Kurz nach dem Tod meines Großvaters im Dezember 1965 wurde ihm zu Ehren ein Gedenkgottesdienst in Phoenix, Arizona, gehalten, bei dem Evangelist Tommy Osborn einer der Sprecher war. In seinen Eröffnungsworten gab er folgende Beschreibung des geistlichen Amtes, das der Mann inne gehabt hatte, dem an jenem Tag gedacht wurde:
„Wind ist das Symbol für Gott, den Heilige Geist. Er schwebte über der Fläche der Tiefe, als die Erde noch wüst war und leer. Er blies über das Rote Meer und öffnete einen Weg der Befreiung für die Menschen, die glaubten. Er kam als das Brausen eines daherfahrenden, gewaltigen Windes am Tage zu Pfingsten, als Gott hineinkam, um eins zu werden mit dem Menschen. Und Er ist über diese, unsere Generation hinweggeweht, ein frischer Hauch Gottes in diesem 20. Jahrhundert, durch den außergewöhnlichen Dienst des Propheten Gottes für dieses Zeitalter, durch den Mann, der den Menschen unter dem Namen William Branham bekannt ist.“
Es ist offenkundig, dass der Mann, von dem er sprach, keine gewöhnliche Person war. In der Tat kann William Branham zu den außergewöhnlichsten Menschen gezählt werden, die je gelebt haben, seine Stellung vergleichbar mit der von Mose und Elia, Johannes dem Täufer und Paulus. Sie alle waren Propheten, Männer, die von Gott handverlesen waren, um Seine Gedanken und Anweisungen den Menschen ihres Tages zu offenbaren. Wie auch die große Schar, die ihm vorausgegangen ist, wurde William Branhams Dienst von Gott bestätigt durch phänomenale Zeichen und Wunder, gleich wie sich auch sein Charakter durch seine Demut ausdrückte.
Ein solches Leben ist würdig der Erinnerung und darum geht es bei diesem Buch.
Ich wurde erst vier Jahre nach seinem Heimgang geboren, daher ist William Branham ein Großvater, den ich vornehmlich durch Bilder gekannt habe und durch das Hören seiner Stimme auf Tonband. Aus Familienerzählungen weiß ich, wie er seine Zeit Zuhause verbracht hat und wie er mit seinen Kindern umgegangen ist. Er war ein Mann, der nicht eigene Beliebtheit begehrte und der keine irdischen Schätze suchte; ein Mann, der sein eigenes Auto wusch, seinen Rasen selbst mähte und nicht im Geringsten anmaßend war! Aber ich weiß auch, dass er kein typischer bodenständiger Vater und Großvater war, was verständlich ist, wenn man die Tatsache bedenkt, dass er durch die bemerkenswerte Gabe der Unterscheidung in die Sphäre des Übernatürlichen hineinreichen und sogar die Geheimnisse des Herzens einer Person offenbaren konnte!
Unser Leben wird bereichert, während wir das Leben und die Taten der Propheten von einst studieren. Doch wie viel mehr Verständnis von Gottes Kraft, Absicht und Plan mit Seinem Volk hier zum Abschluss des Zeitalters der Heiden kann erlangt werden, durch einen genaueren Blick auf das Leben des Gefäßes, das Er für unseren Tag auserwählt hat und durch das Er uns Seine Botschaft zuteil werden ließ?
Eine Generation ist vergangen, seitdem mein Großvater heimgerufen wurde, um von seinen Mühen zu ruhen. Während dieser 40 Jahre haben wir viele seiner teuersten Freunde und Weggefährten heimgehen sehen. Einige von ihnen haben uns schriftliche Zeugnisse ihrer Erlebnisse mit Gottes Diener hinterlassen, andere aber leider nicht. Doch noch immer gibt es eine große Anzahl von Menschen, die Augenzeugen des Wirkens Gottes in diesem Zeitalter gewesen sind. Daher bin ich aus historischer Notwendigkeit heraus daran gegangen, dieses Buch zusammenzustellen.
Sie sind im Begriff, eine bemerkenswerte Gruppe von Menschen kennenzulernen. Jeder Einzelne von ihnen hat eine erstaunliche Geschichte zu erzählen, wie sein Leben durch das Leben und den Dienst William Branhams in einer außergewöhnlichen Weise berührt wurde. Sie wandelten mit ihm, arbeiteten an seiner Seite, folgten seinen Versammlungen hin und her durch das Land, entspannten in der Wildnis mit ihm, finanzierten seine Großversammlungen und viele gingen in seine Gemeinde, die er an der Ecke von Eighth und Penn Street in Jeffersonville, Indiana, errichtet hatte.
Meine Absicht ist einfach zu zeigen, wie William Branham mit denen umging, die um ihn herum waren und einen Blick hinter die Kulissen seines täglichen Lebens zu ermöglichen. Obwohl es viele weitere Geschichten gibt, die hätten einfließen können, glaube ich, dass diese repräsentativ stehen für die Tausenden, die ähnliche Erlebnisse gemacht haben.
Dies sind ihre Geschichten. In ihren eigenen Worten bringen sie zum Ausdruck, wonach sie gesucht haben und wie der Dienst sie verändert hat. Auch wenn ich nicht mit den Schlussfolgerungen und Meinungen übereinstimmen mag, zu denen einige gelangt sind, sind ihre Erinnerungen und Erfahrungen mit Gottes Propheten für mich unschätzbar wertvoll.
Die Geschichten sind chronologisch nach dem Alter der befragten Personen angeordnet, vom Ältesten bis zum Jüngsten. Während der Zusammenstellung haben wir den Heimgang zweier unserer Freunde, Curtis Hooper und Jack Palmer, miterlebt. Curtis Hooper war einer der Ersten, dessen Interview ich fertigstellte, und er war in der Lage die Endfassung seines Zeugnisses zu lesen und seine Zustimmung zu geben. Wenn er von seinem Leben sprach, erinnerte er sich der Geschehnisse mit einer solchen Klarheit und Begeisterung. Ich denke, ihr werdet euch freuen, dass wir seine Geschichte mit aufnehmen konnten.
Jack Palmer wurde krank, nachdem die Interviews begonnen hatten, jedoch noch ehe ich die Gelegenheit hatte, mit ihm zu sprechen. Es war erst nach seinem Heimgang, dass ich mit seiner Frau Pauline zusammentraf und sie ihrer beider Geschichte mit mir teilte.
Einige in diesem Buch habe ich zum allerersten Mal während des Interviews getroffen, aber ich hatte ihre Namen von meinem Großvater auf den Bändern, die wir von seinen Predigten haben, gehört. Andere sind lebenslange Freunde. Vernon Mann, zum Beispiel, weihte mich als Neugeborenes dem HERRN. Jackie Wheeler war meine Klavierlehrerin. Pauline Palmer ist die Urgroßmutter zweier meiner Neffen, daher verbindet uns ein besonderes Band. Als kleines Mädchen habe ich oft meine Großmutter begleitet, wenn sie mit ihren Freundinnen, Mary Norman und Cleo Evans, einkaufen oder essen ging. Auch mit eingeschlossen sind die Zeugnisse mehrerer Familienmitglieder – Onkel Billy Paul, Tante Loyce und zwei Großtanten, Mabel und Deloris – um einen Eindruck davon zu geben, wie William Branham als Familienmensch war.
Ich möchte meinem Vater, George Smith, einem der selbstlosesten Menschen, die ich kenne, danken, für seine Hilfe bei einigen der Interviews, zu denen ich nicht selbst hinfahren konnte.
Ich möchte besonders jedem Einzelnen meinen aufrichtigen Dank ausdrücken, der sich Zeit nahm sich hinzusetzen, um seine Gedanken, Erinnerungen und Fotos mit mir zu teilen. Ich hoffe, dieses Buch wird anderen genauso sehr helfen, wie dessen Zusammenstellung mir geholfen hat, besser zu verstehen, was genau für ein Mann William Branham war. Ich dachte, ich würde ihn kennen, aber jetzt kenne ich ihn besser. Und durch die Botschaft, die ihm anvertraut war, kenne ich Christus.
Angel
„Generation – Erinnerungen an das Leben eines Propheten“ · © 2006 Believers International · Deutsche Ausgabe: Gemeinde Krefeld-Uerdingen, aus dem Amerikanischen von Rahel Skau · mit Erlaubnis; darf nur kostenlos weitergegeben werden