Geboren: 19. März 1925
Wohnort: Jeffersonville, Indiana
Als nächster Nachbar, hatte sie einen einzigartigen Einblick in das Familienleben der Branhams.
Die Branhams zogen 1948 in die Ewing Lane und wir zogen 1949 dorthin.
Unsere Häuser waren aufgrund eines Fehlers der ursprünglichen Vermessung recht nahe beieinander gebaut, aber viele Jahre lang gab es noch nicht einmal einen Zaun zwischen unseren Grundstücken. Die Leute, die darauf warteten Reverend Branham zu sprechen, wanderten in seinem Garten und auch dem unseren umher, schauten sich einfach nur um.
Ich bin Krankenschwester und mein Mann, Ralph, arbeitete beim Chevrolet Autohändler im Zentrum von Jeffersonville. Vicky, unsere Tochter, war im gleichen Alter wie Sarah und sie spielten immer zusammen. Ich kann mich erinnern, als Sarah noch ein Baby war, haben die Leute bei uns angerufen, denn sie wollten Reverend und Frau Branham und ihr neues Baby nicht stören. Wir hatten natürlich auch ein kleines Baby!
Wir hatten keine Direktanbindung mit dem Telefon zu der Zeit. Alle Ferngespräche wurden durch einen Telefonisten abgewickelt und manchmal riefen die Telefonisten, die wussten, dass wir gleich nebenan von Reverend Branham wohnten, bei uns an, wenn sie auf seiner Leitung keine Antwort erhielten. Dann sind wir nach nebenan gelaufen und haben ihm mitgeteilt, dass da ein Ferngespräch für ihn in der Leitung ist und er lief schnell zu unserem Haus, um es entgegenzunehmen.
Als er einmal nach Übersee reiste, gab ich ihm einige Impfungen, die er benötigte. Außerdem hatte er eine Art Allergie bekommen, gegen die er wöchentlich Spritzen benötigte und ich habe ihm gezeigt, wie er sich selbst die Spritzen geben konnte, die er brauchte.
Er hatte einen Arzt, der nicht reden konnte, ohne zu fluchen, das war einfach seine Art. Aber ich habe mich oft gefragt, wie er und Reverend Branham je miteinander auskommen konnten. Sie hatten ein wirklich gutes Verhältnis, als Freunde wie als Arzt zum Patienten, aber ich nehme an, dass der Arzt auch anständig reden konnte, wenn er wollte.
Reverend Branham hatte ein Toupet, das er manchmal trug und an einen Sonntag kam er vom Gottesdienst nach Hause und konnte es nicht vom Kopf bekommen. Daher kam er herüber, um zu sehen, ob ich ihm helfen könnte. Da war er also, auf seinen Knien in unserem winzigen Badezimmer über der Badewanne gebeugt, so dass wir Wasser über seinen Kopf laufen lassen konnten, um zu versuchen das Toupet zu lösen. Es war urkomisch und wir haben hinterher alle gut darüber gelacht!
Er war ein guter Familienvater und ging gut mit den Kindern um, wenn er Zuhause war. Er war dann draußen im Garten hinter dem Haus und spielte mit ihnen im Schlamm, dann spritzte er sie mit dem Schlauch ab und fuhr mit ihnen ein Eis holen. Er hat seine Zeit daheim mit der Familie sehr genossen.
Und er war ein guter Nachbar. Er brachte uns Eichhörnchen, die er erlegt hatte und wir haben unser Gemüse aus unserem Garten mit seiner Familie geteilt. Er hat unsere Privatsphäre respektiert, und wir haben unser Bestes getan, die seiner Familie zu achten.
Es waren sehr viele Leute, die zum Haus kamen, um Reverend Branham zu sprechen und für sich beten zu lassen und so weiter und manchmal kamen ganze Busladungen von Leuten an. Zuweilen kamen auch Leute während er verreist war und wussten dann nicht, wie sie zurück in die Stadt kommen sollten, um einen Bus nach Hause zu erreichen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, saßen dann Leute bei mir auf der Veranda, also habe ich sie zum Busbahnhof in die Stadt gefahren.
Ich habe die vielen Besuche nicht wirklich gut geheißen. Ich denke, die Branhams verdienten ihre Privatsphäre. Dennoch konnte ich verstehen, wie die Menschen empfanden, auch wenn ich nicht das Gleiche glaubte. Ich gehe in eine Methodistengemeinde.
Die Branhams sind gute Menschen, und wir waren immer sehr froh, sie als freundliche Nachbarn zu haben.
„Generation – Erinnerungen an das Leben eines Propheten“ · © 2006 Believers International · Deutsche Ausgabe: Gemeinde Krefeld-Uerdingen, aus dem Amerikanischen von Rahel Skau · mit Erlaubnis; darf nur kostenlos weitergegeben werden