1948
In der Woche nachdem William Branham aus der Mayo Clinic zurückgekehrt war, nahm er fünfeinhalb Kilogramm zu. Er fühlte sich immer noch schwach und zittrig, aber er wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis er sich wohl genug fühlen würde, um seinen Dienst wieder aufzunehmen.
Während er sich erholte, verfolgte er die Nachrichten über den Krieg in Palästina mit großem Interesse. Das neugeborene Israel behauptete sich gegen seine größeren, stärkeren arabischen Nachbarn. In so vieler Hinsicht konnte Bill sich mit dem flügge gewordenen Staat Israel identifizieren. Fast zu der gleichen Zeit, da Bill gezwungen war, seinen Heilungsdienst wegen des nervösen Zustands aufzugeben, der sein Leben bedrohte, waren auch die Juden in Palästina gezwungen, um ihr Leben zu kämpfen. Am 14. Mai 1948 riefen sie sich selbst zur unabh ängigen Nation aus. Am nächsten Tag erklärten fünf arabische Staaten Israel den Krieg. Sie überquerten mit ihren Armeen seine Grenzen und schworen, dass sie jeden Juden ins Meer treiben würden. Israel selbst hatte keine Armee, aber die Verzweiflung auf seiner Seite – wie Bill. Zuerst sah es aus, als wären die Juden in Palästina dem Untergang geweiht, doch Tag um Tag hatten sich die Widerstandsnester vereinigt und den Stillstand ihrer Feinde erkämpft. Jetzt war der Krieg ins Stocken geraten und in Verhandlungen übergegangen.
Bill sann stundenlang über die biblische Bedeutung dieser Zeitges chehen nach. Israel wieder eine Nation! Fast neunzehnhundert Jahre lang waren die Juden in alle Regionen der Welt zerstreut gewesen. Jetzt waren sie zurück im verheißenen Land. War dies der Feigenbaum, von dem Jesus in Lukas 21 gesprochen hatte? Bill war sich sicher, dass der neue Staat Israel den gegenwärtigen Konflikt überstehen werde, weil er biblisch gesehen eine Hauptrolle im Endzeitplan Gottes spielte. Es war spannend zu beobachten. Es schien, als würde überall um ihn herum biblische Prophetie erfüllt.
Ende September rief Bill Gordon Lindsay an und berichtete ihm von den Ärzten der Mayo Clinic und deren düsterer Diagnose, von der Vision über das komisch aussehende Eichhörnchen und darüber, wie der Herr ihn für diesmal geheilt hatte. Lindsay wurde ganz aufgeregt, als er das hörte und sagte, er habe einen Koffer voller Einladungen von überall aus dem Land, mit der Bitte, dass Bill kommt und Glaubensheilungs-Feldzüge hält. Bill warnte seinen Manager, dass er immer noch zu schwach sei, um ein volles Programm durchstehen zu können. Lindsay, der mittlerweile fleißig damit beschäftigt war, die Zeitschrift The Voice of Healing herauszugeben, schlug Bill daraufhin vor, Ern Baxter als seinen Manager für die Feldzüge einzusetzen. Ern Baxter habe nicht nur organisatorische Fähigkeiten, sondern sei auch ein kraftvoller Prediger und habe angeboten zu helfen, wo immer er könne. Nachdem er darüber gebetet hatte, stimmte Bill dem Austausch zu.
Reverend Baxter erwies sich in der Tat als ein guter Feldzugmanager. Gemeinsam mit Fred Bosworth plante er, Bill langsam in seinen Befreiungsdienst einzua rbeiten. Bills Gesundheit vor Überarbeitung zu schützen, war ihr Hauptanliegen. Zunächst analysierten sie ihre Fehler aus der Vergangenheit. Während Bills vielen Feldzügen auf dem ganzen Kontinent hatten oft die gastgebenden Pastoren vor Ort entschieden, wann die Glaubensheilungs-Gottesdienste enden sollten. Diese Männer begriffen nicht, wie stark die Gabe der Unterscheidung Bills Energie aufzehrte. Sie ließen es zu, dass sich die Gebetsreihen Stunde um Stunde, Nacht für Nacht hinschleppten, weil sie dachten, solange Bill noch stehen und für die Kranken beten konnte, es ihm gut gehen müsse. Dies erwies sich jedoch als ein dürftiger Maßstab, weil Bill so viel Mitgefühl für kranke Menschen hatte, dass er sich selbst vorwärtstrieb, solange es seine Kraft zuließ – bemüht, für jeden zu beten, der nach vorne kam. Wenn die Salbung auf ihm war, wurde sein Körper immer unempfindsamer, und sein Geist schwebte in anderen Regionen. Schließlich verließ ihn seine Kraft. Zu dem Zeitpunkt, wo sie ihren Gebetsgottesdienst schlossen, war Bill bereits so entkräftet, dass er nicht wusste, ob er ging, kroch oder herausgetragen wurde. Baxter und Bosworth vereinbarten, dass von nun an die Entscheidung über das Ende eines Gottesdienstes Männern übertragen werden musste, die um ihn persönlich besorgt waren, Männer, die ihn sorgsam beobachteten und die Gebetsreihe schlossen, wenn sie Zeichen von Erschöpfung bemerkten. Diese einfache Vorgehens änderung sollte Bill weitgehend vor einem zukünftigen Zusammenbruch bewahren.
Als weitere Vorsichtsmaßnahme schlugen seine Manager vor, die Anzahl an Menschen einzuschränken, die an einem Abend in die Gebetsreihe kommen durften. Bill erkannte die Weisheit in diesem Vorgehen. Die nächste Frage war, wie sie die Leute für die Gebetsreihe auswählen sollten. Nach Erwägung mehrerer Möglichkeiten einigten sie sich, wieder Gebetskarten einzuführen.
Schon früher in seinem nationalen Dienst hatte Bill ein System entwickelt, um die Länge seiner Gebetsreihe zu begrenzen. Nummerierte Karten wurden vor jedem Gottesdienst verteilt, und keiner durfte ohne eine dieser Karten in die Gebetsreihe. Diese Methode war besser als nichts, wenngleich Bill in der Regel mehr Karten austeilte als gut für ihn war: oftmals gab er 150 - 200 Karten pro Abend heraus. Außerdem hatte es viele Abende gegeben, an denen er sich über sein Gebetskarten-System vollständig hinweggesetzt hatte und der Zuhörers chaft sagte: „Heute Abend werde ich versuchen, für jede kranke Person im Gebäude zu beten.“ Dann dehnte sich die Gebetsreihe ins Endlose, und Bill betete für die Menschen, bis um ein oder zwei Uhr morgens keine Kraft mehr in ihm war. Jetzt musste sich das ändern.
Das System der Gebetskarten musste wieder eingeführt und strikt befolgt werden. Die Anzahl der Menschen, die in der Gebetsreihe an einem Abend erlaubt war, musste sorgfältig überprüft werden. Er durfte seinem Mitgefühl nie mehr erlauben, sich über seinen gesunden Menschen verstand hinwegzusetzen. Er brauchte zuerst seine eigene Gesundheit, ehe er anderen helfen konnte, ihre Gesundheit wieder zu erlangen. Fred Bosworth und Ern Baxter halfen Bill, die Einzelheiten auszu arbeiten. Ein oder zwei Stunden vor Beginn des Gottesdienstes ging jemand durch das Gebäude und verteilte nummerierte Karten an alle Personen, die in die Gebetsreihe wollten. Wenn es dann an der Zeit war, für die Kranken zu beten, nahm sich Bill wahllos irgendeine Nummer heraus und sagte (zum Beispiel): „Heute Abend lasst uns mit Karte B-75 beginnen. Wir versuchen so viele wie möglich dranzunehmen, aber lasst uns mit 15 Leuten anfangen – von 75 bis 90. Auf diese Weise braucht niemand lange zu stehen, während ich für die Kranken bete. Wer hat die Gebetskarte B-75? Bitte heben Sie Ihre Hand, damit die Ordner Sie sehen können. Dort ist sie. Und wer hat die Gebetskarte B-76 ...?“ Während er die Nummern ausrief, reihten die Ordner die Menschen an der Seite des Gebäudes zur Rechten Bills auf. (Bill ließ die Gebetsreihe sich immer von seiner rechten Seite nahen, weil der Engel des Herrn auf seiner rechten Seite stand.) Die Menschen in der Gebetsreihe warteten unten vor der Plattform, während derjenige, für den gebetet werden sollte, die Stufen hinaufstieg, um dem Evangelisten allein zu begegnen. Auf diese Weise konnten Bills Manager seine Kraft überwachen und den Gottesdienst schließen, sobald sie meinten, er habe genug gebetet.
Vom 29. - 31. Oktober 1948 testete William Branham seine Kräfte, indem er einen dreitätigen Glaubensheilungs-Feldzug in Fresno (Kalifornien) hielt. Daraufhin fuhr er am 1. November hoch nach Seattle (Washington), wo er sich Fred Bosworth bei einer Versammlungsreihe anschloss, die bereits seit zwei Wochen lief. Nachdem er an sechs weiteren Abenden für die Kranken gebetet hatte, fühlte sich Bill erschöpft. Er stellte fest, dass er noch nicht in der Verfassung war, wieder ans Werk zu gehen, und kehrte nach Hause zurück, um noch etwas auszuruhen. Er versuchte es im Januar 1949 wieder und hielt einen fünftägigen Feldzug in Hot Springs (Arkansas). Hier kam er mit dem Stress besser zurecht, spürte aber, dass er noch nicht fähig war, vollzeitlich zu arbeiten. Einen Monat später predigte er an sieben Tagen in Miami (Florida). Dieses Mal fühlte er sich wieder ganz gesund und wies Ern Baxter an, seinen Terminplan für den Rest des Jahres aufzufüllen.
Am 11. März 1949, nach zehnmonatiger Abwesenheit vom ununter brochenen Predigtdienst, nahm Bill das evangelistische Werk mit einem viertägigen Feldzug in Zion (Illinois) wieder vollzeitlich auf. Im Laufe der nächsten vier Monate hielt er Feldzüge in Missouri (Indiana), Texas (Michigan), Washington (British Columbia) und North Dakota. Ungeachtet der Fülle von Befreiungsdiensten, die nun in Erscheinung getreten waren, hatte das Geheimnisvolle um William Branham während seiner Abwesenheit nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt. Die Menschen besuchten seine Versammlungen zu Tausenden. Wunder geschahen reichlich.
Im Juli begann er eine zweimonatige Tour, die ihn durch Zentralkanada führen sollte. Es war auf dieser Reise, dass sich der Lauf der Geschichte des Christentums für immer änderte. Am 24. Juli 1949 war Bill in Regina (Saskatchewan) und predigte zu einer Menge von 10.000 Menschen. Er hatte gerade erst die Gebetsreihe aufgerufen. Während die Ordner 15 Leute in nummerischer Reihenfolge aufstellten, sprach Bill zu der Zuhörerschaft.
„Als ich vor über einem Jahr in Miami (Florida) war, gab mir der Herr Jesus eine Vision über einen Jungen, der von den Toten auferweckt wird. Der Junge war zwischen acht und zehn Jahre alt, hatte braune Augen und braunes Haar. Er war etwas komisch gekleidet, als wäre er aus einem anderen Land. Es ist noch nicht geschehen, aber es ist‚ so spricht der Herr, und deshalb wird es irgendwann einmal geschehen. Schreibt es euch auf das Vorsatzblatt eurer Bibel. Wenn es sich erfüllt, werde ich dafür sorgen, dass Bruder Gordon Lindsay einen Bericht darüber in der Zeitschrift The Voice of Healing veröffentlicht, damit ihr es alle erfährt.
Es sieht so aus, als wäre die Gebetsreihe bereit. Seid jetzt bitte andächtig. Richtet eure Gedanken fest auf Jesus und glaubt. Dies sind kranke Menschen. Für einige von ihnen ist dies die letzte Hoffnung. Auch ich muss andächtig sein. Der Engel gab mir dieses Zeichen in meiner Hand und sagte: ‚Wenn du aufrichtig sein wirst und erreichst, dass die Menschen dir glauben, wird nichts deinem Gebet widerstehen, nicht einmal Krebs‘. Das hat sich als wahr erwiesen, wo immer ich hingekommen bin. Viele von euch haben das selbst gesehen. Derselbe Engel hat mir auch gesagt: ‚Wenn du aufrichtig mit dem bist, was ich dir gebe, dann wird es eines Tages geschehen, dass du den Menschen selbst die Geheimnisse ihrer Herzen sagen kannst und die Dinge, die sie in ihrem Leben falsch gemacht haben und dergleichen‘.“ Bill wandte sich zu seinem Bruder Donny und sagte: „Gut, du kannst jetzt den ersten Kranken hochkommen lassen.“ Die Juliluft zirkulierte wie aus einem Heizofen. Schweiß perlte von Bills Stirn, und sein Hemdrücken wurde feucht. Er wischte sich die Stirn mit einem Taschentuch. Seine Kehle fühlte sich ausgedörrt und rau an. Während die erste Person aus der Gebetsreihe nach vorne kam, trat Bill vom Mikrofon zurück, um ein Glas Wasser zu trinken.
Reverend Baxter sagte: „Gott segne dich, Bruder Branham.“ „Danke, Bruder Baxter.“ Bill ging zurück zum Mikrofon. Eine Frau mittleren Alters wartete beim Podium auf ihn. „Guten Tag.“ „Guten Tag“, erwiderte sie nervös. Ihre Unruhe verstehend, sagte Bill: „Diese Gegenwart, die Sie jetzt fühlen, wird Ihnen keinen Schaden zufügen. Das ist der Engel des Herrn. Ich sehe es als ein Licht, das zwischen Ihnen und mir in der Luft schwebt. Auch ich spüre es. Es ist ein tiefheiliges Gefühl ... “
Während Bill noch sprach, geschah etwas Unbegreifliches. In einem Moment schaute er auf eine normale Frau mittleren Alters, im nächsten Augenblick schrumpfte diese Frau, als flöge sie mit Schallgeschwind ig keit von ihm weg. Sie schien jünger zu werden, während sie kleiner wurde. Als ihre Umwandlung das Alter von zwölf Jahren erreichte, hörte sie auf sich zu verändern. Jetzt sah Bill sie an einen anderen Schauplatz versetzt, gänzlich anders als die Plattform, auf welcher sie gestanden hatte. Sie schien in einer Schulbank zu sitzen. Um sie herum befanden sich weitere Schulbänke und eine Tafel an der Wand. Es sah wie ein Klassenzimmer aus. Das Mädchen bewegte sich, und obwohl der Ausschnitt in Miniatur abgespult wurde, konnte Bill ihre Handlungen deutlich sehen. „Etwas geschieht gerade“, sagte Bill zu seinem Publikum. Das Mikrofon trug seine Worte hinaus. „Die ältere Frau hat mich hier verlassen, und ich sehe jetzt ein kleines Mädchen von ungefähr zwölf Jahren in einem Klassenzimmer sitzen. Sie haut auf ihren Bleistift – nein, es ist ein Füller. Oh! Ich sehe, wie er hochfliegt und sie ins Auge trifft ... “ Jetzt hörte Bill einen entfernten Schrei. Das Klassenzimmer verblich. Bill schüttelte den Kopf und rieb sich verwirrt die Augen. Hier stand noch die gleiche Frau mittleren Alters vor ihm auf der Plattform. Sie war überhaupt nicht fortgegangen. Wo war er dann gewesen? Was hatte er gesehen? Die Frau vor ihm schrie erneut. Sie hielt ihre Hände vor den Mund und zitterte. „Bruder Branham, das war ich! Es passierte vor Jahren, als ich in der Schule war. Der Füller traf mich, und jetzt bin ich auf meinem rechten Auge blind.“
Bill schüttelte wieder seinen Kopf. „So etwas ist mir noch nie zuvor widerfahren. Einen Augenblick ... hier ist es wieder. Ich sehe ein junges Mädchen ungefähr 16 Jahre alt, das ein kariertes Kleid trägt. Ihr Haar ist in zwei lange Zöpfe geflochten und mit einer großen Schleife gebunden. Ich sehe, wie sie so schnell sie nur kann rennt, und sie sieht aus, als hätte sie schreckliche Angst. Moment ... da ist ein Hund, der ihr nachjagt – ein großer gelber Hund. Ich sehe, wie sie eine Veranda hochrennt. Jetzt geht die Tür auf, und eine ältere Frau holt das Mädchen rein.“ Die Frau schrie nochmals auf. „Bruder Branham, das passierte, als ich auf der Highschool war. Ich habe seit Jahren nicht mehr daran gedacht!“ Bills Gesichtshaut schien wie erstarrt, seine Lippen und seine Zunge fühlten sich dicker an als üblich. „Etwas ist hier geschehen, Freunde. Ich weiß nicht, was hier vor sich geht. Schwester, gib mir bitte mal deine Hand.“ Er nahm sie beim Handgelenk und suchte nach einem Anhaltspunkt. „Ich spüre keine Vibrationen davon.“
Er schaute auf die Adern ihres Handrückens herunter, als die Umgebung sich erneut verwandelte und er einen anderen Schauplatz verfolgte. Er beobachtete, wie eine Frau aus einer roten Scheune heraustrat und auf ein weißes Haus zuhumpelte. Bill sagte: „Ich sehe eine Frau, die sehr langsam geht ... Schwester, das bist du! Ich sehe, wie du dich abmühst, die Stufen zu einem weißen Haus hochzusteigen. Da ist etwas mit deinem Rücken nicht in Ordnung. Ich sehe, dass du die Stufen nicht hinauf kommst. Jetzt sehe ich dich über einem Blumenbeet zu deiner Rechten gebeugt und weinen ... Einen Moment.“ Bill hörte auf, zum Publikum zu sprechen, damit er der Frau in der Vision zuhören konnte. „Ich hörte dich sagen: ‚Wenn ich nur jemals zu Bruder Branhams Versammlung kommen könnte, wird es ein Ende haben‘.“
Ohne einen Laut von sich zu geben, verdrehte die Frau die Augen und fiel in Ohnmacht. Glücklicherweise stand ein Ordner nahe genug, um sie aufzufangen und sie sanft auf den Boden gleiten zu lassen. Als sie eine Minute später zu sich kam, konnte sie nicht nur ihren Rücken in jede Richtung bewegen, sie konnte auch perfekt auf ihrem rechten Auge sehen.
Die Spannung stieg, während die Menge fieberhaft versuchte zu verstehen, was stattgefunden hatte. Bill war ebenso verblüfft wie alle anderen. „Nun – äh – etwas ist passiert, Leute, und ich weiß nicht – “ Ern Baxter ergriff das Mikrofon und sagte aufgeregt: „Bruder Branham, das ist genau das, wovon du gesprochen hast, dass es passieren würde. Es ist das zweite Zeichen, von dem der Engel gesprochen hatte.“ Überschwänglicher Lobpreis sprudelte aus der Menge hervor. Menschen standen auf, sie klatschten, sie schrien, sie beteten den Herrn Jesus Christus an, der Sein Volk mit solchen Wunderwerken besuchte. In der Aufregung und dem Durcheinander bestieg ein junger Mann an Krücken die Bühne ohne Gebetskarte und hinkte auf den Evangelisten zu. Zwei Ordner ergriffen ihn, als ihnen bewusst wurde, was er beab sichtigte, um ihn wieder herunterzuführen.
Bill hörte das Aufschlagen der Krücken, sah hinüber und nahm den Tumult wahr. „Sie müssen wieder runtergehen und sich eine Gebetskarte besorgen, junger Mann“, sagte er freundlich.
Der junge Mann bettelte: „Sagen Sie mir, was ich tun soll, Bruder Branham. Das ist alles, was ich möchte, sagen Sie mir, was ich tun soll.“ „Mein Sohn, ich weiß nicht, was ich sagen ... einen Moment mal. Ordner, führt ihn noch nicht weg.“ Es geschah wieder. Der verkrüppelte junge Mann schrumpfte vor Bills Augen, entfernte sich weit ... weiter ... Bill konnte das Auditorium nicht mehr sehen. Stattdessen sah er einen Bus, der deutlich sichtbar „Regina Beach“ auf der Windschutzscheibe anzeigte. Die Bustür öffnete sich, und dieser junge Mann humpelte auf seinen Krücken heraus. „Du bist heute aus Regina Beach gekommen, nicht wahr“, sagte Bill. „Du bist mit dem Bus gekommen. Ich sehe, wie ein Mann und eine Frau dir sagen, dass du nicht fahren kannst. Ah, es ist dein Vater und deine Mutter.“
„Das stimmt“, rief der junge Mann.
„Ich sehe einen anderen Mann, der dir genug Geld leiht, damit du die Reise machen kannst. Er sieht deinem Vater ähnlich, aber nicht ganz ... “ „Er ist mein Onkel.“
„Jetzt sehe ich dich in einem Zimmer, wie du aus einem Erkerfenster schaust.“
„Das ist das Haus meiner Tante. Ich wohne bei ihr.“ Seine Aufregung war greifbar. „Bruder Branham, was muss ich tun?“
„Glaubst du von ganzem Herzen?“
„Von ganzem Herzen glaube ich, dass Jesus Christus hier ist.“ „Dann lass deine Krücken fallen und stelle dich auf deine Füße“, gebot ihm Bill, seinen Finger direkt auf ihn richtend, „Jesus Christus hat dich geheilt.“
Sofort fielen beide Krücken und polterten auf die hölzerne Plattform. Der junge Mann riss sich aus dem Griff des Ordners los, machte einen behutsamen Schritt, dann einen zweiten mutigeren Schritt, dann einen dritten und vierten. Mit zunehmendem Vertrauen nahm er seinen Gang auf, die Hände hoch erhoben und Jesus Christus mit jedem Schritt dankend.
Während die Menge überwältigt in Anbetung ausbrach, erinnerte sich Bill daran, was der Herr zu Mose gesagt hatte: „Und es wird geschehen, wenn sie dir nicht glauben und nicht auf die Stimme des ersten Zeichens hören, dann werden sie (doch wegen) der Stimme des zweiten Zeichens glauben.“