Geboren: 8. Juni 1948
Wohnort: Tucson, Arizona
Ich begann Klavierunterricht zu nehmen, als ich fünf Jahre alt war. Im Alter von neun Jahren begleitete ich meine Schwester Madeline und mich, während wir in der Methodistengemeinde sangen, zu der wir gingen. Aber den Gesangsgottesdienst am Klavier zu begleiten: Nein. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich das je könnte, weil allein der Gedanke daran mich buchstäblich krank machte.
Ich weiß nicht mehr, wer die erste Person war, die in der Gemeinde zu mir kam und mir mitteilte, dass ich im Gottesdienst spielen sollte. Ich weiß, dass Bruder Neville Madeline und mich gebeten hatte, für die Bibelgruppe zu singen, in der wir mit anderen Jugendlichen waren. Ansonsten haben wir nie die Hände gehoben, wenn gefragt wurde, ob jemand in der Gemeinde einen Liedvortrag hätte! Aber Bruder Doc Branham und Bruder Egan, der zu der Zeit ein Diakon war, wussten beide, dass ich spielte, also muss es einer von beiden gewesen sein, der mich das erste Mal dazu brachte, das Klavier während des Gottesdienstes im Tabernakel zu spielen.
Ich war erst fünfzehn, und obwohl ich schreckliche Angst hatte, fühlte ich mich sehr geehrt, dass ich gebeten wurde, zu spielen. Ich erinnere mich, dass ich nicht verstehen konnte, warum sie mich gebeten hatten, wo ich keinerlei Erfahrung hatte und nicht wusste, was ich da machte! Ich spielte Seite an Seite mit Schwester Hines, die die Orgel spielte und sie spielte nur nach Noten, exakt so wie das Lied geschrieben war. Und in ihrem Buch war „Glaube nur“ in D-Moll geschrieben - fünf Be’s, alles schwarze Tasten – also war das die Dur, in der ich es lernen musste. Meine Großmutter half mir nach Gehör zu spielen und schrittweise lernte ich die verschiedenen Duren zu spielen, was wichtig war, weil Bruder Branham gewöhnlich einfach anfangen würde zu singen und wir dann schnell die richtige Dur finden mussten.
Ich erinnere mich noch an das erste Mal, das ich für Bruder Branham spielte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie nervös ich war. Mir war übel und ich fragte mich: „Werde ich es schaffen?“ Bruder Branham bat „Heilig, Heilig, Heilig“ zu singen. Ich kannte das Lied nicht, und Schwester Hines schien auch sehr unsicher, aber sie begann „Heilig, Heilig, Heilig, HERR, allmächtiger Gott ...“ zu spielen, ein Lied, das mit den Worten „... Gott in drei Personen, gesegnete Trinität“ endet. Ich begleitete sie.
Bruder Branham sagte: „Ich glaube, diese Version kenne ich nicht. Lasst es mich euch vorsingen.“ Natürlich war das, was er singen wollte, ein völlig anderes Lied. Ich hätte unter die Pedale kriechen mögen!
Bruder Billy Paul sagte zu mir: „Du wirst niemals in der Lage sein, die richtige Dur zu finden, wenn er einfach anfängt zu singen.“ Aber es war nicht ganz so schlimm, wie ich es dachte.
In sehr jungem Alter stellte sie ihr musikalisches Talent in den Dienst Gottes. William Branham mit Madeline und Jacqueline Wheeler beim Besuch auf Mount Lemon nahe Tucson
Ich weinte die ganze Zeit, wenn ich während der Gebetsreihe auf dem Podium war. Ich konnte den Heiligen Geist fühlen und ich dachte: „Was ist, wenn ich etwas falsch mache und der liebliche Geist hinweggeht?“ Ich hatte immer Angst, ich könnte etwas tun, was Anstoß erregen würde. Ich erinnere mich, dass ich sehr oft „Der große Arzt ist jetzt uns nah“ gespielt habe, weil ich wusste, dass Bruder Branham es mochte. Ich hatte Bedenken zu einem anderen zu wechseln, weil ich dachte, es könnte den Geist der Gebetsreihe brechen. Ich wollte mich immer nur im Hintergrund halten. Manchmal kam Billy Paul und bat mich, etwas anderes zu spielen. Ich denke, sie haben alle auf mich Acht gegeben, weil ich so jung war.
Ich hatte immer das Gefühl der Salbung nahe genug zu sein, dass wenn ich irgendetwas benötigte, es gewährt würde. Ich hatte nicht das Gefühl, als müsse ich durch die Gebetsreihe gehen. Ich weiß, dass wenn Bruder Branham sagte, dass er jeden Geist unter seine Kontrolle nahm, das auch alle auf dem Podium mit einschloss. Wenn er bat, die Köpfe zu senken und nicht aufzusehen, senkte ich meinen Kopf immer soweit über die Tasten, wie es ging. Ich wollte nicht, dass einer der bösen Geister, die ausgetrieben wurden, auf mich kommen würde.
Ich werde nie den Gottesdienst Heirat und Scheidung vergessen. Die Wellen schlugen hoch und es gab viel Gerede, gemischt mit hohen Erwartungen und vielleicht auch ein wenig Sorge, noch ehe die Versammlungen begannen. Jeder war in ziemlicher Aufregung.
Ich musste das Klavier spielen, aber ich war zu der Zeit so krank, dass ich nicht wusste, ob ich es können würde oder nicht. Bruder Branham muss gewusst haben, wie krank ich war. Als er zum Podium kam, drehte er sich um und zwinkerte mir zu. Es schien, als sei damit einfach alles in Ordnung gekommen. Er muss für mich gebetet haben.
Ich bin sicher, dass jeder, der ihn je kennengelernt hat oder je um ihn gewesen ist, das Gleiche sagt, aber er gab mir immer das Gefühl so wichtig zu sein. Immer. Er hat dich einfach aufgebaut.
Vater hatte ein so gutes Herz, und er wollte dass Madeline und ich die Möglichkeit hätten, Tucson zu sehen. Er wusste, dass Bruder Branham zu der Zeit dort war, aber niemand wusste, ob die Möglichkeit bestand, dass wir ihn sehen würden. Wir fuhren mit Verwandten hin, Bruder und Schwester Mann, und übernachteten im Wayward Inn Motel.
Wir hatten keine Ahnung davon, dass Bruder Branham uns anrufen würde, aber er tat es. Es überraschte uns, denn keiner von uns hatte ihn angerufen und wir wussten nicht, wer ihm gesagt hatte, dass wir unterwegs waren. Er fragte uns, ob wir Zeit hätten, von ihm ein wenig herumgeführt zu werden.
Zu der Zeit konnte man den ganzen Weg in den Sabino Canyon hineinfahren und am Ende der Straße wollte er mit uns auf Erkundigungstour den Pfad hochgehen. Ich hatte fürchterliche Angst vor Schlangen. Nichts verursachte mir solche Übelkeit, als allein der Gedanke, eine Schlange zu sehen. Als wir also zum Ende der Schlucht kamen, wollte ich einfach wirklich nicht den Pfad hochgehen! Bruder Branham sagte: „Hier sind keine Schlangen.“ Er wusste genau, worüber ich mir Sorgen machte. „Hier sind keine Schlangen, also genieße es einfach.“ Er wollte wirklich die Wüste erkunden, also sind wir alle ein gutes Stück den Pfad hinaufgegangen.
Diese kurze Zeit mit ihm zu verbringen, war eines der größten Erlebnisse, das ich jemals hatte.
Ich erinnere mich, dass ich weinend die Stufen in unserem kleinen Haus hochrannte, als ich hörte, dass er einen Verkehrsunfall erlitten hatte. Vater wollte sofort nach Amarillo fahren, um an seiner Seite zu sein und so sind Onkel Vernon und er aufgebrochen, so schnell sie konnten. Wir dachten, es wäre alles zu Ende. Dass die ganze Sache für uns alle vorbei wäre.
Ich spielte bei seiner Beerdigung. Ich erinnere mich, dass Leute mir helfen wollten, und sie kamen und boten mir an, eine Weile zu spielen, während ich mich ein paar Minuten ausruhen würde. Aber ich konnte nicht aufhören. Ich habe vielleicht drei oder vier Stunden am Stück gespielt.
Ich weiß nicht, warum ich. Ich bin eine sehr bevorrechtigte Person gewesen.
„Generation – Erinnerungen an das Leben eines Propheten“ · © 2006 Believers International · Deutsche Ausgabe: Gemeinde Krefeld-Uerdingen, aus dem Amerikanischen von Rahel Skau · mit Erlaubnis; darf nur kostenlos weitergegeben werden