1925–1927
Seine Kindheit direkt neben einer Schwarzbrennerei zu verbringen, vermittelte William Branham einen völlig verzerrten Eindruck vom anderen Geschlecht. Unzählige Male beobachtete er, wie verheiratete Frauen nach Einbruch der Dunkelheit in den Schuppen schlüpften, um die ganze Nacht mit Männern zu zechen, die nicht ihre Ehemänner waren. Bis zum Morgen waren diese Frauen häufig so betrunken, dass die Männer ihnen Kaffee verabreichten und sie im Kreis herumführten, bis sie genügend ausgenüchtert waren, um nach Hause wanken zu können, und dort das Frühstück für ihre Familien zu bereiten. Ein solches Verhalten ekelte Billy an. Er dachte: „Wenn alle Frauen so sind, will ich keines dieser Frauenzimmer, selbst wenn man mich kraft Gesetzes dazu zwingen würde.“
Aufgrund dieser negativen Erfahrungen hasste Billy jedes gesell schaftliche Ereignis, das ihn mit Mädchen in Kontakt bringen könnte. Gleichgültig, ob es sich um eine Geburtstagsfeier oder um einen Scheunentanz handelte, Billy gab sich äußerste Mühe, solchen Ereignissen aus dem Wege zu gehen. Bei der ersten Andeutung von Festvorbereitungen merkte er sich sofort den Ort und die Zeit und stellte sicher, dass er zu der angegebenen Zeit anderweitig beschäftigt war. Gelegentlich luden seine Mutter und sein Vater die Nachbarn zu einer wilden Tanzparty ein. In diesen Nächten nahm Billy seine Lampe und seinen Hund und stürmte hinaus in die Hinterwälder, wo er die halbe Nacht lang auf Waschbären- und Opossumjagd ging. Wenn er schließlich von der Jagd nach Hause kam, kletterte Billy, falls die Musikanten immer noch auf ihren Fiedeln kratzten, oben auf den Holzschuppen und schlief dort bis zum Tagesanbruch.
Die Tatsache, dass Billy die Schule verlassen hatte, löste keines seiner Probleme, sondern verlagerte sie nur. Er kämpfte immer noch gegen eine ständige Ablehnung an. Die meisten Jungen der Gegend wollten nichts mit ihm zu tun haben, da er grundsätzlich nicht rauchte und trank; und die Mädchen lehnten ihn ab, weil er niemals auf Parties oder zu Tanzveranstaltungen ging. Keiner verstand ihn. Und was noch schlimmer war: Billy verstand sich selbst nicht. Ungeachtet der Liebe, die er für Menschen empfand und seiner Sehnsucht, von ihnen akzeptiert zu werden, konnte er sich nicht dazu bringen, genauso zu handeln wie andere Jungen seines Alters.
Er dachte: „Nun, wenn ich schon ein Außenseiter sein muss, dann werde ich ein Pelztierjäger. Sobald ich volljährig bin und irgendwo genug Geld zusammenbekommen kann, um meine Mutter zu unterstützen, gehe ich als Pelztierjäger nach Colorado oder in den Bundesstaat Washington oder vielleicht auch nach British Columbia. Ich werde mein Gewehr und Fallen mitnehmen, eine Meute Jagdhunde zusammenstellen und dort bis an mein Lebensende als Pelztierjäger leben. Und ich werde niemals heiraten.“ Wenn Billy Zukunftspläne schmiedete, bezog er immer seine Mutter ein. Es tat ihm weh zu sehen, dass sie so viele Härten ertragen musste, weil sein Vater das Leben der niedrigen Stände führte. Im Alter von nur dreißig Jahren war sie bereits Mutter von acht Söhnen, von denen der älteste fünfzehn Jahre alt war. Niemals gab es genügend Geld im Haus, niemals genügend Kleidung, und oft gab es nicht einmal ausreichend Nahrung. Billy hatte gesehen, wie sie weinend mit einem Baby im Arm auf der Türschwelle saß, aus dem eigenen Haus ausgesperrt, während Charles betrunken und bewusstlos die ganze Nacht drinnen lag. Aber dennoch, trotz all der Schwierigkeiten war Ella Branham ihrem Mann immer treu und hatte ständig mit all ihrer Kraft dafür gearbeitet, die Familie zu kleiden, zu ernähren und sie so glücklich wie möglich zu machen. Billy liebte sie wegen ihrer Anständigkeit, vor allem aber, weil sie ihn so akzeptierte, wie er war – mitsamt seinen Eigenarten. Er war der Ansicht, dass sie mehr verdiente und fühlte sich für ihr Wohlergehen mitverantwortlich. Ihr Beispiel gab Billy die Hoffnung, dass es andere anständige Frauen in der Welt gab.
Um das Jahr 1926 zog ein neues Mädchen in die Stadt und freundete sich mit Jimmy Pooles Freundin an. Da Jimmy und Billy häufig zusammen steckten, traf Billy eines Tages in Jimmys Haus auf das neue Mädchen. Ihre Schönheit bezauberte ihn. Für ihn hatte sie Augen wie eine Taube, Zähne, so weiß wie Perlen und einen Hals, so grazil wie der eines Schwanes. Als Jimmy ihn dem Mädchen vorstellte, klimperte es mit den Augenlidern und sagte kokett: „Wie geht’s dir, Billy?“ Das genügte. Billy war gefangen.
Später übernahm Jimmy die Rolle des Kupplers. „Ich glaube, sie mag dich, Billy.“
Billy schmolz innerlich dahin. „Glaubst du wirklich?“
„Klar! Weißt du was, warum gehen wir nicht zu viert aus? Wir machen eine Spazierfahrt mit ihnen in dem alten Ford meines Vaters – das heißt, wenn ich das Ding zum Laufen bringe.“
„Ich weiß nicht so recht“, sagte Billy nervös.
„Aber sicher. Wir werden eine Menge Spaß haben. Aber wir brauchen etwas Geld. Wieviel Geld kannst du zusammenkratzen?“
Billy zögerte. Dann beschloss er, wenn dieses wunderbare Mädchen ihn wirklich mochte, tief in die Tasche zu greifen.
„Ich habe 30 Cent.“
Das gefiel Jimmy. „Gut, ich habe 35 Cent. Das sollte reichen. Abgesehen vom Benzin müssen wir noch Getränke oder Eis kaufen.“
Billy hatte eine Idee, wie er sich bei dem Mädchen in ein besseres Licht rücken könnte. „Jimmy, was hältst du davon: Du bist für das Fahren verantwortlich, und ich für die Verpflegung.“
„Hört sich gut an.“
Sie mussten den Wagen anschieben und den Motor mit einer Handkurbel ein Dutzend mal neu starten, bevor das alte Modell T ansprang. Bis sie ihre beiden Mädels abgeholt hatten, war die Sonne bereits untergegangen. Billy und seine neue Bekanntschaft saßen auf dem Rücksitz. Schüchtern wie immer drückte sich Billy so weit es ging auf die eine Seite, während sie auf der anderen Seite saß. Er hoffte, dass der Abstand zwischen ihnen und die Dunkelheit seine schäbige Kleidung verbergen würde. Mit heruntergeklapptem Verdeck schaukelten sie die mondbeschienenen, ländlichen Straßen entlang, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Auf dem Vordersitz plauderten Jimmy und seine Freundin die ganze Zeit. Billy saß still auf dem Rücksitz und blickte immer wieder verstohlen zu dem Mädchen hinüber. Er dachte bei sich, wie strahlend sie doch im Mondschein aussehe, und sein Herz schwoll vor Stolz, wenn er daran dachte, dass diese Schönheit mit ihm ausging. Vielleicht waren doch nicht alle Mädchen schlecht.
Sie sah ihn an und lächelte. „Es ist eine schöne Nacht, nicht wahr?“ Billy antwortete: „Oh, ja.“
„Heute Abend ist Tanz im Sycamore Garden“, sagte sie. „Lasst uns dort hinfahren.“
Billy zuckte zusammen. „Oh nein, ich glaube, ich möchte das nicht. Ich tanze nicht.“
Sie fuhren noch ein wenig durch die Gegend, bis sie einen Laden am Straßenrand erreichten. Billy und Jimmy hatten genau geplant, was sie tun würden. Billy räusperte sich. „Jimmy, ich bin ein wenig durstig. Meinst du nicht, wir sollten anhalten?“
„Gute Idee, Billy.“ Jimmy hielt vor dem Laden an und sagte: „Ich gehe und hole uns etwas zu essen und zu trinken.“ Auch das war genau vorgeplant, denn Jimmy hatte nicht einmal mehr einen Penny bei sich. Sie hatten 25 Cent für Benzin ausgegeben, und hatten somit noch 40 Cent, die Billy in seiner Tasche trug.
Billy sagte: „Nein, lass mal, Jimmy, ich mach das schon.“ Die belegten Butterbrote kosteten je einen Nickel – vier große belegte Butterbrote mit Schinken und Zwiebeln. Billy hatte gerade genug Geld übrig, um vier Cola zu kaufen. Sie aßen im Auto, genossen das Zirpen der Grillen und die kühle Nachtluft. Billy fühlte sich gut. Dieses Mädchen mochte ihn tatsächlich! Heute gehörte er dazu und war jemand. Sie tranken ihre Cola aus, und Billy brachte die Glasflaschen in den Laden zurück, wo er sein Pfand zurückbekam. Als er zurückkam, saßen die drei im Auto und rauchten. Billy traute seinen Augen nicht: Sein hübsches kleines Mädchen mit einer Zigarette in der Hand! Sie lehnte ihren Kopf zurück und blies den Rauch aus der Nase. Billy wurde schlecht. Er kletterte nach hinten und ließ sich schwer in den Sitz fallen. Das Mädchen fragte: „Möchtest du eine Zigarette, Billy?“ „Ach nein,“ sagte er verdrossen. „Ich rauche nicht.“
Sie sah verärgert aus. „Billy Branham, was ist mit dir los? Erst sagst du mir, dass du nicht tanzt, jetzt sagst du mir, dass du nicht rauchst. Was tust du eigentlich?“
„Ich jage und fische.“
„Wie langweilig.“ Angewidert zog sie die Unterlippe hoch. „Hier, Billy, rauch diese Zigarette und bring ein wenig Schwung in dein Leben.“ „Oh nein, das tue ich nicht.“
„Heißt das etwa, dass wir Mädels mehr Mut haben als du?“ höhnte sie verächtlich. „Na, du bist mir vielleicht ein Weichling.“ Weichling? Dieses schreckliche Wort schmerzte mehr, als eine Biberfalle, die um seinen Knöchel zugeschnappt war. Weichling? Es zerriss sein Herz. Weichling? Er doch nicht. Er war der große, starke Bill („big, bad Bill“) – der Jäger, der Fallensteller, der Kämpfer. Weichling? Er würde es ihr zeigen. „Gib mir eine Zigarette!“, befahl er.
Selbstgefällig entnahm sie der Packung eine Zigarette und reichte sie ihm herüber. Billy sagte: „Gib mir ein Streichholz!“
„Na, das hört sich schon eher wie ein Mann an,“ sagte sie und reichte ihm ein Streichholz.
Billy zündete das Streichholz an und führte das Streichholz und die Zigarette gleichzeitig zum Mund, jeweils eins in jeder Hand. Aber noch bevor die Zigarette seine Lippen berührte, hörte er ein Geräusch. Es klang wie Blätter, die sich im Wind bewegten. Er senkte die Zigarette und lauschte aufmerksam. Doch jetzt konnte er es nicht mehr hören. Er dachte: „Na, das war wohl nur Einbildung.“
Das Mädchen fragte: „Was ist los, Billy?“
Er schüttelte den Kopf. „Nichts. Ich versuche nur, die Zigarette anzuzünden.“ Und wieder führte er die Zigarette zum Mund. Wiederum hörte er das Geräusch, diesmal lauter; ein tiefer, anhaltender Wind, der anschwoll, stärker wurde, bis er in seinen Ohren dröhnte. Whoossssh! Seine Hände hielten auf halbem Weg zu seinem Mund inne. Seine Gedanken kehrten zurück zu der tiefen Stimme in der Pappel, die ihn warnte: „Trinke und rauche niemals, und beflecke deinen Leib in keiner Weise! Denn es wird ein Werk für dich zu tun sein, wenn du älter wirst.“ Seine Hände begannen zu zittern. Das Streichholz brannte bis zu seinen Fingern herunter, und er ließ es fallen. Dann ließ er die Zigarette fallen. Er fing an zu weinen.
Das Mädchen kicherte: „Jetzt weiß ich, dass du ein Weichling bist.“ Wütend, frustriert und verängstigt stieß Billy die Autotür auf, sprang hinaus und lief die Straße entlang, immer noch weinend. Jimmy fuhr zu ihm heran. „Komm schon, Billy, steig ein.“ Billy schüttelte seinen Kopf. „Nein, Jimmy“, und lief einfach weiter. Jimmy fuhr dicht neben ihm her und drängte ihn, einzusteigen; doch gleichzeitig spottete Billys Verabredung gnadenlos: „Billy Branham, du bist ein richtiger Weichling. Und ich dachte, du seist ein Mann.“
Billy schluchzte: „Das dachte ich auch.“ Er verließ die Straße und nahm eine Abkürzung über ein Feld, wo ihm das Auto nicht folgen konnte. Er lief mechanisch weiter, bis über einen Hügel, wo er außer Sichtweite der Straße war. Dort kauerte er sich auf dem Boden zusammen und schluchzte zum Mond. „Ich passe zu niemandem. Ich kann keine Freunde haben. Ich bin ein schwarzes Schaf unter den Jungen. Niemand mag mich. Warum lebe ich überhaupt? Wofür? Oh, wenn ich doch nur hier sterben und allem ein Ende setzen könnte. Ich bin ein Gefangener dieses seltsamen Etwas, und ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Er schluchzte, bis jegliche Emotion aus ihm gewichen war. Dann saß er einfach nur da, starrte den Mond an, und fühlte sich so tot wie die leblose Gesteinskugel da oben im Weltraum. Plötzlich fühlte er etwas Merkwürdiges, als ob ein Druck auf seiner Haut lastete. Er hatte das deutliche Gefühl, dass er nicht allein war. Er hielt den Atem an und lauschte angespannt. Doch er konnte kein Geräusch hören. Er blickte sich auf dem im Mondlicht liegenden Feld um. Es war niemand in Sichtweite, und doch spürte Billy, dass irgendjemand (oder irgendetwas) ganz dicht bei ihm stand. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Voller Entsetzen lief er nach Haus.
Solche Erfahrungen führten Billy vor Augen, dass sein Leben außer gewöhnlich war, und das nicht nur wegen seiner Armut. Immer wieder geschahen merkwürdige Dinge und quälten ihn – wie zum Beispiel, als er in eine Wahrsagerin hineinlief. Er und Jimmy Poole waren auf einem Jahrmarkt unterwegs, schlenderten an den Buden vorbei und hörten den Jahrmarktschreiern zu, die die Vorzüge der verschiedenen Spiele und Attraktionen anpriesen. Die zwei Jungen kamen am Zelt einer Wahrsagerin vorbei. Vor dem Zelteingang stand eine junge Zigeunerin. „He, du da“, rief die Zigeunerin, „komm doch einen Moment mal her.“ Beide Jungen drehten sich herum. „Du mit dem gestreiften Pullover“, fügte sie hinzu.
Es war Billy, der den gestreiften Pullover trug. Er ging zu der Wahrsagerin hinüber und dachte, dass sie ihn vielleicht losschicken wollte, um ihr ein Butterbrot und eine Cola zu holen. „Ja bitte, was kann ich für Sie tun?“ Sie sagte: „Weißt du, dass dir ein Licht folgt?“ Diese Aussage war seltsam genug, um ihn zu erstaunen. „Ein Licht? Was meinen Sie?“ Sie erklärte: „Ich sehe, dass du unter einem Zeichen geboren wurdest – drei Hauptplaneten in einer Konjunktion in deinem ersten Haus; und sie alle stehen in Quadratur zu Neptun – sehr tief. Deshalb folgt dir dieses Licht. Du wurdest mit einer göttlichen Berufung geboren.“ Billy wurde es unheimlich. „Frau, halt den Mund“, antwortete er bissig – und machte, dass er weg kam.
Später erzählte er seiner Mutter davon. Sie sagte: „Billy, das hast du richtig gemacht. Wahrsager sind vom Teufel.“
Das machte ihm zu schaffen. Warum würde jemand, der so offensichtlich mit dem Teufel im Bunde stand, ihn in Verbindung bringen mit – was hatte die Zigeunerin noch gleich gesagt? – einer „göttlichen Berufung“? Unfähig, sich selbst zu verstehen, wurde Billy immer unzufriedener mit seiner Lage. Warum schien er bloß immer das hässliche Entlein zu sein, das aus dem Rahmen der Gleichaltrigen herausfiel? Und auch zu Hause fand er keine Zuflucht. Obwohl Charles seine Familie aus der Hütte auf Herrn Wathens Grundstück in ein größeres Haus am Stadtrand von Jeffersonville gebracht hatte, war das Leben zu Hause immer noch gedrängt und chaotisch. Im August 1927 bekam Ella Branham ihr neuntes Kind, James Donald. So hatte sie nun also neun Söhne im Alter von 1 bis 18 Jahren, die alle in einem Haus lebten und stritten. Wie immer fand Billy den größten Frieden in seinen Wanderungen durch die Wälder mit seinem Hund Fritz. Dann kam der vernichtende Schlag: Herr Short, der Vertreter des Sheriffs, vergiftete seinen Hund Fritz. Billy wurde wild vor Hass. Charles konnte seinen Sohn gerade noch stoppen, als dieser mit dem Gewehr in der Hand in die Polizeistation stürmen wollte.
„Ich werde ihn umbringen, Papa“, knirschte Billy, vor Wut zitternd. Charles riss seinem hitzköpfigen Sohn das Gewehr aus der Hand. „Nein, das wirst du nicht, wenn ich das verhindern kann.“ Billy ging zum Grab seines Hundes, kniete dort nieder und nahm seinen Hut ab. „Fritz, du warst mir ein Freund, ein wahrer Gefährte. Du hast mich gekleidet und ernährt und mich zur Schule geschickt. Ich wollte im Alter für dich sorgen. Aber nun hat Herr Short dich umgebracht, bevor du alt geworden bist. Ich verspreche dir, Fritz, dass er nicht mehr lange leben wird. Eines Tages werde ich ihn auf der Straße erwischen und ihn mit einem Auto überfahren. Ich werde ihn für dich erledigen.“ Jetzt, da sein bester Freund nicht mehr war, fühlte Billy mehr denn je, dass es an der Zeit war, sein Leben zu ändern. Also überquerte er den Fluss hinüber nach Louisville, Kentucky, und meldete sich zum Dienst bei der Navy. Als er dies seiner Mutter am Abend erzählte, war sie außer sich. Am nächsten Morgen ging sie hinüber zum Rekrutierungsbüro der Navy und überredete sie, den Namen ihres Sohnes aus der Liste zu streichen.
Billy wusste nun, dass er eine drastische Veränderung heimlich planen musste. Etwas später im Herbst bekam er seine Chance. Er kannte einen Mann namens Francisco, der Vorbereitungen traf, um nach Phoenix, Arizona zu gehen. Billy erwähnte, dass er plane, eines Tages selbst in den Westen zu ziehen. Herr Francisco verstand den Wink und fragte Billy, ob er mitkommen wolle. Er bot ihm sogar Geld an, wenn er auf der 3200 Kilometer langen Reise einen Teil des Fahrens übernehmen würde. Billy griff bei diesem Angebot sofort zu, und schon bald waren sie reisefertig. Billy erzählte seiner Mutter, dass er ein oder zwei Wochen lang bei Tunnel Mill campen wollte. So konnte er die Stadt verlassen, ohne dass sie versuchte, ihn daran zu hindern. Wenn er in Arizona ankam, würde er ihr einen Brief schreiben und seinen Schritt erklären. William Branham und Herr Francisco