Geboren: 21. Mai 1918
Wohnort: Floyd Knobs, Indiana
Ihr Mann war einer der ersten, der William Branhams Predigten als Tonbandaufnahme öffentlich zur Verfügung stellte. Estle Beeler, ein Evangelist, verstarb am 10. Oktober 1987.
Estle war lange Zeit im Militärdienst und dort hat er seine Hand verloren. Nachdem er aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war, besaß er eine Zeit lang eine Eislaufbahn und es ging ihm finanziell gut. Seine Eltern lobten ihn, aber trotzdem war sein Kissen nass von Tränen, wenn er abends schlafen ging, weil er eine solche Überführung empfand und nicht finden konnte, wonach er suchte.
1948, wir hatten gerade geheiratet und lebten in Hodgenville, Kentucky. Er ging zur Methodistengemeinde dort im Ort und sprach mit dem Prediger, aber er konnte nicht finden, was er als das Richtige ansah. Dann rief eines Tages seine Schwester an, die in Louisville wohnte und sagte: „Du musst hierher kommen und diesen kleinen Mann predigen hören, denn er predigt Dinge, die wir noch nie zuvor gehört haben.“
Als wir im Hörsaal des Gymnasiums ankamen, wo der Gottesdienst stattfand, war es so voll, dass wir kaum in der Lage waren, Plätze oben auf der Empore zu bekommen. Wir saßen über eine Stunde lang dort, doch ungefähr 20 Minuten ehe Bruder Branham predigen sollte, war da einfach eine Stille, die über das gesamte Gebäude kam. Jeder wurde sehr ruhig. Es war als ob eine Ehrfurcht an dem Abend über die Zuhörerschaft gekommen wäre. Später sagte Estle, es hätte ihn beinahe beängstigt, denn er hatte so etwas noch niemals erlebt. Er sagte: „Es war etwas, dass du am liebsten tiefer in den Sitz gerutscht wärst, denn du wusstes nicht, was gerade vor sich ging.“ Bruder Branham kam auf das Podium und predigte seine Botschaft und Estle sagte, dass er innerhalb der ersten zehn Minuten wusste, dass er genau das gefunden hatte, wonach er sein Leben lang gesucht hatte.
Als die Gebetsreihe begann, war dort ein kleiner Junge mit Kinderlähmung, der auf das Podium gebracht wurde. Bruder Branham bat die Zuhörerschaft: „Beugt die Häupter und schließt eure Augen und seid wirklich andächtig.“ Nachdem er gebetet hatte, bat er die Menschen, die Köpfe zu heben und er sagte zu dem kleinen Jungen: „Komm her zu mir, Sohn.“ Sein kleines schwaches Bein baumelte noch, aber in dem Moment, wo seine Zehen den Boden berührten, wurde das Bein gerade und größer und er rannte über das Podium auf Bruder Branham zu. Wir weinten wie kleine Kinder, denn wir wussten sofort, dass dies etwas Echtes war.
Danach wusste Estle ohne den Schatten eines Zweifels, dass die Botschaft, die Bruder Branham predigte, die wahre Botschaft der Stunde war und er folgte Bruder Branhams Botschaft für den Rest seines Lebens.
Nach diesem Erlebnis fingen wir an in so viele seiner Versammlungen zu gehen, wie wir konnten. Gleich nachdem wir 1950 hier nach Clarksville (gleich neben Jeffersonville) gezogen waren, kaufte mein Mann ein paar gute Aufnahmegeräte und ein gutes Mikrofon und er begann, die Predigten aufzunehmen, die Bruder Branham im Tabernakel hielt. Ich glaube, er war einer der ersten, der das tat, dann fingen andere nach und nach an, ihre eigenen Aufnahmen zu machen. Estle reiste auch zu einigen Versammlungen nach Chicago, South Carolina und sogar Arizona, um aufzunehmen. Er machte die Originale und dann Zuhause Kopien und verschickte sie. Ich erinnere mich, wie er vier Tonbandgeräte gleichzeitig auf der Zedertruhe stehen hatte, alle liefen zur gleichen Zeit, und kopierten. Er stellte nur die Kosten der Leerbänder in Rechnung. Das ging so weiter bis Bruder Leo und Bruder Gene offiziell damit begannen, die Aufnahmen zu machen.
Wenn Bruder Branham im Tabernakel war, nahmen wir Leute von überall her bei uns auf und ich kochte jeden Sonntag für eine Menge Leute. Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe mehr Hähnchen gebraten und mehr Bratensoße gekocht, als irgendjemand sonst auf der Welt. Ich habe mich gefreut, es tun zu können, wisst ihr, und wenn wir jemandem damit geholfen haben, dann war es das wert.
Wir waren nicht sehr oft bei den Branhams Zuhause, aber wir haben sie ein paar Mal besucht und sie kamen auch ein paar Mal zu uns zu Besuch.
Einmal waren wir bei den Branhams zum Abendessen und Schwester Meda hatte gebratene Hähnchen zubereitet. Sie bat mich, die Bratensoße zu machen, aber als sie mit dem Braten der Hähnchen fertig war, hatte sie das gesamte Bratenfett weggekippt und die Bratpfanne ausgewaschen. Ich sagte: „Wo ist denn das Bratenfett von den Hähnchen?“
Sie sagte: „Ich habe es weggekippt und die Bratpfanne für dich ausgewaschen.“
Ich sagte: „Nun, daraus mache ich normalerweise die Bratensoße!“ Also habe ich einfach losgelegt und Fett genommen, aber sie ist nicht annähernd so gut geworden. Ich mache die Bratensoße immer von dem Bratensatz, der vom Schmoren der Hähnchen übrig bleibt. Ich glaube nicht, dass sie gewöhnlich Bratensoße aßen.
Damals in den Anfängen gingen wir manchmal sonntags zum Mittagessen aus und saßen dann und unterhielten uns. Es schien, als bestünde zwischen Estle und Bruder Branham eine enge Beziehung. Ich weiß, dass Bruder Branham Estle einen seiner „Busenfreunde“ nennt und einige sehr nette Dinge über ihn auf Tonband sagt. Estle hatte einen Ausdruck, mit dem er Bruder Branham gewöhnlich beschrieb. Er sagte immer: „Tja, er war nicht größer als ein Pfund Seife nach zwei Waschtagen, aber er war der größte kleine Mann, den ich je in meinem Leben gesehen habe.“
Es scheint, dass es eine große Anhängerschar zu der Zeit gab, als Bruder Branham anfangs auftrat und so viele Heilungs-Gottesdienste auf der ganzen Welt hatte. Und dann, als er von den Heilungs-Gottesdiensten mehr zum Predigen von Lehrmäßigem überging, da fielen sehr viele Menschen ab, denn sie folgten nur seinem Heilungsdienst. Die Menschen nahmen tatsächlich Anstoß an der Schärfe des Wortes. Nur Gott weiß, wer es durch Seine Gnade annehmen wird, denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.
Nachdem Bruder Branham von dieser Erde abgerufen wurde, haben wir einfach unsere Gebetsversammlungen hier Zuhause gehabt und Tonbänder gehört, die Predigten studiert und die Bücher gelesen. Ich denke, das haben viele Leute getan und tun es noch.
„Generation – Erinnerungen an das Leben eines Propheten“ · © 2006 Believers International · Deutsche Ausgabe: Gemeinde Krefeld-Uerdingen, aus dem Amerikanischen von Rahel Skau · mit Erlaubnis; darf nur kostenlos weitergegeben werden