort Wayne und brachte auch ihre drei Jahre alte Tochter Becky mit. Margie Morgan kam ebenfalls als Krankenschwester mit, um den Kranken zu helfen und sie zu ermutigen, während sie in der Gebetsreihe warteten. Drei Jahre war es her, seit Margie von Krebs geheilt worden war. Als Bill sie zum ersten Mal sah, wog sie ungefähr 25 Kilogramm. Jetzt wog sie 70 und fühlte sich ausgezeichnet. Am ersten Abend in Fort Wayne drängten sich über 5.000 Menschen in ein Theater im Stadtzentrum. Wie gewöhnlich sprach Bill zum Publikum über den Glauben in das vollbrachte Werk Jesu Christi. Er erklärte den Prozess der göttlichen Heilung und betonte ihre schriftgemäße Grund lage. Er erwähnte seinen Auftrag. Er beschrieb die beiden Zeichen und erklärte so gut er nur konnte, wie jedes dieser Zeichen wirkte. Dann beschrieb er die Vision, die er von einem toten Jungen gesehen hatte, der wieder atmen würde. Er legte ihnen nahe: „Schreibt es auf das Vorsatzblatt eurer Bibel. Wenn es dann geschieht, werdet ihr wissen, dass ich euch die Wahrheit sage.“

Eine Atmosphäre des Argwohns breitete sich in der Halle aus. Als Bill den Engel des Herrn erwähnte, sah er, wie viele Zuhörer sich ungläubig ansahen. Bill nahm an, dass diese Leute gesund waren. Die Kranken würden so begierig nach Hilfe sein wie die Hungrigen nach Nahrung. Während die Ordner halfen, die Gebetsreihe aufzustellen, spielte eine junge Frau in einem weißen Kleid auf einem Flügel am Fuß der Platt form. Mit Meisterhänden erfüllte sie das Auditorium mit dem alten Kirchenlied: „Der große Arzt ist jetzt uns nah.“

Der erste Kranke in der Gebetsreihe war ein kleiner Junge, der durch Kinderlähmung verkrüppelt war. Howard Branham brachte ihn auf die Plattform, sodass die Mutter auf ihrem Platz bleiben konnte. Indem er das hilflose Kind in seine Arme nahm, beugte Bill sein Haupt und betete: „Himmlischer Vater, ich bitte Dich um Barmherzigkeit – “ Plötzlich sah Bill ein blendendes Licht. Zuerst nahm er an, dass der Gebäudea ufseher einen Scheinwerfer auf ihn gerichtet hatte. Bill dachte: „Das gehört sich nicht. Selbst wenn der Aufseher diese Versammlungen nicht gutheißt, sollte er so etwas nicht machen.“ Bill schielte in Richtung Empore und hoffte, er könnte dem Aufseher einen Wink geben, es ausz uschalten. Dann erkannte er, dass es kein Scheinwerfer war. Es war der Engel des Herrn, der von der Decke herabs chwebte und heller strahlte als gewöhnlich. Jetzt konnte Bill jenes kennzeichnende Geräusch eines mächtigen Windes hören: whoossssh. Der Engel kam geradewegs zur Plattform herunter. Bill hat nie gewusst, was als Nächstes geschehen war – ob er das Kind hatte fallenlassen, oder ob es aus seinen Armen gesprungen war. Der Junge landete mit beiden Füßen auf dem Boden, die nun so normal waren, wie sie nur sein konnten. Aufgeregt schreiend rannte der Bursche zu der Treppe, die von der Bühne herunterführte. Seine Mutter schrie und sprang mit ausgestreckten Armen von ihrem Sitz auf, um ihren Sohn auffangen zu können, falls er fiel. Dann sah auch sie den Stern ... und fiel in Ohnmacht.

Als die junge Frau am Flügel dies sah, warf sie ihre Hände hoch über ihren Kopf in die Luft und schrie. Auf übernatürliche Weise bewegten sich die Tasten von alleine auf und ab und spielten dasselbe Lied weiter:

Der große Arzt ist jetzt uns nah, der liebe, teure Jesus.

Er ist mit seinem Troste da, kein Heil ist außer Jesus Die junge Pianistin stand auf (mit ihren Armen noch immer zum Himmel erhoben) und begann das Lied in einer anderen Sprache zu singen, während der Flügel sie von alleine begleitete. In ihrem weißen Kleid, mit ihrem langen blonden Haar, das über ihren Rücken herunterfiel, sah sie aus und hörte sich an wie ein Engel.

Diese beiden Wunder zu sehen, brannte überall in der Zuhörerschaft Überzeugung in die Herzen. Siebenhundert Menschen drängten sich in die Gänge und versuchten nach vorne zu kommen, um ihr Leben Jesus Christus zu übergeben. Da vorne nicht genügend Platz für so viele war, knieten die meisten in den Gängen nieder und weinten: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“

Als die Gebetsreihe schließlich wieder aufgenommen wurde, führten zwei Männer einen alten, blinden Mann zum Gebet auf die Bühne. Bill fragte ihn: „Glauben Sie, dass das, was ich sage, die Wahrheit ist?“ „Ja, das tue ich“, erwiderte er.

Dann offenbarte die Vision den Sieg. Bill sagte: „Sie heißen John Rhyn. Sie sind katholisch. Sie leben in Benton Harbor, wo Sie an einer Straßenecke Zeitungen verkaufen. Sie sind seit ungefähr 20 Jahren blind. So spricht der Herr: ‚Sie sind geheilt‘.“

Rhyn kratzte sich am Kopf. „Aber ich kann noch immer nicht sehen.“ „Das hat damit nichts zu tun. Sie sind geheilt. Ich habe es durch die Vision gesehen, und die Visionen versagen nie.“

John Rhyn dankte ihm und wurde weggeführt. Später am Abend führten dieselben Männer John Rhyn ein zweites Mal durch die Gebetsreihe. Rhyn sagte: „Herr Branham, Sie sagten mir, ich sei geheilt.“ „Und Sie sagten mir, Sie glauben mir“, konterte Bill.

„Ich glaube Ihnen ja. Sie haben mir Dinge über mein Leben gesagt, die Sie unmöglich von sich aus wissen konnten. Ich habe also keinen Grund, Ihnen nicht zu glauben. Ich weiß nur nicht, was ich jetzt tun soll.“ Bill sah, dass der Mann eine Hilfe brauchte, damit sein Glaube stark blieb. „Wiederholen Sie einfach: ‚In Seinen Striemen bin ich geheilt‘, und legen Sie überall Zeugnis davon ab, dass der Herr Sie geheilt hat. Es wird geschehen, denn es ist ,so spricht der Herr‘.“

Am zweiten Abend des Feldzugs saß John Rhyn auf der Empore. Während der Predigt stand er ab und zu auf und rief: „Preis sei dem Herrn für meine Heilung!“ obwohl er immer noch nicht sehen konnte. An jenem Abend kam eine Frau durch die Gebetsreihe, die ein Mädchen mit sich führte, das einen Fuß in Gips hatte. Als Bill den Gips sah, sagte er: „Das Kind hat einen Klumpfuß, nicht wahr? Schwester, wirst du tun, was ich dir sage?“ Die Frau bejahte es. Sogar ohne für das junge Mädchen zu beten, unterwies Bill die Mutter: „Gehe nach Hause und nimm dem Kind heute Abend den Gips ab. Du wirst sehen, dass ihr Fuß normal sein wird. Bringe sie morgen Abend wieder her und bezeuge, welch große Tat Jesus Christus getan hat.“

Das herausragendste Wunder jenes zweiten Abends geschah, als Jesus Christus einem blinden Mädchen ihr Augenlicht wiedererstattete. Und doch war jede Heilung, ob eindrucksvoll oder unscheinbar, für die jeweilige Person, die sie empfing, von besonderer Bedeutung – wie die Heilung eines schielenden Mädchens, das keine Gebetskarte bekommen konnte. Als die Gebetsreihe halb durch war, ging das Mädchen zurück ins Foyer, wo Frau Bosworth christliche Literatur verkaufte. Frau Bosworth sah das Mädchen weinen und fragte sie, was los sei.

„Ich habe gerade gesehen, wie ein schielendes Mädchen auf der Bühne geheilt wurde“, schluchzte das Mädchen. „Wenn ich nur in die Gebetsreihe kommen könnte, dann könnte auch ich geheilt werden. Aber ich komme an keine Gebetskarte.“

Als Frau Bosworth merkte, wie stark sie schielte, wurde sie von Mitleid ergriffen. Sie sagte zu dem Mädchen: „Du brauchst keine Gebetskarte, Schwester. Du musst nur Glauben haben. Weißt du, was du tun solltest: Geh wieder hinein, wo du Bruder Branham sehen kannst und glaube von ganzem Herzen, dass die Unterscheidung eine von Gott gegebene Gabe ist. Ich versichere dir, dass er dich in wenigen Minuten aufrufen wird.“ Auf der Bühne hatte Bill diesem Mädchen den Rücken zugewandt und betete für jene aus der Gebetsreihe. Als Bill einen starken Zug des Glaubens hinter sich spürte, drehte er sich in ihre Richtung und suchte im hinteren Teil des Gebäudes nach der Ursache. So viele Menschen zogen an ihm, es war schwer, einen bestimmten herauszufiltern. Doch er spürte, dass jemandes Glaube sich auf eine höhere Ebene emporgeschwungen hatte. Dann erspähte Bill sie. Er sprach ins Mikrofon: „Die junge Dame mit dem grünen Mantel, die dort weit hinten sitzt. Du schielst, nicht wahr? Fürchte dich nicht länger, Jesus Christus hat dich geheilt.“ Augenblicklich geschah es.

Als der Gebetsgottesdienst endete, fühlte Bill sich schwindlig vor Erschöpfung. Er wankte von der Bühne zu einem Raum, der für das Publikum verborgen hinter einem Seitenvorhang lag.

Ein Baptistenprediger namens Dr. Pedigrew wartete dort, um mit ihm zu reden. „Herr Branham, Ihre Grammatik ist die schlechteste, die ich je bei einem öffentlichen Redner gehört habe. Und dabei vor so großen Menschenmengen zu stehen, wie Sie es tun – es ist schrecklich!“ Bill hatte mit Dr. Pedigrew schon zuvor gesprochen und er wusste, dass dieser Mann wie ein Diplomat sprach, geschliffen und präzise. „Ja“, stimmte Bill milde zu, „ich weiß, dass meine Grammatik schlecht ist. Ich bin das älteste von zehn Kindern, und mein Vater wurde krank, als ich noch ein Junge war. Deshalb musste ich arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen.“

„Das ist keine Entschuldigung“, beharrte Dr. Pedigrew. „Jetzt sind Sie ein Mann. Sie könnten einen Fernkurs belegen und Ihre Grammatik aufbessern.“

„Ich weiß nicht recht. Jetzt, wo der Herr mich in dieses Werk gerufen hat, verbringe ich all meine Zeit im Gebet für die Kranken. Ich habe nicht viel Freizeit.“

„Es ist eine Schande“, schalt Dr. Pedigrew. „Alle jene Tausende von Menschen, die Ihnen zuhören, wie Sie Worte wie hain’t, fetch und tote verwenden.“ „Ach, die scheinen mich aber ganz gut zu verstehen.“

„Darum geht es nicht. Diese Menschen sehen in Ihnen eine Führungs person. Sie sollten ihnen vorführen, was richtig ist. Zum Beispiel sagten Sie heute Abend: ,All ihr Leute, die ihr zum pole-pit kommt‘.“ „Ja, stimmt da was nicht?“

„Nein, nein, nein. Es heißt pulpit, nicht pole-pit. Die Leute würden Sie mehr schätzen, wenn Sie die korrekte Aussprache benutzen würden.“ Erschöpft von der Anspannung während der Unterscheidung, hatte Bill nicht die Kraft, dies weiter zu diskutieren. „Die Menschen dort draußen kümmert es nicht, ob ich pole-pit oder pulpit sage. Sie wollen, dass ich einen guten Lebenswandel führe und das hervorbringe, wovon ich rede. Ich unterstütze nicht das Ungebildetsein, das seinen Teil zu den Missständen dieser Welt beigetragen hat. Andererseits glaube ich nicht, dass ein Mensch eine gute Bildung benötigt, um Jesus Christus zu kennen und das ewige Leben zu besitzen.“

Gerade rechtzeitig tauchte Ern Baxter auf und rettete ihn. Während Baxter Bill und seine Familie zurück zum Indiana Hotel fuhr, fragte er: „Bruder Branham, warum hast du nicht für das kleine Mädchen mit dem Klumpfuß gebetet?“

„Es war nicht nötig für sie zu beten. Heute Nachmittag sah ich eine Vision von ihrer Heilung. Ich habe noch nie erlebt, dass die Visionen versagt haben.“

Margie Morgan sagte: „Bruder Bill, ich half den verkrüppelten Leuten, die vorne saßen, und verspürte eine besondere Anteilnahme für einen bestimmten Mann, wahrscheinlich weil er meinem Mann sehr ähnlich sieht. Er heißt Leeman. Hast du ihn bemerkt?“

„Nein, das habe ich nicht, Schwester Margie. Ich werde morgen Abend nach ihm Ausschau halten.“

Am Freitag, seinem letzten Abend in Fort Wayne, sagte Bill seinen Managern, er würde gern eine „schnelle Reihe“ durchführen, wenn sie glaubten, er würde es durchstehen. Sie stimmten unter der Bedingung zu, dass er die Bürde mit den örtlichen Predigern teilte, sodass der Gebetsgottesdienst nicht zu lang dauern würde. Das war Bill recht. Die Gebetsreihe begann mit dem Zeugnis der Frau, die ihre Tochter am Abend zuvor mit dem Klumpfuß zum Gebet nach vorne begleitet hatte. Sie hatte ihre Tochter nach dem Gottesdienst nach Hause gebracht und eine Stunde benötigt, um den Gipsverband loszusägen. Der Fuß sah völlig in Ordnung aus. An diesem Morgen bestätigte es die Röntgenaufnahme eines Arztes: Die Knochen waren völlig normal.

Dieses Zeugnis war der Auftakt zu einer gewaltigen, vereinten Glaubensatmosphäre. Es drängten sich so viele Menschen in die „schnelle“ Gebetsreihe, dass viele, die stark verkrüppelt waren, nicht dran kamen. Bill bemerkte Herrn Leeman, den verkrüppelten Mann, der wie Margie Morgans Mann aussah. Einige Männer halfen ihm und versuchten ihn in die Gebetsreihe zu bekommen, aber in dem hektischen Gedränge der Reihe schafften sie es nicht. Also trugen die Männer Herrn Leeman nahe zu der Stelle, wo Bill betete, hoben ihn hoch und legten ihn auf die Bühne, in der Hoffnung, dass er dort Gebet bekäme. Unglücklicherweise bemerkten manche Leute in dem Gedränge den hilflosen Mann nicht, der auf der Bühne lag, als sie durch die Gebetsreihe gingen. Bald mehrten sich die Schuhabdrücke auf Herrn Leemans weißem Hemd.

Als Bill Herrn Leemans missliche Lage sah, sagte er ins Mikrofon: „Legt doch den armen Mann nicht dahin.“

Während er sprach, trafen sich Bills und Herrn Leemans Augen. Bill konnte spüren, wie Herr Leemans Glaube an ihm zog. Zwei Männer trugen Herrn Leeman zurück zu seinem Sitz. Bill fühlte sich plötzlich inspiriert, hinunterzugehen und mit ihm zu sprechen.

„Oh Bruder Branham“, sagte Herr Leeman, als Bill vor ihm stand, „wenn ich nur dein Hosenbein oben auf der Bühne hätte berühren können, ich glaube, ich wäre geheilt worden.“

„Gott segne dich, Bruder“, sagte Bill – und dann brach die Vision vor ihm auf. Unter anderem sah Bill Herrn Leeman über ein Feld gehen, sah einen anderen Mann von einem Traktor springen und auf ihn zulaufen, um ihn zu begrüßen. Bill beobachtete, wie die beiden Männer sich umarmten. Die Vision verblasste.

Bill sagte: „Bruder, du hast Multiple Sklerose, nicht wahr? Es war eine schleichende Lähmung, doch hat sie dich in den letzten zehn Jahren ans Bett gefesselt. Du bist ein Geschäftsmann in Fort Wayne und hast nie aufgehört zu arbeiten. Ich sehe dich in einem Spezialbett liegen, das dich aufrichtet, damit du an der Schreibmaschine arbeiten kannst.“ Herr Leeman war überrascht: „Das stimmt, Bruder Branham. Woher wusstest du das?“

„Der Herr zeigte mir eine Vision. Du hast viel gebetet, und Er hat deine Gebete erhört. Jesus Christus hat dich gesund gemacht. Stehe auf.“ Es war laut im Gebäude, so viele Menschen bewegten sich, dass nur wenige den älteren Mann bemerkten, der zum ersten Mal seit zehn Jahren aufstand. Bill begann zurück in Richtung der Stufen zu gehen, die zur Bühne hinaufführten. Ein anderer älterer Herr, der in der vordersten Stuhlreihe saß, streckte seinen Arm aus und ergriff Bills Anzugjacke, während dieser vorbei ging. Die knöchrige Hand des alten Mannes war furchtbar entstellt. Er sagte etwas, aber Bill konnte es nicht verstehen. Bill lehnte sich vor, um ihn über den Lärm hinweg zu hören. Der Mann sagte: „Ich weiß, wenn ich nur deine Kleider berühren kann, Bruder Branham, dann werde ich gesund.“ Plötzlich erkannte Bill, dass er diesen Mann vorher gesehen hatte – in der Vision, die er gerade von Herrn Leemann hatte. Dies war der Mann auf dem Traktor!

„Du bist Landwirt, nicht wahr? Und du bist ein Freund von Herrn Leeman dort drüben.“ Er zeigte dahin, wo Herr Leeman stand, der mit erhobenen Händen kurze, aber entschlossene Schritte machte, und der seine Stimme mit den übrigen vereinte, die den Herrn priesen.

„Ja, ja.“

„Seit vielen Jahren bist du durch Arthritis verkrüppelt, aber mach dir keine Sorgen, denn so spricht der Herr: ,Du wirst gesund werden‘.“

Am nächsten Morgen klopfte ein Hotelpage an Bills Hotelzimmertür. „Reverend Branham, es tut mir leid, aber ich muss Ihnen mitteilen, dass Sie das Hotel nicht durch den Hauptausgang verlassen können. Irgendwie ist es bekannt geworden, dass Sie in diesem Hotel sind, und nun ist die Eingangshalle voller Menschen, die Sie sehen wollen.“

„Das ist schade“, sagte Bill. „Wir wollten gerade zum Frühstück ausgehen.“ Der Page empfahl: „Ich kann Sie durch den Heizungsraum zur Seiten straße bringen, wenn es Ihnen nichts ausmacht, über einen Haufen Asche zu steigen.“

„Hört sich besser an, als nichts zu essen zu bekommen.“

„Ich sehe mal nach, ob der Weg frei ist, und hole Sie in ein paar Minuten ab.“

Bald kehrte der Page zurück. Bill, Meda, Becky und Margie Morgan folgten dem jungen Mann in den Keller, vorbei am Kohleheizofen, über einen Haufen Asche und durch eine Tür in die Seitenstraße. Niemand bemerkte ihr Fortgehen. Um sicherzustellen, dass er nicht erkannt wurde, zog Bill den Hut tief in die Stirn und schlug den Kragen seines Mantels hoch. Er trug seine Tochter Becky mit ihrem Kopf an seine Wange gedrückt, was sein Gesicht verdecken half. Sie gingen einen Häuserblock entlang und wollten gerade die Straße zum Hobb’s House überqueren, dem Restaurant, das sie während der letzten Tage regelmäßig besucht hatten. Plötzlich kribbelte Bills Haut, als er die Gegenwart des Engels des Herrn verspürte. Er hielt inne.

„Was ist los, Liebling?“, fragte Meda.

„Der Geist des Herrn hat mich gerade angewiesen, mich nach links zu wenden.“ Bill gab Meda seine Tochter und ging los.

„Aber Bruder Bill“, sagte Margie, „wir haben immer hier gegessen.“ Meda legte einen Finger auf ihre Lippen. „Scht. Ich kenne diesen Ausdruck auf seinem Gesicht. Der Geist führt ihn. Wir folgen einfach.“ Nach ein paar weiteren Häuserblocks betrat Bill ein gut besuchtes Café mit dem Namen Miller’s Cafeteria. Sie holten sich ihr Menü vom Büfett und setzten sich an einen Tisch. Noch ehe Bill einen Bissen von seinem Toast nehmen konnte, rief eine Frau am Nebentisch aus: „Preis Gott“, stand auf und blickte in Bills Richtung.

Margie flüsterte Bill zu: „Am besten du verschwindest, sonst wird dich die Gruppe hier festhalten.“

„Sag so etwas nicht, Margie. Der Heilige Geist tut hier etwas.“ Die Frau kam herüber zu Bills Tisch. Nervös sagte sie: „Bruder Branham, ich hoffe, du denkst nicht, ich sei unverschämt, aber ich glaube, der Herr hat dich hierhergebracht, um mich zu treffen.“

„Sag mir, was du auf dem Herzen hast, Schwester.“

„Mein Bruder und ich sind aus Texas.“ Sie zeigte auf einen blassen Mann, der an ihrem Tisch sitzen geblieben war. Er schaute zu ihnen hin, machte aber keine Anstalten sich zu erheben. Er sah nicht gesund aus. Die Dame fuhr fort: „Mein Bruder stirbt an einem Herzleiden. Die Ärzte können nichts für ihn tun. Sein Herz ist so vergrößert, dass es gegen das Zwerchfell drückt. Vorige Woche untersuchte ihn sein Arzt und sagte, ihm bleibe nur noch eine kurze Zeit zu leben. Bruder Branham, wir sind dir bisher in zehn Versammlungen gefolgt, aber mein Bruder konnte nie in die Gebetsreihe kommen. Dann ist uns das Geld ausgegangen, aber wir wollten es noch ein letztes Mal versuchen, und so haben wir unsere Kuh verkauft, um das Geld für diese Reise nach Fort Wayne aufzubringen. Als wir hier ankamen, waren die Menschenm engen so groß, dass wir nicht einmal in das Gebäude hineinkamen. Gestern Abend war ich verzweifelt. Ich habe die ganze Nacht lang gebetet. Irgendw ann heute Morgen bin ich eingeschlafen. Ich träumte, dass Gott mir sagte, einen Ort namens Miller’s Cafeteria aufzusuchen. Wenn ich um neun Uhr mit meinem Bruder dort wäre, würde mein Bruder geheilt.“

Bill sah kurz auf seine Uhr. Sie stand genau auf neun Uhr. „Bring deinen Bruder herüber.“ Bill berührte die rechte Hand des Mannes mit seiner linken. Dämonische Vibrationen rüttelten durch seinen Arm und zerstörten das Laufwerk seiner Armbanduhr. Bill beugte sein Haupt und betete ruhig: „Vater, im Namen Deines Sohnes Jesus Christus – bitte heile diesen Mann.“

Die Vibrationen erstarben. Der Mann legte seine Hand auf die Brust und atmete tief ein. „Ich fühle mich anders“, sagte er. Und wieder füllte er seine Lungen, überrascht, dass er keinen Schmerz verspürte. „Na so was, seit ich ein junger Mann war, habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt.“ Die Szene erregte die Aufmerksamkeit anderer Tischgäste. Obwohl er sein Frühstück noch nicht angerührt hatte, entschloss Bill sich zu gehen, bevor die Leute ihn erkannten.

Sobald er aus der Cafeteria trat, starrte ihn eine Frau mit weit aufg eris senen Augen an, die draußen direkt an der Tür stand. Im nächsten Moment fiel sie auf dem Bürgersteig vor ihm auf die Knie und ergriff sein Hosenbein. „Oh Gott“, schluchzte sie, ihre Augen geschlossen. „Oh Gott, ich danke Dir.“ Sie war eine sehr kleine, in schwarz gekleidete Frau. Sie zitterte am ganzen Leibe, und Tränen strömten ihr übers Gesicht. Sanft legte Bill ihr seine Hand auf die Schulter. „Steh auf Schwester, und erzähl mir, was dir fehlt.“

„Ich bin Frau Damico aus Chicago“, sagte sie mit bebender Stimme, während sie aufstand. „Ich habe einen bösartigen Tumor. Selbst die Mayo Clinic kann mir nicht helfen. Ich habe Radium- und Röntgen-Bestrahlungen bekommen, doch der Tumor wächst weiter. Mein Mann besitzt eine große Spaghetti-Fabrik, und ich habe genügend Geld für eine Operation. Aber die Ärzte haben mir gesagt, dass es in meinem Fall nicht helfen würde. Bruder Branham, ich bin deinen Versammlungen gefolgt. Ich habe alles versucht, um zu dir vorzudringen, habe es jedoch nicht geschafft. Ich habe gebetet und gebetet, ich bin so verzweifelt. Heute Morgen träumte ich, dass der Herr von mir verlangte, um zehn Minuten nach neun vor Miller’s Cafeteria zu stehen. Und nun bist du hier!“ Bill nahm das Handgelenk der Frau und betete: „Himmlischer Vater, ich weiß, dass es Deine Führung ist. Heile diese Frau im Namen Jesu Christi, Deines Sohnes.“ Einen Augenblick später spürte er, wie der Krebs aufhörte zu vibrieren.

Auf dem Weg zurück zum Hotel betraten sie ein Geschäft, damit Meda ein paar Malbücher und Buntstifte kaufen konnte, um Becky im Hotel zimmer zu beschäftigen. Bill schlenderte in die Sportabteilung, um sich die Angelgeräte anzuschauen. Wieder spürte er die Gegenwart des Engels. Er beugte sein Haupt und betete: „Himmlischer Vater, was möchtest Du, dass ich es tue?“

So deutlich, wie er seine Frau zum Verkäufer reden hörte, vernahm Bill die Stimme des Engels zu ihm sprechen: „Gehe bis zum Ende des Häuserblocks, überquere die Straße und stelle dich dort hin.“ Bill schickte Meda und Margie allein zum Hotel zurück und folgte den Anweisungen des Herrn. Eine lange Weile stand er an der Straßenecke und beobachtete, wie ein vierschrötiger irischer Polizist in seine Pfeife blies und den Verkehr regelte. Leute gingen in beide Richtungen über den Zebrastreifen. Bill studierte ihre Gesichter und fragte sich, warum der Herr wollte, dass er hier stand. Nach ungefähr zehn Minuten bemerkte Bill, wie eine junge Frau auf den Bordstein auf der anderen Straßenseite zuging. Sie trug ein schwarzweiß kariertes Kleid und eine Art Schottenmütze. Bill hatte den unerklärlichen Eindruck, dass dies die Person sei, die er treffen sollte. Er änderte seinen Standort, sodass sie nahe an ihm vorbeigehen musste, wenn sie die Straße überquerte. Der Verkehrspolizist hob die Hand und blies in seine Pfeife. Die Autos hielten an und die junge Frau überquerte die Straße. Sie hatte ihren Kopf gesenkt und ging direkt an Bill vorbei, ohne ihn zu bemerken. Bill beobachtete, wie sie davon ging und dachte: „Das ist eigenartig. Warum wollte der Herr, dass ich mich in ihre Nähe begebe?“

Die junge Frau ging ungefähr sechs Meter weiter, hielt inne und fuhr herum. Ihr Gesicht verriet Überraschung. „Oh, Bruder Branham!“ Sie eilte zu ihm zurück. „Bruder Branham, träume ich, oder bist du es wirklich?“ „Ja, Schwester, ich bin es. Gibt es eine Not, bei der ich dir helfen kann?“ Die Worte sprudelten nur so heraus, als befürchte sie, er könne sich in Luft auflösen, ehe sie geendet hatte. „Ich komme aus Kanada. Ich lebe von einer Invalidenrente von 150 Dollar pro Jahr. Ich habe den Rest davon darauf verwendet, zu diesen Versammlungen zu kommen, aber ich habe es nicht geschafft, in die Gebetsreihe zu gelangen. Die letzten beiden Nächte habe ich auf einem Stuhl in der Eingangshalle des Hotels geschlafen. Heute morgen kaufte ich mir von meinem letzten Groschen eine Tasse Kaffee und habe mich auf den Weg zur nächsten Autobahn gemacht, um per Anhalter nach Hause zu fahren. Dann geschah etwas Merkwürdiges. Es war wie eine Stimme in meinem Kopf, die mir sagte, umzudrehen und in die andere Richtung zu laufen. Das Nächste, was ich mitbekam, war, dass ich aufblickte und dich sah.“

„Worum geht es denn, Schwester?“

„Mein Arm ist verkrüppelt. Ich bin auf einem Hund geritten, als ich ein kleines Mädchen war. Ich fiel herunter und landete auf meinem Arm. Seither konnte ich ihn nicht mehr richtig gebrauchen.“

Bill hatte keine Frage, was dies alles zu bedeuten hatte. „Strecke deine Hand aus“, gebot er. „Jesus Christus hat dich geheilt.“

Die junge Dame hob ihren verkrüppelten Arm, und dann schrie sie, als sie sah, dass er genauso gesund war wie ihr anderer. Menschen auf der Straße drängten sich um Bill und baten ihn um Gebet. Der irische Polizist verließ seinen Posten, um sich ihnen anzuschließen. Dort auf einer Straße in Fort Wayne (Indiana) hielt Bill eine Gebetsreihe ab, die fast eine ganze Stunde dauerte. Schließlich fand ihn einer der örtlichen Pastoren und brachte ihn in sein Hotel zurück.

Nachdem die Versammlungen in Fort Wayne beendet waren, kehrte John Rhyn nach Benton Harbor (Michigan) heim. Zwei Wochen lang stand er an seiner Straßenecke und verkaufte Zeitungen. „Extra, Extra, Preis dem Herrn für meine Heilung“, schrie er. Da es offensichtlich war, dass er immer noch blind war, dachte jedermann, sein Verstand hätte ausgesetzt. Dann eines Tages führte ihn ein Zeitungsjunge in einen Friseurladen zum Rasieren. Während der Friseur sein Gesicht einschäumte, neckte er ihn, indem er sagte: „John, jemand hat mir erzählt, dass du rüber nach Fort Wayne gefahren bist, damit dieser Holy Roller Prediger für dich betet. Ich habe sogar gehört, dass du geheilt worden bist.“

John antwortete: „Das stimmt. Preis sei dem Herrn für meine Heilung.“ Sobald er das ausgesprochen hatte, empfing er sein Augenlicht. Vor Freude schreiend, sprang er von seinem Stuhl und rannte auf die Straße – das Handtuch des Friseurs noch immer um den Nacken gewickelt – und rief die gute Nachricht jedem zu, den er sah. An jenem Abend rief er William Branham an.

Ein paar Monate später machte Bill in Benton Harbor halt, um John Rhyn zu besuchen. Der 70-jährige Mann führte vor, wie scharf seine Sehkraft war, indem er laut aus einer Zeitung vorlas. Dann fragte Rhyn, ob Bill mit ihm zu einer jüdischen Hochschule gehen würde, wo ein Rabbi wünschte, ihn kennenzulernen. Bill war einverstanden. Die jüdische Hochschule stand auf einer Bergkuppe mit freier Sicht auf den Hafen. Ein junger Rabbi mit einem roten Bart kam zur Tür der Synagoge.

Nachdem er seine Besucher begrüßt hatte, sagte der Rabbi zu Bill: „Ich weiß, dass John blind gewesen ist. Viele Jahre lang habe ich ihm Almosen auf der Straße gegeben. Ich möchte wissen, durch welche Autorität Sie ihm die Augen geöffnet haben.“

„Ich habe seine Augen nicht geöffnet. Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat seine Augen geöffnet.“

„Lächerlich. Jesus war nicht der Sohn Gottes, und er war nicht der Christus. Wenn der Messias dereinst kommt, wird er ein mächtiger Herrscher sein.“

„Sie schauen auf das zweite Kommen. Dieselbe Schriftstelle spricht von Seinem ersten Kommen: Wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird.“

Der Rabbi schüttelte den Kopf. „Ihr Christen sprecht von einem Gott in drei Personen. Ihr sagt Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Das ergibt nicht einmal einen Sinn. Wenn der Vater eine Person ist, der Sohn eine Person ist, das macht mehr als einen, und das bedeutet, dass ihr Götter habt, genau wie die Heiden. Ihr Nichtjuden könnt Gott nicht in drei Stücke teilen und Ihn einem Juden geben.“

Bill antwortete: „Manche Christen mögen Gott in drei Stücke teilen, aber ich tue das nicht. Es gibt nur einen Gott. Im Alten Testament war Er bekannt als Jahwe, und Er offenbarte sich Selbst in vielfacher Weise, wie z.B. in der Feuersäule, die das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten führte. Im Neuen Testament offenbarte Gott sich Selbst im Fleisch in Seinem Sohn Jesus, um für die Sünden der Welt zu sterben. Glauben Sie ihren eigenen Propheten nicht?“

„Natürlich tue ich das!“

„Jesaja sagt: ,Denn ein Kind wird uns geboren, ein Sohn uns geschenkt werden, auf dessen Schulter die Herrschaft ruhen wird; und sein Name lautet: Wunderrat, Heldengott, Ewigvater, Friedefürst‘. Sehen Sie, es sind nicht drei verschiedene Personen, es ist ein Gott, der sich Selbst in drei Heilsabschnitten offenbart. In jedem Heilsabschnitt offenbart Gott sich Selbst in einer anderen Gestalt: Zuerst als Vater, dann als Sohn, und heute als Heiliger Geist. Deshalb taufe ich die Menschen im Namen des Herrn Jesus Christus, weil das der Name des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes ist.“

Eine Träne rann dem Rabbi die Wange hinab und verschwand in seinem buschigen Bart. Bill sagte hoffnungsvoll: „Jetzt glauben Sie, dass Jesus der Messias war, nicht wahr?“

Der Rabbi deutete auf das Symbol seiner Priesterschaft – einen sechs zackigen Davidstern auf der Spitze der Synagoge. Er sagte: „Ich lebe gut davon. Wenn ich kein Rabbi wäre, würde ich vielleicht draußen auf der Straße um mein Essen betteln müssen.“

„Ich würde lieber Leitungswasser trinken und Salzstangen essen und die Wahrheit verkündigen“, sagte Bill, „als jeden Tag gebratene Hähnchen essen und eine Lüge vertreten.“

Zitternd wandte sich der Rabbi um und ging in seine Synagoge zurück.

Nicht lange nach diesem Gespräch hielt William Branham einen eintägigen Heilungsgottesdienst in Pine Bluff (Arkansas). Nachdem die Versammlung beendet war, zog er sich in sein Zimmer im dritten Stock eines Hotels in der Innenstadt zurück. Er war so müde, dass er sich mit seiner Kleidung aufs Bett legte, und war kurz vor dem Einschlummern, als er ein Klopfen an seiner Tür hörte. Der Hoteldirektor trat ein. „Sind Sie Reverend Branham?“

„Ja, stimmt etwas nicht?“

Der Mann war nervös. „Es tut mir leid, aber ich glaube, ich muss Sie bitten, das Hotel zu verlassen.“

„Warum? Was habe ich getan?“

„Sie haben überhaupt nichts falsch gemacht. Nur können wir so etwas nicht um unser Hotel herum dulden.“ Der Direktor trat zum Fenster und zeigte auf die Straße.

Bill schaute ebenfalls aus dem Fenster. Er sah eine Menschenschlange vor der Eingangstür des Hotels, die sich bis zum Ende des Häuser blocks erstreckte.

„Irgendwie haben die erfahren, dass Sie hier logieren, und ich kann sie nicht überreden, wegzugehen.“

Weil Bill so müde war, schien ihn dieses kleine Problem zu überwältigen. „Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich tun soll.“

Der Direktor hatte bereits einen Plan. „Gehen Sie die Feuerleiter runter in die Seitenstraße, während ich ein Taxi bestelle. Ich lasse Sie dort abholen. Ich habe bereits in einem anderen Hotel in der Stadt für Sie ein Zimmer reserviert.“

Bill schaute wieder aus dem Fenster. Es schneite. Er sah Mütter, die Zeitungen über ihre kranken Babys hielten, um sie vor dem Schnee zu schützen. Er sah andere Leute mit Krückstöcken. Er bemerkte einen Mann, der krampfhaft zitterte – entweder vor Kälte oder aufgrund einer Schüttellähmung. Bill konnte es nicht über sich bringen, diese Menschen dort draußen stehen zu lassen. Er sagte zum Direktor: „Ich habe einen anderen Plan.“

Bill zog seinen Mantel an, begab sich auf die Straße und stellte sich an die Ecke. Dort in Pine Bluff, unter dem gelblichen Schein einer Straßen laterne, bei leise vom Himmel rieselndem Schnee, betete Bill für die Kranken. Diese Gebetsreihe brachte dieselben Resultate hervor, wie die seiner planmäßigen Versammlungen. Ein Mann warf seinen Krückstock fort und rief: „Preis sei Jesus, ich bin geheilt.“ Dann wurde ein anderer Mann geheilt, und noch einer, was mehr Lobpreis und Freudenschreie bewirkte. Jemand begann zu singen. Andere nahmen die Melodie auf. Glaube erhob sich. Schneeflocken glitzerten, während sie vom dunklen Himmel ins Licht wehten. Es war einer der schönsten Gebetsg ottes dienste, die Bill je erlebt hatte. Er stand auf der Straße, bis seine Finger taub waren und es keine Menschen mehr gab, die Gebet wünschten. Dann schleppte er sich die Treppe hinauf in sein Hotelzimmer und schlief ein. Ungefähr einen Monat Monat nach den Versammlungen in Fort Wayne hielt Bill einen Gottesdienst in Little Rock (Arkansas). Frau Damico nahm daran teil und stand begeistert auf, um ihr Zeugnis zu geben: Nicht eine Zelle des bösartigen Tumors war in ihrem Körper zurückgeblieben!

Ein paar Wochen später erhielt Bill einen Brief von Herrn Leeman, in dem er ihm berichtete, dass seine Ärzte nicht einmal eine Spur von Multiple Sklerose in seinem Körper finden konnten. Er schrieb, dass er vor einer Woche aufs Land gefahren sei und dort plötzlich seinen Freund gesehen habe, wie er sein Feld umpflügte – den Landwirt, der von Arthritis verkrüppelt gewesen war. Herr Leeman hielt mit seinem Auto an und ging über die Furchen hinweg zum Traktor. Als sein Freund ihn kommen sah, kletterte er vom Traktor herunter und rannte auf ihn zu. Sie trafen sich in der Mitte des Feldes und umarmten sich, hoben sich abwechselnd gegenseitig hoch und priesen gemeinsam Jesus Christus. (Sich der Vision erinnernd, lächelte Bill.) Herr Leeman erwähnte noch eine Sache in seinem Brief. Er sagte, dass er jedem, den er kannte, von seiner Heilung erzählt habe, einschließlich einem Freund in England, der zufällig der Privatsekretär von König George VI ist.

So erklärte sich das Telegramm, das Bill ein paar Tage später aus England bekam. Der jetzt 64-jährige König George VI hatte seit ein paar Jahren sichtbar und kontinuierlich an Gesundheit eingebüßt. Von Herrn Leemans Heilung beeindruckt, wünschte der König, dass William Branham nach England flog und für ihn betete. Wie es der Wille Gottes führte, plante Bill gerade eine Reise nach Skandinavien für das Frühjahr 1950. Es wäre für ihn ein Kleines, in London zwischenzulanden, und für Seine Majestät, König George, zu beten.

Bill dachte zurück an die Nacht, in der er seinen Auftrag erhalten hatte. Der Engel sagte ihm: „Du wirst in viele Teile der Erde gehen und für Könige und Herrscher und Machthaber beten ... “ Zu jener Zeit schien diese Vorhersage weit hergeholt und unwahrscheinlich. Jetzt sah es danach aus, als würde sie sich erfüllen.

Lädt…
Impressum · Legal notice · Datenschutz · Privacy