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Übernatürlich

Übernatürlich – Buch 2

Ein wortloser Heiratsantrag

1933

Obwohl William Branham nun Pastor einer eigenen Gemeinde war und jeden Sonntagmorgen in der ehemaligen, alten Masonic Halle von Jeffers onville predigte, besuchte er während des ganzen Sommers 1933 die Sonntagabend- und Mittwochabend-Gottesdienste in der Missionarischen Baptistengemeinde. Zugegeben, dies war mehr ein Vorwand, um bei seiner Freundin Hope Brumbach zu sein als Dr. Davis predigen zu hören. Doch nun, da sein eigenes Gemeindehaus beinahe fertig gebaut war, würde sich dies ändern, da er bald eigene Gottesdienste in der Mitte der Woche halten würde. Wie konnte er aber dann weiterhin seine Freundin sehen? Bill war schon immer schüchtern und unsicher gegenüber dem weiblichen Geschlecht gewesen. Der Gedanke den willkommenen Vorwand zu verlieren Hope zu sehen, ließ ihn in Angstschweiß ausbrechen.

Bill schätzte jede Minute, die er in Hopes Gesellschaft verbrachte. Wenn sie lächelte, lächelte er, wenn sie lachte, lachte er. Sie übte irgendeinen Zauber auf ihn aus, den er nicht verstand – den er aber liebte. In seinen Augen schien sie all das zu verkörpern, was gut und schön war in der Welt: Luft und Regen und Sommer und Blumen und Güte und Sehn sucht ... Je mehr er in ihrer Nähe war, je mehr wünschte er sich in ihrer Nähe zu sein. Was würde aus ihrer Beziehung werden, wenn er keinen Vorwand mehr hätte sie jeden Mittwochabend zu sehen? Würde sie sich von ihm entfernen? Bill zitterte bei dem Gedanken. Was wäre, wenn sie einen anderen Freund finden würde? Bill konnte kaum atmen, wenn er nur daran dachte. Er konnte es nicht riskieren, sie zu verlieren. Wie könnte er dann nur weiterleben? Nein, er musste sie unter einem anderen guten Vorwand regelmäßig sehen. Und irgendwann, während Bill das Problem in Gedanken hin- und herwälzte, fiel ihm der beste Weg ein, um mit Hope Brumbach mehr zusammen zu sein: Er musste sie dazu bringen, ihren Familiennamen in Branham zu ändern.

Er hatte kaum beschlossen Hope zu bitten ihn zu heiraten, als ihn Zweifel ganz anderer Art befielen: Ihr Vater verdiente $500,00 pro Monat als Vorsitzender einer Arbeitergewerkschaft, der lokalen „Bruderschaft der Pennsylvania Eisenbahner“. Bill dagegen verdiente 20 Cent die Stunde bei dem öffentlichen Versorgungsunternehmen und unterstützte von seinem spärlichen Einkommen Mutter, Vater, sieben Brüder und eine Schwester. Wie konnte er da eine Frau ernähren? Alles, was er ihr bieten konnte, war seine Liebe und Hingabe. Wer war er, Hope ihrem bequemen Heim zu entreißen und den Kämpfen der Armut auszusetzen? Sie verdiente so viel mehr als das. Nach schwerer Seelenpein beschloss Bill, dass er Hope nicht darum bitten konnte, ihn zu heiraten. Er liebte sie zu sehr, um ihr Leben zu verderben.

Diese Entscheidung beendete sein Leiden jedoch nicht, sondern eröffnete ein neues Dilemma. Wenn er Hope nicht bitten würde ihn zu heiraten, wie konnte er es dann rechtfertigen, ihre Zeit in Anspruch zu nehmen? Wäre es nicht besser für sie, wenn er die Beziehung sofort abbrach? Je eher er sie nicht mehr sehen würde, um so schneller hätte sie die Gelegenheit jemand anderen zu finden – einen Mann, der ihr ein gutes Leben bieten könnte. Ja, das wäre das Richtige. Und das musste er tun. Aber ... So sehr Bill auch davon überzeugt war, dass es das Beste für Hope wäre, wenn er sich von ihr trennte, konnte er sich doch nicht dazu durchringen. Er überschlug erneut seine finanzielle Lage und seine Möglichkeiten. Einige seiner Brüder waren mittlerweile alt genug seiner Mutter bei den Haushaltskosten zu helfen. Das war ein Plus. Und auch bei den anderen Brüdern würde es nicht mehr lange dauern. In ein paar Jahren wären sie in der Lage, ihren Beitrag zu leisten. Ein weiteres Plus. Vielleicht könnte Bill seine Unterstützung allmählich reduzieren, ohne seine Mutter zusätzlichen Härten auszusetzen. Und dann, wenn er hart arbeitete, könnte er Hope vielleicht doch ein vernünftiges Auskommen bieten. Er wurde immer aufgeregter, als er die Möglichkeit von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtete. Ja, es sah so aus, als ob er es finanziell schaffen könnte. Sollte er es tun? Ja, ja, das würde er tun! Er würde Hope Brumbach bitten seine Frau zu werden!

Aber die Entscheidung zu treffen, sie zu bitten und es tatsächlich zu tun, waren zwei Paar Schuhe. Als der August in den September überging, kämpfte Bill noch darum, genug Mut aufzubringen, um die entscheidende Frage zu stellen. Oft starrte er ihre dunklen Augen und ihr strahlendes Lächeln an und dachte: „Was wären wir glücklich miteinander.“ Aber jedesmal, wenn er ansetzte, die Frage zu stellen, bekam er einen trockenen Mund und hatte einen Kloß im Hals, der es ihm kaum möglich machte zu schlucken geschweige denn einen verständlichen Satz herauszubringen. Jeden Abend, den er mit ihr verbrachte, versuchte er es erneut, aber er brachte kein Wort heraus. Er sagte sich immer wieder: „Heute Abend werde ich es tun. Es werden keine weiteren zehn Minuten auf meiner Uhr verstreichen, bis ich sie frage.“ Aber es half nichts, die Zeit verstrich, und er konnte sich nicht überwinden ihr einen Heiratsantrag zu machen.

Bill quälte sich stundenlang mit diesem Problem herum. Manchmal hielt er in dem Graben inne, in dem er arbeitete, stützte das Kinn auf den Schaufelstiel und starrte auf den Horizont, während er nach einer Antwort suchte. Wie konnte er sie wissen lassen, dass er sie heiraten wollte, wenn er nicht den Nerv hatte es ihr zu sagen? Eine Zeitlang spielte er mit dem Gedanken seinen Freund George DeArk darum zu bitten, sie für ihn zu fragen. Aber das schien ihm nicht richtig. Vielleicht würde Hope ihn unter diesen Umständen sogar ablehnen. Wie könnte er es dann schaffen? Wie? Plötzlich kam ihm eine Idee. Das war es! Er würde ihr einen Brief schreiben.

An diesem Sonntagabend blieb Bill lange auf. Mit Stift und Papier vor sich feilte er sorgfältig an jedem Satz, entwarf den Text, veränderte ihn und schwitzte so lange, bis das zweidimensionale Blatt Papier seine Gefühle so gut zum Ausdruck brachte, wie es ihm nur möglich war. Nachdem er diese Herkulestat hinter sich gebracht hatte, war sein erster Gedanke, Hope diesen Brief persönlich zu übergeben. Dann stellte er sich vor, wie Hope den Brief las, während er dabei stand und Däumchen drehte und sich auf die Lippen biss, nervös bis zum Umfallen. Nein, das ging nicht. Er beschloss den Brief per Post zu schicken. Wenn er den Brief Montag aufgab, würde Hope ihn am Dienstag bekommen und sie könnte ihm ihre Antwort am Mittwoch geben, wenn er sie zur Gemeinde abholte. Das schien ihm ein guter Plan zu sein.

Am Montagmorgen klebte Bill eine Briefmarke auf den Umschlag und warf den Brief auf dem Weg zur Arbeit in den Briefkasten. Im Laufe des Tages, während er damit beschäftigt war, einen Graben auszuheben, traf ihn ein fürchterlicher Gedanke: Was wäre, wenn der Brief Hopes Mutter in die Hände fiel? Auf Bills Stirn bildeten sich Schweißperlen und seine Knie wurden so weich, dass er sich an der Grabenwand abstützen musste. Er dachte: „Wenn ihre Mutter diesen Brief liest, bin ich verloren.“

Bill kam gut mit Hopes Vater Charlie klar, aber mit ihrer Mutter war es nicht so einfach. Frau Brumbach war etepetete und stolz auf ihre gesellschaftliche Stellung in der Stadt. Sie lebte in einem schönen Heim, trug teure Kleidung, besuchte eine große, formelle Kirche und gehörte vielen einflussreichen Organisationen an. Bill Branham war für sie nichts anderes als ein gewöhnlicher Feldarbeiter – keineswegs vornehm genug, um ihre Tochter zu heiraten. Sie hielt auch nicht viel von Bills engstirnigen religiösen Überzeugungen. Wenn sie diesen Brief sähe, würde sie wahrscheinlich energisch protestieren. Sie könnte sogar so weit gehen, Hope zu veranlassen, den Kontakt zu ihm abzubrechen. Bill schauderte es bei dem Gedanken.

Am Mittwochabend parkte Bill hinter dem glänzenden neuen Buick der Brumbachs. Er ließ die Tür an seinem klapprigen Ford offen für den Fall, dass Frau Brumbach den Brief gelesen hätte und er Hals über Kopf wegfahren müsste.

Hope antwortete auf sein Klopfen. „Hallo Billy. Möchtest du nicht hereinkommen?“

„Oh nein“, dachte Bill, „du bringst mich da hinein, wo deine Mutter ist und schließt die Tür. Dann steck ich in der Patsche.“ Er lächelte schwach und sagte: „Danke, Hope, aber es ist recht warm. Ich werde hier draußen auf der Veranda warten, bis du fertig bist.“

„Ach, komm doch rein, Mutter und Vater möchten dich sehen!“ Bill dachte: „Oh, nein! Jetzt ist es aus.“ Er ging nervös hinein, nahm seinen Hut ab und blieb direkt neben der Tür stehen, bereit jederzeit die Flucht zu ergreifen!

Hope sagte: „Geh schon mal in die Küche, wo Mutter und Vater sind. Ich bin in ein paar Minuten fertig.“

Bill ging zur Küchentür. Hopes Eltern saßen am Küchentisch. „Hallo, wie geht’s, Herr Brumbach? Guten Tag, Frau Brumbach.“ Charlie Brumbach, immer freundlich, sagte: „Hallo Billy. Möchtest du nicht auf ein Glas Eistee hereinkommen?“

„Nein, danke, ich habe keinen Durst.“

„Warum kommst du nicht trotzdem hierher und setzt dich zu uns?“ Die Verschwörung schien engere Kreise zu ziehen. Bills Herz pochte heftig. „Nein, danke, ich bleibe lieber hier, wenn es Ihnen nichts ausmacht. Das Wetter ist wirklich schön.“

Frau Brumbach sagte: „Ja, wunderbares Wetter.“

Die drei plauderten über das Wetter und andere Belanglosigkeiten, bis Hope die Treppe herunterkam. Bill konnte nicht eher frei durchatmen, bis er und Hope auf der Veranda standen und die Tür sicher hinter ihnen geschlossen war.

„Billy, es ist so ein herrlicher Abend. Lass uns zu Fuß zur Gemeinde gehen!“ Ein neuer Angstschauer überlief Bill. Er dachte: „Das war’s. Sie wird mir jetzt sagen, dass es aus ist mit uns. Ich sollte sie mir noch einmal genau ansehen, weil es wahrscheinlich das letzte Mal ist, dass ich mit ihr zusammen bin.“

Hope erwähnte den Brief auf dem Weg zur Gemeinde nicht und so litt Bill während des gesamten Gottesdienstes unter einem Sturm quälender Gedanken. Er hörte kein einziges Wort von dem, was Dr. Davis predigte. Stattdessen blickte er Hope die ganze Zeit über aus den Augenwinkeln an und dachte, dass er sie keinesfalls verlieren wollte. Sie war ein so feines Mädchen. Heute Abend sah sie noch strahlender aus als sonst. Er hoffte, sie würde jemanden finden, der gut zu ihr war. Sie hatte das Beste verdient, was das Leben zu bieten hatte.

Es war dunkel, als Hope und Bill aus der Gemeinde kamen und den Heimweg antraten. Die Mondsichel hing wie eine Straßenlaterne am Nachthimmel. Wann immer sie aus dem Schatten der Bäume heraustraten, malte das helle Mondlicht einen scharfen Kontrast zwischen Hopes schwarzem Haar, ihren dunklen Augen und ihren zarten hellen Wangen. Bill zitterte innerlich vor Liebe und Sehnsucht.

„Na, Billy, wie hat dir der Gottesdienst heute Abend gefallen?“, fragte Hope beiläufig.

„Och, war ganz in Ordnung, denk’ ich.“ Bill hatte das Gefühl, als sei seine Kinnlade aus Pappkarton, steif und unbrauchbar. Er beobachtete Hopes Gesicht und wartete auf ein Stirnrunzeln oder irgendeinen Hinweis darauf, dass der gefürchtete Augenblick gekommen sei. Jedes Mal, wenn sie ihre Lippen bewegte, um zu sprechen, war Bill sicher, dass das Ende gekommen sei. Stattdessen warf sie jedesmal eine weitere heitere Bemerkung ein, als ob sie an gar nichts denken würde als an die Schönheit des Spätsommers.

Da sie inzwischen in der Nähe ihres Hauses angekommen waren und Hope den Brief immer noch nicht erwähnt hatte, stieg in Bill der leise Verdacht auf, sie hätte ihn gar nicht erhalten. Vielleicht war er im Briefkasten steckengeblieben oder auf dem Postamt verlorengegangen. Irgendetwas musste mit dem Brief geschehen sein. Hätte Hope ihn gelesen, würde sie ihn sicherlich schon erwähnt haben. Bill gewann seine Gelassenheit wieder und seine Zunge löste sich. Er reichte herüber und nahm Hopes Arm. Er fühlte sich wohl.

Sie waren schon fast am Haus angekommen. Während einer natürlichen Gesprächsp ause sagte Hope: „Billy, ich habe deinen Brief erhalten.“ Ein Schauer lief ihm über den Rücken, ein Kloß bildete sich in seinem Hals und die Luft blieb ihm weg, sodass er kaum noch atmen konnte. Er schluckte schwer und krächzte: „Du hast ihn bekommen?“

Hope sagte: „Hmm-mh“, – und ging weiter.

Bill erschien die Spannung schier unerträglich. Er dachte: „Mädchen, sag was, bevor ich umkippe!“ Aber Hope schien sich damit zu begnügen, die Worte ohne weiteren Kommentar einfach in der Luft hängen zu lassen. Bill dachte: „Dann muss ich etwas sagen, denn wir sind jetzt fast bei ihrem Haus.“ Er nahm all seinen Mut zusammen und fragte: „Hast du ihn gelesen?“

Sie antwortete: „Hmm-mh“, – das war alles.

Bill glaubte vor Spannung verrückt zu werden. „Hat er dir gefallen?“ Ihre Lippen formten sich zu einem kleinen, schelmischem Lächeln. „Oh, er war okay.“

Bill spürte einen Adrenalinstoß. Er blieb stehen und wandte sich ihr zu. „Hope –“

„Bill, ich heirate dich von Herzen gern“, sagte sie. „Ich liebe dich.“ Am nächsten Tag fuhren Hope und Bill in die Stadt zu einem Juwelier. Bill zahlte $8,00 für ein Paar Eheringe. Er befestigte seinen Ring mit einer Sicherheitsnadel in seiner Tasche, damit er ihn nicht aus Versehen verlieren konnte. Dann hielt er Hopes feine Finger sanft in seiner schwieligen Hand und begann ihr den Verlobungsring überzustreifen.

Hope zögerte: „Billy, meinst du nicht, dass es sich so gehört, zuerst Mutter und Vater um Erlaubnis zu bitten?“

Bills Herzschlag stockte. „Oh nein“, dachte er, „es geht von vorne los.“ Er befürchtete, dass Hope einen Rückzieher machen könnte, falls Frau Brumbach energisch genug Einspruch erhob. Langsam, widerwillig, brachte er die Worte hervor: „Ja, ich denke schon.“ Dann kam ihm eine Idee. „Schau, Hope, wenn wir verheiratet sind, wird alles immer halbe/ halbe sein, oder?“

„Ja, das stimmt. Ich werde meinen Teil einhalten.“

„Und ich den meinigen. Warum fangen wir nicht sofort damit an? Du fragst deine Mutter und ich frage deinen Vater.“

Hope zuckte mit den Schultern. „Hört sich gut an.“

„Lass mich vielleicht erst deinen Vater fragen!“, sagte Bill scharfsinnig. Er wollte sich Charlies Zusage sichern, noch bevor Frau Brumbach davon erfuhr. Das schien ihm am Aussichtsreichsten zu sein.

„Wirst du ihn bald fragen?“

„Ja, am nächsten Sonntagabend.“

Am nächsten Sonntagabend, nachdem Bill Hope von der Gemeinde nach Hause gebracht hatte, saßen die beiden auf dem Fußboden im Wohnzimmer und hörten dem Victrola Plattenspieler zu. Charlie Brumbach saß am Schreibtisch und schrieb auf der Schreibmaschine. Frau Brumbach saß in einem gemütlichen Ohrensessel und häkelte. Hope warf Bill einen Blick zu und deutete mit einem Kopfnicken in Richtung ihres Vaters. Bill schüttelte den Kopf und deutete auf ihre Mutter. Er konnte ihren Vater jetzt nicht fragen, wo ihre Mutter im gleichen Raum saß! Das wäre so, als würde er beide fragen. Ihre Mutter könnte einen Streit anzetteln und er am Ende noch mit leeren Händen dastehen. Bill stand auf. „Es ist halb zehn. Ich denke, ich sollte gehen.“ Hope begleitete ihn zur Tür und hielt seine Hand. Er wünschte ihr eine gute Nacht und wollte gehen, aber sie ließ seine Hand nicht los. Sie flüsterte: „Wirst du ihn nicht fragen?“

„Ich kann ihn nicht fragen, wenn deine Mutter dabei ist.“ „Dann gehe ich wieder rein, und du kannst ihn rausrufen.“ Bill fand zwar, das würde komisch wirken, aber ihm fiel nichts Besseres ein. „Okay,“ erwiderte er und Hope ging ins Wohnzimmer zurück. Bill räusperte sich: „Herr Brumbach, könnte ich Sie wohl einen Augen blick sprechen?“

Charlie hörte auf zu tippen und drehte sich im Stuhl um: „Natürlich, Billy, worum geht es?“

„Ich meine draußen, auf der Veranda.“

Frau Brumbach schaute von ihrer Häkelarbeit auf und hob fragend ihre Augenbrauen. Charlie sagte: „Natürlich“, folgte Bill auf die Veranda und schloss die Tür hinter sich.

Bill starrte auf den Mond, der über den Baumkronen hing. „Es ist eine wunderbare Nacht, nicht wahr?“

„Gewiss“, stimmte Charlie zu.

„Es ist in der letzten Zeit furchtbar warm gewesen.“

„Ja, sehr.“

Bill suchte stotternd nach den richtigen Worten: „Wissen Sie – äh – ich frage mich – hm – ob – “

„Du kannst sie haben, Bill.“

Erleichterung durchströmte ihn. Er wollte Charlie umarmen, mäßigte sich jedoch zu einem festen Händedruck.

„Charlie, Sie wissen, dass ich ein armer Schlucker bin. Ich kann nicht so gut für sie sorgen wie Sie. Ich verdiene nur 20 Cent die Stunde. Aber, Charlie, sie könnte niemanden finden, der sie mehr liebt als ich. Und ich werde arbeiten, bis meine Hände blutig sind, um ihr ein gutes Leben zu bieten. Ich werde ihr treu sein und alles tun, was in meiner Macht steht, um sie glücklich zu machen.“

Charlie legte seine große Hand auf Bills Schulter. „Billy, ich weiß, dass du sie liebst und dass sie dich liebt, und aus diesem Grund gebe ich sie lieber dir als jemandem, der sie schlecht behandeln würde, wenn er auch noch so viel Geld besäße. Außerdem zählt im Leben nicht das, was man besitzt, sondern wie zufrieden man mit dem ist, was man hat.“ „Danke, Charlie, ich werde daran denken.“

Bill hat Hope nie danach gefragt, was ihre Mutter gesagt hatte, als sie sie fragte; es genügte zu wissen, dass Frau Brumbach ihnen nicht im Weg stehen würde. Das Hochzeitsdatum wurde für den Juni des folgenden Jahres festgelegt.

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