Generation

Pearry Green

Geboren: 1. Juli 1933

Wohnort: Tucson, Arizona

Pastor des Tucson Tabernacle seit 1965, als William Branham ihn bat, eine Gemeinde in dieser Stadt zu eröffnen

Meine Familie zog 1949 nach Beaumont, Texas, als mein Vater Pastor der Emmanuel Gospel Gemeinde wurde. Kurz danach erfuhren wir, dass es einen Mann mit Namen William Branham gab, der göttliche Heilungs-Versammlungen in Houston, Texas, abhielt, was weniger als 150 Kilometer entfernt war. Ich war 16 zu der Zeit, war mit dem Heiligen Geist getauft und hatte ein Erlebnis des Zungenredens. Ich hatte über göttliche Heilung gelesen, hatte jedes Wunder in der Bibel gelesen und glaubte sie. Ich hatte Hebräer 13:8 zitiert, seit ich neun war, aber zu der Zeit hatte ich keinen Begriff davon, was es wirklich bedeutete.

Bruder Branham war am 23. Januar 1950 im Sam Houston Coliseum. Wir kamen rechtzeitig genug an, um Sitzplätze im unteren Bereich zu bekommen, genau vor dem Pult, ungefähr elf Reihen davon entfernt. Als der Gottesdienst begann, war Bruder Gordon Lindsay der erste Sprecher, gefolgt von Bruder F.F. Bosworth. Dann kam Bruder Branham zum Pult und wie er über die Zuhörerschaft blickte, sagte er: „Guten Abend, Freunde.“ Es war so persönlich; ich dachte, er spräche mich an. Ich stand von meinem Sitz auf und stellte mich vor die Empore linker Hand nahe beim Pult, denn ich dachte, der Mann hätte unmittelbar zu mir gesprochen. Und das tat er.

Als er die Gebetsreihe aufrief, kamen ungefähr 15 Menschen nach vorne. Ich merkte, dass ich von dort aus, wo ich stand, einen direkten Blick auf die Gebetsreihe hatte. Ich hatte noch nie vorher eine gesehen und wusste nicht, was ich erwarten sollte. Die erste Person war ein kleiner Junge, sieben Jahre alt, der von Geburt an blind gewesen war. Bruder Branham nahm den kleinen Jungen bei der Hand und bat uns, die Häupter zu beugen, während er für das Kind betete. Sobald das Gebet vorbei war, fing der Junge an, umherzuschauen, als wenn er sehen könne. Jeder fing an, den HERRN zu preisen. Mein Gedanke war: „Wie kann ich wissen, dass der Junge blind war?“ Sie hielten ein Taschentuch hoch und der Junge fasste hin und griff es. Sie hielten die Mikrofonschnur hoch und er stieg über sie hinweg. Bruder Branham sagte: „Lauf nun zu deinem Papa zurück.“, und der Junge drehte sich um und sah in die Zuhörerschaft von ungefähr 11.000 Menschen. Er hatte seinen Vater niemals gesehen. Als der Junge aufgerufen worden war, kam ein Mann mit und stellte sich direkt neben mich. Er rief den Jungen beim Namen. Die Empore war circa 1,20 Meter hoch, und der Junge kam zum Rand und sprang dem Mann in die Arme. Er sah die Tränen des Mannes und begann sein Gesicht abzutasten, wie um sich zu vergewissern, dass dies sein Vater war. Dann warf er ihm die Arme um den Hals und schaute mich geradewegs an. Ich wusste, ich hatte ein Wunder gesehen! Das war der Anfang der Veränderung meines Lebens.

In jenem Gottesdienst war auch eine junge Dame, die einen sechsjährigen Jungen nach vorne brachte, der ohne Füße geboren worden war. Bruder Branham nahm ihn in seine Arme und bat sie, seine Strümpfe auszuziehen. Noch einmal bat er uns, unsere Häupter zu beugen, was ich tat, aber wiederum blickte ich nach oben, um zu sehen, was Bruder Branham tat, während er betete. Ich war nicht der Einzige, der zuschaute, denn in der Mitte seines Gebetes schien es so, als würde Bruder Branham den kleinen Jungen fallen lassen und viele Leute in der Zuhörerschaft schnappten plötzlich nach Luft. Genau vor meinen Augen sah ich, wie zwei kleine Füße erschaffen wurden. Das berührt mich heute noch. Wenn ich die kleinen Füßchen von Babys sehe, rührt es etwas im Innersten meiner Seele an, wegen dieses Wunders, das ich sah.

Noch während ich darüber weinte, kam eine andere Dame nach vorne zu Bruder Branham. Er sagte zu denen in der Gebetsreihe: „Ihr Menschen müsst eure Sünden bekennen und sie unter das Blut bringen, denn ich bin nicht dafür verantwortlich, was Er mir zeigt.“ Wie diese junge Frau vor ihm steht, sagt er: „Du bist deinem Mann untreu gewesen.“

Die gesamte Zuhörerschaft wurde schlagartig still, mit Ausnahme eines Mannes, der aufsprang und anfing zu schreien und nach vorne zum Podium zu laufen. Bruder Branham drehte sich um und sagte: „Das ist in Ordnung, lasst ihn kommen. Das ist ihr Ehemann.“

Als der Mann auf das Podium kam, sagte Bruder Branham zu ihm: „Und was war mit dir und der rothaarigen Sekretärin letzten Freitag in dem Motel? Ihr beide habt nicht gegen Gott gesündigt, ihr habt gegen einander gesündigt. Ihr habt euer Ehegelübde gebrochen und ihr müsst bekennen und bereuen voreinander, euch gegenseitig vergeben, euer Ehegelübde erneuern und nach Hause gehen und einander treu sein.“ Das ist ein guter Ratschlag.

Jahre später fragte ich ihn, wie er wisse, ob jemand Buße getan und seine Sünde unter das Blut gebracht hatte. Er sagte: „Das ist einfach, Bruder Green. Wenn jemand seine Sünden bekennt, ist Gott treu zu vergeben. Er vergibt nicht nur ihre Sünden, Er vergisst ihre Sünden. Wenn Er sie vergisst, kann Er sie mir nicht zeigen. Daher weiß ich, irgendetwas das Er mir zeigt, ist noch nicht bekannt worden.“

Am nächsten Abend bin ich wieder hingegangen. An jenem Abend wurde das Foto von der Feuersäule als Lichthof über Bruder Branhams Kopf aufgenommen. Ich habe die Feuersäule nicht gesehen, aber ich war dort. Diese beiden Gottesdienste bewirkten etwas bei mir. Am 23. und 24. Januar 1950 hat Gott sich selbst mir gegenüber auf den neuesten Stand gebracht. Er war nicht länger Jesus Christus gestern, vor 2000 Jahren, Er war Jesus Christus heute. Ich sah Ihn blinde Augen öffnen, Füße erschaffen und die Geheimnisse der Herzen offenbaren. Er ist immer noch derselbe heute. Er hat sich nicht verändert.

In der darauffolgenden Woche kam Bruder Branham nach Beaumont, Texas. Ich lernte seinen Bruder Howard kennen, und er fragte mich, ob ich ihr Stadtführer sein wolle, während sie da waren. Ich war auch ein Platzanweiser in den Gottesdiensten und half den Leuten sich aufzureihen, wenn es an der Zeit für die Gebetsreihe war.

Am letzten Abend der Gottesdienste fragte Howard mich, ob ich eine Gebetskarte haben möchte. Ich hatte Darmbeschwerden und an dem Abend war meine Nummer die erste, die aufgerufen wurde. Ich half allen anderen sich aufzustellen, dann ging ich und nahm meinen Platz in der Reihe ein. Als er die erste Person der Gebetsreihe aufrief, fing ich an, auf ihn zuzugehen. Als ich ungefähr zweieinhalb Meter nahe an ihn herangekommen war, fühlte es sich so an, als wäre ich gerade in einen Tiefkühlraum getreten. Er sagte: „Nun, das wird dir nichts tun. Das ist Seine Gegenwart.“ Ich weiß genau, wovon er spricht, wenn ich ihn in einer Predigt zu Leuten sagen höre: „Das wird dir nichts tun.“ Er sah die Platzanweiser-Binde an meinem Arm und dankte mir dafür, ein Ordner zu sein, dann sagte er: „Ich sehe, du hast einen Ruf auf deinem Leben, das Evangelium zu predigen.“ Wenn ich jemals einen Ruf hatte, dann war es der. Er sagte: „Während du dort drüben auf dem Stuhl gesessen hast, hattest du Darmbeschwerden. Du hast sie nicht mehr.“ Von dem Tage an habe ich diese Beschwerden nie wieder gehabt.

Aufgrund dessen, dass es der letzte Abend der Gottesdienste war, konnten wir nach der Versammlung, als wir zum Auto kamen, die Autotüre nicht öffnen, weil sich so viele Menschen darum drängten. Howard kroch über die Motorhaube, gelangte durch die Tür von der anderen Seite ins Auto (wo niemand ihn bedrängte), startete den Wagen und ließ das Dach des Cabriolets herunter. Dann hob ich Bruder Branham hoch und setzte ihn ins Auto hinein. Er hatte seine Arme um meinen Hals und während ich ihn hochhob, betete er für mich.

1952 lernte ich Billy Paul Branham kennen, als wir das Southwestern Bibel Institute in Waxahachie, Texas, besuchten. Er war ein „Senior“ auf der Highschool und ich war ein „Neuling“ auf dem College. Ehe sie merkten, dass ich nicht zu der Assemblies of God gehörte, war ich bereits in sieben verschiedene Ämter gewählt worden, einschließlich in das Amt des Präsidenten der Stufe der Neulinge sowie zum Vorsitzenden einiger anderer Vereine. Sie konnten mich nicht hinauswerfen, denn ich war sehr engagiert. Aber was Billy Paul anging, ließen sie ihn sofort spüren, dass er nicht willkommen war. Ich erfuhr, dass der stellvertretende Studienleiter den Auftrag erhalten hatte, sicherzustellen, dass er die 100 Strafpunkte erhalten würde, die es brauchte, um ihn von der Schule weisen zu können.

Billy war mein Freund, und ich fing bald an, die Voreingenommenheit ihm gegenüber zu erkennen. Eine Kleinigkeit, wie seine Hose auf dem Bett liegen zu lassen, brachte ihm Strafpunkte ein, während ich meines ungemacht hinterlassen konnte, ohne jede Strafe. Indem ich meine Stellung als Vorsitzender auf dem Institutsgelände ausnutzte, begann ich dagegen anzugehen und erreichte, dass Billy sechs Wochen länger auf der Schule blieb, als sie wollten, aber schließlich wurde er der Schule verwiesen. Es war nicht seine Schuld, sie wollten ihn einfach nicht dort haben.

Eines Tages saß ich in der Vorhalle der Männer-Schlafsäle, und Billy Paul war in das Büro des Direktors gegangen. Ich nahm an, sie sagten ihm, dass er kurz davor stehe, von der Schule verwiesen zu werden. Als er herauskam, ging er direkt in sein Zimmer. Einen Moment später kam der Direktor heraus und während er im Gang stand und mit uns sprach, klingelte sein Telefon. Er ging hin und nahm ab und als er wieder aus seinem Büro herauskam, fragte er: „Wo ist dieser Branham-Junge hingegangen?“ Ich sagte ihm, dass er aufs Zimmer gegangen sei. Er fragte: „Hat er das Telefon benutzt?“ Als ich sagte, dass er es nicht benutzt hatte, sagte der Studienleiter: „Das war Reverend Branham aus Jeffersonville, Indiana, der eben anrief. Er hat mir gerade alles gesagt, was ich eben seinem Sohn gesagt habe!“

Ich dachte: „Ich bin nur froh, dass mein Vater das nicht kann.“ Durch dieses Erlebnis und andere Erlebnisse fing ich an zu erkennen, dass das Kennen der Geheimnisse der Herzen, das Bruder Branham hatte, so war, wie der Dienst des Elia.

Im November 1963, bei den Versammlungen in Shreveport, Louisiana, teilte ich Bruder Billy Paul mit, dass ich die Versammlungen finanzieren würde, wenn Bruder Branham nach Beaumont kommen würde. Die Versammlungen wurden für Mai 1964 anberaumt und stellten sich als Teil von Bruder Branhams letzter Tour durch den Süden heraus, die im Januar in Arizona begann und im April in Florida endete.

Die Woche, ehe er in Beaumont erwartet wurde, war er in Dallas. Am Sonntagmorgen sagte ich meiner Gemeinde: „Wenn ihr heute Abend kommen wollt, erzähle ich euch alles, was ich über Bruder Branham weiß, damit ihr wisst, wie ihr die Leute zu den Gottesdiensten einladen sollt.“ Am Abend war ich ungefähr 15 Minuten weit mit dem gekommen, was auf eine Stunde hinauslaufen sollte und ich sagte: „Bruder Branham ist so ziemlich der langatmigste Prediger, den ich kenne, aber es lohnt sich in seine Gottesdienste zu gehen, denn es geschehen immer übernatürliche Dinge.“

Ungefähr an der Stelle fing das Telefon im Gemeindebüro an zu klingeln und ein junger Mann ging hin und nahm ab. Er war so weiß wie sein Hemd, als er zum Podium zurückkam, um mir zu sagen, dass Bruder Branham am Telefon sei. Ich ging ans Telefon und sagte: „Bruder Branham, weißt du, was ich gerade mache?“ (Ich wollte es ihm sagen.)

Er sagte: „Ja, das weiß ich.“

Als ich die Fassung wiedererlangt hatte, sagte ich: „Bruder Branham, mache ich etwas falsch?“

Er sagte: „Bruder Pearry, ich habe angerufen, um dir zu sagen, dass du alles tun sollst, was auf deinem Herzen ist, und wenn du einen Fehler machst, rufe ich dich an.“

Jedes Mal, wenn mein Telefon während der beiden folgenden Jahre klingelte, dachte ich: „Was habe ich getan?“ Ich erkannte, dass Gott alles sah, was ich tat, und Er konnte es Seinem Propheten zeigen. Es zeigte mir, dass ich achtsam sein musste, was ich sagte, tat und dachte. Das Erste, was der Engel des HERRN Bruder Branham auftrug uns mitzuteilen, war: „Seid vorsichtig, was ihr denkt, denn eure Gedanken sprechen lauter vor dem Thron Gottes, als eure Worte.“ Du sagst nichts, ehe du es denkst. Deine Gedanken von Heute sind deine Handlungen von Morgen und werden dann zu einem Teil deines Charakters, der das Einzige ist, was du mit dir nimmst, wenn du diese Welt verlässt.

Da wir den städtischen Hörsaal in Beaumont nicht länger als an drei Abenden in Folge mieten konnten, richtete ich es so ein, dass Bruder Branham beim „Danksagungs-Bankett“ der Geschäftsleute der Stadt sprach, dann setzten wir die Gottesdienste im Hörsaal fort.

Am Tag des Banketts sprachen Bruder Branham und ich draußen am Ridgeway Motor Inn, wo sie übernachteten. Ich wartete auf Bruder Billy Paul, um ihm zu zeigen, wie er Bruder Branham im Beaumont Hotel in den Bankett-Saal hinein- und herausbringen konnte. Als Bruder Billy zurückkam, ging ich zu ihm hin, um mich mit in sein Auto zu setzen. Während ich an Bruder Branham vorbeiging, sagte er: „Du solltest dich beeilen, wenn du den Haarschnitt machen lassen willst.“

Ich hielt sofort an. Ich hatte keinen Haarschnitt nötig. Woher wusste er, dass ich zum Friseur fahren wollte? Dann erzählte Bruder Branham mir, wie der HERR ihn eine Vision über mich hatte sehen lassen, wie ich meiner Frau heute früh gesagt hatte, dass die Jungen auf mich warten sollten, die zu der Zeit bei uns wohnten, damit ich sie zum Haarschneiden bringen könnte.

Ehe ich wusste, was ich tat, sagte ich: „Bruder Branham, ich erkenne, dass du ein Prophet wie Elia bist. Du liebst die Wildnis und predigst gegen den Isebel Geist. Du bist nicht auf Ansehen oder Geld aus und hast die religiösen Führer der Welt Heuchler genannt.“

Während ich sprach, hob Bruder Branham seine Hände hoch, wie um mich zu stoppen und sagte dann: „Bruder Green, ich sage darüber öffentlich nichts, denn die Leute verstehen nicht, was ein Prophet ist, aber ich werde nicht leugnen, was der Engel des HERRN 1933 am Ohio Fluss sagte.“ Er legte seine Hände auf meine Schultern und sagte: „Bruder Green, was immer du tust, bewahre dein Gleichgewicht in der Schrift.“ Von all den Ratschlägen, die er mir je gegeben hat, bin ich froh, dass er diesen gegeben hat. Als ich die Offenbarung darüber bekam, dass er der Elia aus Maleachi 3:23 mit einer Botschaft war, wurde meine Bibel mir zu einem neuen Buch.

Im April 1964 übernachtete ich während der Gottesdienste in Tampa, Florida, im selben Motel wie Bruder Branham. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, kam Bruder Branham heraus und bat die Brüder, die sich um die Buchung der Zimmer kümmerten, ihn in ein anderes Zimmer umzubuchen. Drei Wochen zuvor, in Beaumont, hatte er das Gleiche von mir erbeten, daher dachte ich bei mir: „Geht das schon wieder los.“ Er fing das in meinem Geist auf, und er wandte sich an mich und sagte: „Bruder Green, jemand hat gestern Abend in dem Zimmer Ehebruch begangen und ich möchte nicht darin bleiben.“ Ich glaube, das ist der Grund, warum Männer wie Bruder Branham die Wildnis liebten. Das war der einzige Ort, wohin er gehen konnte, um von all diesen Geistern wegzukommen.

Ich glaube, Bruder Branham war der großzügigste Trinkgeldgeber, dem ich je begegnet bin. Manchmal schien es fast so, dass das Trinkgeld desto größer war, je schlechter die Bedienung war. Ein solches Erlebnis hatte ich eines Morgens beim Frühstück. Nach der Art wie uns die Bedienung behandelte, hätte man denken mögen, sie hatte Sauerkraut zum Frühstück gegessen. Wir trauten uns kaum, um irgendetwas zu bitten. Bruder Branham mochte Kräuteressig auf seinen Eiern und er bat sie um etwas Essig. Sie sagte: „Wozu brauchen Sie Essig?“

Nach einer Weile kam sie in Hörweite und er sagte: „Bruder Green, meinst du, die nette Dame dort drüben würde mir etwas Ketchup bringen, wenn sie wüsste, dass ich welchen brauche?“

Sie ging und holte ihn und stellte ihn so auf den Tisch, dass die Flasche auf dem Tisch entlangrutschte, und sagte: „Da ist Ihr Ketchup.“

Als ich Bruder Branham gegenüber eine Bemerkung über ihr schlechtes Verhalten machte, sagte er zu mir: „Sie hatte es schwer mit ihrem Mann, ehe sie heute Morgen das Haus verließ. Wir müssen ihr helfen.“ Unser Frühstück hätte jeden von uns 1,50 Dollar gekostet, aber wir ließen jeder einen fünf-Dollarschein als Trinkgeld für sie liegen. Als wir am nächsten Tag zum gleichen Restaurant zurückkamen, fanden wir ein anderes Verhalten vor. Ein kleines bisschen Freundlichkeit reicht sehr weit.

Ich bin 72 Jahre alt, und während ich noch in diesem irdischen Leib bin, möchte ich, dass mein Handeln solch eine Liebe und solch ein Verständnis für andere widerspiegelt.

Im August 1964 begleitete ich Bruder Branham und eine Gruppe von Brüdern zum Jagen nach Britisch Kolumbien. Auf dem Weg in den Norden fuhr er manchmal meinen Wagen, und ich las ihm dann aus dem Manuskript Die Darlegung der sieben Gemeindezeitalter vor, das zur Veröffentlichung vorbereitet wurde. Eines Tages kam ich zum Ende eines Kapitels und er sagte, dass er eine Pause einlegen wolle. Ungefähr da flitzte ein Wagen an uns vorbei und einen Moment später schaute er herüber und fragte mich, ob ich irgendwelche Witze kenne. Nun, ich komme aus Texas, ich kenne massenhaft Witze. Ich dachte Bruder Branham würde sich über mich aufregen, aber ich wusste, ich würde fair behandelt werden. Ich antwortete also, dass ich welche kenne. Er sagte: „Hast du das Auto gesehen? Das Paar wird ein wenig weiter die Straße hinunter unsere Hilfe benötigen, und wir müssen für sie beten. Aber der Grund, warum ich möchte, dass du mir einen Witz erzählst, ist, weil ich versuchen möchte, von den Visionen wegzukommen, damit ich ein paar Tage entspannen kann. Hilf mir, mich zu entspannen.“ Ich erzählte ihm einen Witz über einen Mann, der während des Gottesdienstes einschlief und er schlug mit der Hand auf das Lenkrad und meinte: „Der ist echt gut, Bruder Green.“ Während der nächsten beiden Stunden tauschten wir Geschichten aus. Er sagte: „Jesus hatte Sinn für Humor.“

In den Bergen war ich immer der Langsamste, was das Klettern anging, aber Bruder Branham ließ mich nie den Letzten sein. Er ging immer hinter mir. Wenn wir Pferde ritten, ritt er hinter mir. Wir waren ein paar Tage lang eingeschneit und einige der Männer verbrachten ihre Zeit mit dem Pfeilwurfspiel. Da wetteifern einigen Freude bereitete, wollten sie, dass wir alle ein Turnier spielen. Ich bemerkte, dass Bruder Branham jedes Mal, wenn er dran war, nicht gewann, aber ich hatte gesehen, wie er immer wieder ins Schwarze getroffen hatte, wenn er für sich allein Darts spielte. Ich nahm mir vor, dass ich ihn das nächste Mal gewinnen lassen wollte, wenn ich gegen ihn dran war. Ich warf mal so, mal so, aber wenn ich zwei Punkte machte, machte er einen. Wenn ich fünf Punkte machte, machte er vier. Ich fragte ihn: „Bruder Branham, warum gewinnst du nicht?“

Er sagte: „Bruder Green, wenn es irgendeine Freude macht, zu gewinnen, warum überlasse ich diese Freude dann nicht dir?“ Er zeigte mir auch das Wort: „Nacheifern“ in der Bibel und erklärte mir, dass es „Wetteifer“ bedeute. Seine Demut war aufrichtig in allen seinen Taten.

1964 hatte ich auch das Vorrecht eines Tages mit Bruder Sidney Jackson und Bruder Billy Paul viereinhalb Stunden im Studierzimmer in Jeffersonville zu sitzen und Bruder Branham zuzuhören, wie er von den fünf Begebenheiten des Gesprochenen Wortes erzählte. Als er von den Eichhörnchen sprach, dachte ich bei mir: „Ich höre entweder einem Propheten Gottes zu, oder dem größten Verführer, dem ich je begegnet bin.“

Er hielt inne und sagte: „Bruder Green, denke nicht so. Dies ist Gott.“ Wenn dir das ein paar Mal passiert, dann verändert es dein Leben. Er erzählte uns von dem Fisch, den Eichhörnchen, von Hattie und den Jungen, dem Sturm und Schwester Medas Tumor. Ehe wir gingen, ließ er Bruder Sidney Jackson und mich auf die Mitte des silbergrauen Grizzlybär Fells treten, das er gerade erst vom Tierpräparator zurückerhalten hatte. Er legte seine Arme um mich und betete genau dasselbe Gebet, das er vierzehn Jahre zuvor gebetet hatte, als ich ihn hochhob und ins Auto setzte. Dann nahm er eine Holzschachtel, die Bruder Jackson ihm in Afrika gegeben hatte und hob den Deckel. Darin bewahrte er Steine auf, die er gesammelt und poliert hatte. Er nahm einen heraus und gab ihn mir und sagte: „Hier ist ein Braunbär.“ Jahre später, als ich in die Sowjetunion reiste, fand ich heraus, dass der Braunbär deren Wappentier ist. Ich hatte eine so herzliche Aufnahme dort, dass mir der Gedanke kommt, dass Bruder Branham vielleicht sah, dass ich eines Tages dorthin reisen würde. Bis auf den heutigen Tag ist dieser Stein mir eine Erinnerung daran, dass ich einen Propheten Gottes kannte.

Bruder Branham bat mich, eine Gemeinde in Tucson zu gründen. Ich hatte gehört, dass er jemand anders gebeten hatte, eine zu gründen, daher zögerte ich. Aber er fuhr fort, mir gegenüber Bemerkungen darüber zu machen, eine zu gründen. Später, 1965, während ich mit Bruder Branham sprach, sagte er zu mir: „Bruder Green, du warst noch nicht einmal da, als ich im Juni 1933 meinen Auftrag erhielt.“ Ich hatte ihm nie mein Geburtsdatum gesagt, aber ich wurde am 1. Juli jenes Jahres geboren. Er sagte mir: „Nun, wir wissen, wofür die Sieben in deinem Geburtstag steht.“ (Aber er sagte mir nicht, was es bedeutet). „Die Eins bedeutet, dass du gut darin bist, Dinge zu beginnen. Was immer du in Tucson beginnen wirst, fang damit vor deinem 33. Geburtstag an.“ Ich war 32 Jahre alt, als Bruder Branham mir das sagte und wenn er das nicht zu mir gesagt hätte, wäre ich nicht im November 1965 nach Tucson gezogen. Ich hätte bis zum Ersten des neuen Jahres gewartet, nachdem ich meine Steuererklärung gemacht hatte, wie es meine Familie von mir wollte. Aber nachdem Bruder Branham das zu mir gesagt hatte, sagte ich meiner Familie: „Gott behüte, dass Bruder Branham jemals etwas zustößt. Falls das eintrifft und es gibt keine Gemeinde in Tucson, wird es eine Katastrophe für einige Leute sein.“ Daher, das ist der Grund, warum ich nach Tucson gezogen bin und Tucson Tabernacle gegründet habe. Die Gemeinde war erst fünf Sonntage offen, als Bruder Branham von dieser Erde hinweggenommen wurde.

Ich hatte das Vorrecht in 135 Länder zu reisen. Ich bin beinahe drei Millionen Meilen geflogen und habe 40 Jahre meines Lebens einem Zweck bestimmt: Ein treuer Zeuge dessen zu sein, was ich gesehen und gehört habe. Wenn du nach meinem Auftrag fragst, es ist Apostelgeschichte 4:20:

„Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Ich bin kein Prediger oder Lehrer großer Geheimnisse; meine Aufgabe ist, von meinen persönlichen Erlebnissen und Zeugnissen zu reden, die ich habe, und von dem Vorrecht, das ich hatte, mit dem Propheten Gottes zusammen zu sein.

Bruder Branham war ein Mensch; genau wie Elia, der ein Mensch war. Er war ein in die Sohnschaft eingesetzter Sohn Gottes (so wie die Bibel darauf Bezug nimmt), der von Gott geliebt wurde, dem Gott vertraute, und der ein Beispiel war für uns alle. Er hatte den Charakter, das Gesprochene Wort zu handhaben. Ehe wir nicht den gleichen Charakter erlangen, wird es uns nicht gut anstehen, die Befähigung des Gesprochenen Wortes zu haben, denn ohne den Charakter würden einige am Ende noch einander aus der Existenz sprechen.

Einige Menschen sagen, es gibt keinen Unterschied zwischen Jesus und Bruder Branham, aber Jesus war jungfräulich geboren; Bruder Branham war es nicht. Jesus brauchte keinen Erlöser; Bruder Branham brauchte einen. Jesus sagte nie: „So spricht der HERR.“ Er sagte: „Ich aber sage euch.“ Menschen konnten ihn fälschlicherweise für Jesus halten, denn das war das Leben, das er lebte. Wenn der Geist Christi in uns ist, dann sollte unser Leben so sein. Möge es dahin kommen, dass Menschen nur noch Jesus in uns sehen können.

„Generation – Erinnerungen an das Leben eines Propheten“ · © 2006 Believers International · Deutsche Ausgabe: Gemeinde Krefeld-Uerdingen, aus dem Amerikanischen von Rahel Skau · mit Erlaubnis; darf nur kostenlos weitergegeben werden

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